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Firmen vergeben viele Jobs an Flüchtlinge und EU-Bürger

Bad Oldesloe/Bargteheide Firmen vergeben viele Jobs an Flüchtlinge und EU-Bürger

Wegen des guten Arbeitsmarktes in Stormarn beschreiten Unternehmen neue Wege.

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„An der Bezahlung für die ungelernten Arbeitskräfte kann es nicht liegen.“ Steffen Ralfs, Bad Oldesloe

Bad Oldesloe. Fast 5200 freie Stellen im Durchschnitt des vergangenen Jahres, aber nur 4700 Arbeitssuchende — die gut laufende Konjunktur in Stormarn stellt die Unternehmen vor Herausforderungen, um neue Mitarbeiter zu gewinnen. Eine Bargteheider Pflegeeinrichtung möchte einen Flüchtling beschäftigen, und eine Firma in Bad Oldesloe bildet zehn neue Schienenschweißer aus, die aus Kroatien stammen.

Christiane Kiesel von den Pflegeeinrichtungen Steinbuck in Bargteheide hatte Anfang Dezember während des Unternehmerfrühstücks der Agentur für Arbeit in Bad Oldesloe Interesse signalisiert, eine Zuwanderin aus dem Iran als Küchenhelferin zu beschäftigen. „Doch so schnell geht das nicht“, hat Christiane Kiesel gut vier Wochen später festgestellt. Die Stelle im Helferbereich — es geht um einen Job in der Zentralküche — sei weiterhin ausgeschrieben: „Es sind aber keine Bewerbungen da.“

Deshalb, so Christiane Kiesel weiter, bestehe die Hoffnung, dass die Frau aus dem Iran zum 1. Februar mit ihrer Tätigkeit für die Pflegeeinrichtung beginnen könne: „Leider haben wir bisher noch keine Antwort von der Ausländerbehörde bekommen.“

Der Vorgang lag gestern noch bei der Oldesloer Agentur für Arbeit. „Es fehlten noch Angaben“, erläuterte Sprecher Stefan Schröder. Nachdem die Daten komplett seien, könne der Antrag schnell bearbeitet und an die Ausländerbehörde weitergeleitet werden. „Ich gehe davon aus, dass die Frau aus dem Iran dann im Februar anfangen kann“, sagte Stefan Schröder.

Das wäre eine gute Nachricht für die Pflegeeinrichtungen Steinbuck, die bereits Erfahrungen mit dem Beschäftigung von ausländischen Arbeitnehmern gemacht haben. Dies treffe nicht nur für Serviceleistungen, sondern auch für den Pflegebereich zu, erläuterte Christiane Kiesel: „Wir haben Mitarbeiterinnen aus Spanien, Bulgarien und Italien.“ Wichtig sei, den neuen Beschäftigten die Sprachkenntnisse zu vermitteln. Die Pflegeeinrichtungen in Bargteheide nutzen dabei die in dem nahen Bildungszentrum laufenden Deutschkurse. „Glücklicherweise sind einige dabei, die Grundkenntnisse haben“, so Christiane Kiesel.

Bisher ohne Erfolg sind die Bemühungen von Steffen Ralfs, Geschäftsführer der Klaus Thormählen GmbH in Bad Oldesloe, geblieben, potenzielle Mitarbeiter im Anschluss an das Unternehmerfrühstück zu gewinnen. Gesucht werden Schienenschweißer, weil das Unternehmen Arbeiten im Auftrag der Bahn übernimmt. „Es wäre schon ein großer Zufall, wenn ein Flüchtling aus Syrien dabei wäre“, meinte Steffen Ralfs.

Also hat sich das Unternehmen dazu entschieden, zehn Schienenschweißer auszubilden, die aus Kroatien kommen. Weil das Land zur Europäischen Union gehört, gebe es keine Probleme mit der behördlichen Zustimmung. Die Schweißer werden innerhalb von vier Wochen ausgebildet — trotzdem gebe es für diese Jobs kaum deutsche Bewerber. „Nur einer war dabei“, sagte Steffen Ralfs. Vermutlich seien die Bedingungen nicht lukrativ, weil im Schichtdienst und auch an Wochenenden gearbeitet werden müsse. „An der Bezahlung für die ungelernten Arbeitskräfte kann es nicht liegen, denn ein Mitarbeiter kommt auf 2000 Euro netto im Monat“, so der Geschäftsführer.

Michael Thormählen

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