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Flüchtlinge in Bussen willkommen

St. Lorenz Nord Flüchtlinge in Bussen willkommen

Stadtverkehr Lübeck bringt Infoflyer in englischer und arabischer Sprache heraus.

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Saif Sadooa (l.) und Gahssan Alazwe aus dem Irak schauen sich den neuen Infoflyer an.

Quelle: Felix König

St. Lorenz Nord. Seit drei Monaten ist Gahssan Alazwe in Deutschland. Der Iraker lebt in der Gemeinschaftsunterkunft in der Sporthalle am Ratekauer Weg. Bus ist er hier auch schon gefahren. „Es war nicht einfach, den Fahrplan richtig zu lesen“, sagt der 29-Jährige, der gerade die deutsche Sprache lernt. „Aber jetzt ist es einfacher.“

Denn der Lübecker Stadtverkehr hat sich auf die Bedürfnisse der Geflüchteten in Lübeck eingestellt und einen Informationsflyer in englischer und arabischer Sprache herausgebracht. „Integration bedeutet für uns auch, dass man gemeinsam Busfahren kann“, sagt Willi Nibbe, Geschäftsführer des Lübecker Stadtverkehrs und der Lübeck-Travemünder Verkehrsgesellschaft.

In dem neuen Flyer stehen Informationen zu Fahrkarten, Preisstufen sowie wichtige Adressen für behördliche Gänge. Dass Busfahren für Menschen, die gerade in Deutschland angekommen sind, nicht besonders einfach ist, weiß Günter de Groot, Bereichsleiter Obdach und Asyl der Gemeindediakonie Lübeck. „Vor etwa drei Wochen haben wir einem Asylbewerber eine Mehrfachfahrkarte gegeben, damit er in die Stadt fahren kann“, sagt de Groot. „Aber er hatte sie am Eingang nicht abgestempelt, weil er es nicht wusste. Prompt kam ein Kontrolleur und er wurde unabsichtlich zu einem Schwarzfahrer.“ Es seien die ganz alltäglichen Dinge beim Busfahren, die viele Geflüchtete nicht kennen.

Auch Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) freut sich über die neuen Angebote für Flüchtlinge. „Wir wollen die Voraussetzungen schaffen, dass sie am ganz normalen Leben in Lübeck teilnehmen können“, sagt Saxe zu den sieben Flüchtlingen, die bei der Präsentation des Infoflyers dabei sind. Dazu gehöre natürlich zunächst das Erlernen der deutschen Sprache. „Aber da es bis dahin noch ein wenig dauern könnte, gibt es bis dahin Infos zum Busfahren auch in anderen Sprachen. Herzlichen willkommen in Lübeck und in Lübecks Bussen.“

Bei dem Infoflyer hat sich der Lübecker Stadtverkehr an Städten wie Berlin oder Hamburg orientiert, die diese Angebote für Flüchtlinge schon bereitgestellt haben. Bei der Übersetzung wurde mit einer Agentur zusammengearbeitet. „Ich hoffe, dass auch alles richtig ist“, sagt Willi Nibbe zu den Flüchtlingen, die sofort einen Blick auf den Flyer werfen und kurz danach grünes Licht geben. „Alles richtig, keine Rechtschreibfehler“, sagt Gahssan Alazwe.

han

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