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„Hand in Hand“ den Flüchtlingen helfen

Lübeck „Hand in Hand“ den Flüchtlingen helfen

Ehrenamtlicher Einsatz soll gebündelt werden: Fünf Organisationen planen ein Lübecker Netzwerk für die Flüchtlingshilfe.

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Die Initiatoren des neuen Netzwerkes: Anke Seeberger (v. l.), Sabriye Bücücüler, Inga Gottschalk, Dr. Peter Delius und Antje Peters-Hirt wollen die Flüchtlingshilfsprojekte in Lübeck miteinander verknüpfen und Ehrenamtlern den Rücken stärken.

Quelle: Torsten Teichmann

Ein Forum der Flüchtlingshilfe. Die Integration von Tausenden von Flüchtlingen in Lübeck ist eine gewaltige Aufgabe mit vielen Hürden, aber auch eine Riesenchance für eine gesellschaftliche Belebung. Um Ehrenamtlern bei der Flüchtlingshilfe mehr Rückhalt und Unterstützung zu geben, wollen Antje Peters-Hirt vom Verein „Klopf Klopf — Lübeck ist weltoffen“, Sabriye Bükücüler von „Elele Lübeck“, Inga Gottschalk vom Forum für Migrantinnen und Migranten, Anke Seeberger von der Lübecker Stabsstelle Integration und Koordination der Flüchtlingsarbeit und Dr. Peter Delius vom Lübecker Bürgerkraftwerk ePunkt einen großen Brückenschlag wagen: ein Netzwerk für die Flüchtlingshilfe.

„Unser gesamtgesellschaftliches Leben wird sich an der Frage entscheiden, wie — und wie schnell — sich die vielen Flüchtlinge in Lübeck als Neubürger integrieren können“, betonte das Organisationsteam gestern im Kolosseum bei der Vorstellung des Projektes. Bereits jetzt gebe es zahlreiche ehrenamtliche Initiativen, ohne deren Engagement eine Integration der Flüchtlinge kaum denkbar sei. Antje Peters-Hirt: „Jeder und jede zählt in diesem Prozess.“ Ziel sei es, ehrenamtliche Projekte der Flüchtlingshilfe zu unterstützen, „indem wir sie sichtbar machen, die Angebote dokumentieren und die Arbeit einem möglichst großen Kreis Gleichgesinnter und Interessierter vorstellen“, betonte das Organisationsteam.

Auftakt für das künftige Netzwerk ist eine Informationsveranstaltung mit Organisationen und Ehrenamtlern, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren, am Sonnabend, 30. Januar, von 11 bis 17 Uhr im Foyer des Kolosseums, Kronsforder Allee 25. Eingeladen dazu sind „alle Menschen, die ihr Engagement vorstellen möchten oder die ein ehrenamtliches Betätigungsfeld suchen“ (siehe Infotext).

Mit dem Netzwerk soll eine Flüchtlingshilfe „Hand in Hand“ aufgebaut werden. Die Info-Veranstaltung will „engagierten Ehrenamtlern aber auch Bürgern, die sich noch nicht in der Flüchtlingsarbeit engagieren, die Möglichkeit bieten, ihre Fähigkeiten sprachlicher, kultureller, sozialer und handwerklicher Art einzubringen, „um den Integrationsprozess zu bereichern“. „Wir wollen ein Forum bieten“, sagte Antje Peters-Hirt. Zahlreiche Organisationen und Initiativen seien schon angeschrieben worden. „Die Hansestadt hat ein besonderes Interesse an diesen Initiativen. Wir sind auf die Arbeit der Ehrenamtler angewiesen“, betonte Anke Seeberger. In der Stadtverwaltung wurden zwei neue Planstellen für Koordinatoren der Flüchtlingsarbeit geschaffen. Seeberger: „Wir müssen die ehrenamtliche und institutionelle Arbeit zusammenbinden. Anders schaffen wir das nicht.“ Sabriye Bükücüler unterstrich dies: „Wir müssen Hand in Hand arbeiten für ein gutes und friedliches Miteinander von Lübeckern und Neubürgern.“

Dr. Peter Delius sieht große Zukunftschancen. „Mit der Integration der Flüchtlinge kommt Schwung und Lebendigkeit in unsere Gesellschaft hinein.“ Er mahnte aber, in der Flüchtlingsarbeit stetig am Ball zu bleiben: „Die Halbwertzeit von Hilfsbereitschaft ist kurz.“ Das Netzwerk schaffe wichtige Strukturen und werde zu einer Anlaufstelle für Ehrenamtler. Inga Gottschalk hofft, dass mit Hilfe des neuen Netzwerkes „bürokratische Hürden eingerissen werden“. Sie wies darauf hin, dass nicht selten die Helfer selbst Hilfe bräuchten: Viele in der Flüchtlingshilfe engagierte Ehrenamtler „arbeiten bis zum Umfallen“.

Vorstellung von Projekten
soll die Informationsveranstaltung am Sonnabend, 30. Januar, von 11 bis 17 Uhr im Kolosseum sein. An diesem Tag wird auch der Startschuss für das Netzwerk gegeben. Das Organisationsteam lädt „alle Menschen ein, die ihr Engagement in der Flüchtlingshilfe vorstellen und Erfahrungen austauschen möchten oder die ein ehrenamtliches Betätigungsfeld suchen.



Anmeldungen von Organisationen sind bis kurz vor der Veranstaltung möglich per E-Mail an integration@luebeck.de. Infos auch bei der Stabsstelle Integration — Koordinierung Flüchtlingsarbeit, Telefon: 0451/ 122 64 40.

Torsten Teichmann

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