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Travemünder Woche TW bringt das Segeln noch näher ans Land
Thema T Travemünder Woche TW bringt das Segeln noch näher ans Land
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22:00 06.07.2017
Ein Zuschauer-Magnet: der „SAP Sail Cube“. Alle Rennen der Medienbahn sind vor der LED-Wand auch diesmal live zu sehen. Quelle: Foto: Segel-Bilder.de
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Lübeck

Am Mövenstein riggen immer mehr Jugendliche ihre Boote auf. Auch die Stege an der Travepromenade füllen sich. Am Montag werden die ersten Holzböden für Pagodenzelte und das temporäre Regattabüro gelegt. Untrügliche Zeichen: Die Travemünder Woche (TW) segelt heran. Noch zwei Wochen, dann geht sie vom 21. bis 30. Juli in ihre 128. Runde. Und das wird eine außergewöhnliche. Mit den Internationalen Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften (IDJM) steht sie erstmals seit 1889 im Zeichen der Jugend. Von den bisher 860 gemeldeten Booten (inklusive Seebahn und Segel-Bundesliga) stellt der Nachwuchs allein 700 in zwölf Klassen.

Travemünder Woche: Segel-Kino auf zwei neuen LED- Wänden – Tracking aller 860 Boote, weltweites Web-Event.

„Damit liegen wir schon deutlich über den Erwartungen“, freut sich TW-Geschäftsführer Frank Schärffe. Keine Überraschung: Die Opti A stellen mit 230 Booten das größte Feld. Der Hit: Auch die Elf- bis 15-Jährigen werden auf der strandnahen „Medienbahn“ segeln, die Rennen von fünf Kameras übertragen – live auf die 15 Quadratmeter große LED-Wand des „SAP-Sail- Cube“ am Strand. Experten wie der ehemalige 49er-Star Marcus Baur kommentieren die Wettfahrten, bereiten sie anhand von 3D- Grafiken und segelspezifischen Tools für Laien verständlich auf.

Die TW holt für das „Festival der Jugend“ das Segeln noch näher an Land. Auf der Strandpromenade, Höhe Atlantic Grand Hotel, und auf der „Tornadowiese“ an der Travepromenade werden zusätzlich zwei 22 Quadratmeter große LED-Wände aufgebaut. „Wir wollen so den Segelsport noch mehr in den Fokus rücken“, sagt Sebastian Gartz, Chef von „SG Medientechnik“. Die Lübecker Firma stellt der TW die Technik kostenlos zur Verfügung, will die Kosten im „mittleren fünfstelligen Bereich“ über Werbung auf ihren LED-Wänden einspielen.

Schärffe freut sich über noch mehr „Segeln zum Greifen nah“: „Wir bringen das Segeln so noch näher ans Publikum heran. Das ist die Zukunft, ein weiterer Baustein in unserem Profil.“ Denn die Travemünder Woche hat mit dem „Segel-Kino“ (Sail Cube), der Medienbahn, der nationalen Premiere der strandnahen Medal Races und den Trave-Rennen bereits Trends gesetzt. „Damit begegnen wir der ständigen Kritik, dass unser Sport weit weg, irgendwo da draußen ausgetragen wird, ihn keiner sehen kann“, sagt Schärffe.

Partner SAP macht die Segelwoche zudem zum weltweiten Web- Event. Zum zweiten Mal in der TW-Geschichte bietet der Software-Riese das GPS-Tracking aller Boote an. Die Positionsdaten werden per SAP Sailing Analytics aufbereitet, um exakte Grafiken über Start und Ablauf der Wettfahrten, Positionierung der Teilnehmer, Manöver und Bootsgeschwindigkeiten zu liefern und damit in Echtzeit die Zieldurchgänge und vorläufigen Ergebnisse zu dokumentieren. Die Rennen können live im Internet nachvollzogen und nachträglich abgerufen werden.

„Das Tracken aller Boote ist insbesondere für die IT-affine Jugend eine attraktive Sache. Und für uns als Regatta-Organisatoren ist es ein ganz großes Plus an Sicherheit“, erklärt Schärffe und ergänzt: „Gerade im Jugendbereich haben wir mit dem Tracken aller Boote in punkto Service ein Alleinstellungsmerkmal.“

Diese Klassen segeln bei der 128. Travemünder Woche

Für die Internationalen Jugend- und Jüngsten-Meisterschaften sind 13 Klassen ausgeschrieben: 29er, 420er, Europe, Laser 4.7, Laser Radial, Open Bic, Optimist, Pirat, Teeny, Cadet und Nacra 15 sowie die Surf-Klassen Bic Techno 293 und Bic Techno Class. Die IDJM wird erstmals im Rahmen der Travemünder Woche ausgetragen. Nach den Optis (230 Boote) stellen die Laser Radial die zweitstärkste Flotte (108). Nacra 15 und Cadet stehen mangels Masse vor der Absage. Zur TW segeln sonst nur noch die J22 (German Open), Trias sowie die „Dickschiffe“. Auf der Seebahn werden die Mittelstrecke, eine Langstrecke (100 Seemeilen) und „Up & Down“ gesegelt.

 Jens Kürbis

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