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Lübeck

Hier können Sie Flüchtlingen helfen Lübeck

Die Vorwerker Diakonie und die Gemeindediakonie betreuen in Lübeck die Flüchtlinge. Sie können jetzt Hilfe gebrauchen.

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Wafa Al-Sayes (36) schaut sich mit Tochter Mayer (fünf Monate) Spenden in der Kleiderbox an. Das Sortieren und Verteilen ist viel Arbeit für die ehrenamtlichen Mitarbeiter. Sie bitten daher dringend, nur Kleidung abzugeben, die die Spender selbst noch tragen würden.

Quelle: Fotos: Künzel (3), Maxwitat

Lübeck. Menschen, Schicksale, Tragödien. Man möchte die Not der Flüchtlinge nicht zu Zahlen machen, aber zum Helfen gehört in Lübeck jetzt auch Rechnen. In diesem Jahr kommen insgesamt 2400 Flüchtlinge nach Lübeck, bis Ende des Jahres noch 1500 Menschen in Not. Für die Gemeindediakonie Lübeck bedeutet das, dass sie pro Woche rund 100 Menschen empfängt, berät und betreut.

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Kai Bauer (v. l.), Stanley Jakubeck, Heike Behrens und Mudy Amraya vom Flüchtlingsforum.

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Anfang des Jahres waren es 20 Flüchtlinge wöchentlich. Viele Menschen wollen nun helfen und fragen sich wie?

1. Wo kann ich welche Sachspenden abgeben? Seit März betreibt die Gemeindediakonie Lübeck die „Kleiderbox“ in der Schwartauer Allee 15a. Momentan sind die Lager randvoll, aber ab Mitte Oktober kann wieder gut erhaltene Winterkleidung sowie gebrauchtes Spielzeug abgegeben werden. Gebraucht werden insbesondere Kinderkleidung, Buggys, Kinderwagen. Außerdem: Geschirr, Besteck, Handtücher und Bettwäsche.

Zuständig ist Sonja Schmidt ( schmidt@gemeindediakonie-luebeck.de), und ehrenamtliche Helferinnen sortieren die Spenden und verteilen sie an die Asylsuchenden. Möbel und Elektrogeräte sollten nicht vorbeigebracht werden. Dafür gibt es die Sozialläden Novi-Life (Telefon: 0451/29289530, www.faw.de) und die Brockensammlung (0451/76809, www.brockensammlung-luebeck-ev.de) Die Vorwerker Diakonie nimmt jugendliche Flüchtlinge, die ohne Eltern unterwegs sind, in Obhut. Die Einrichtung freut sich über gebrauchte, aber voll einsatzfähige und verkehrssichere Fahrräder. Ansprechpartnerin ist Kathrin Kandel, E-Mail: kathrin.kandel@vorwerker-diakonie.de.

„Damit wollen wir die Mobilität der jungen Menschen erhöhen“, sagt Lutz Regenberg. Außerdem können Winterjacken und -kleidung für Jungen ab 14 Jahren abgegeben werden. Als Hilfe zur Integration sind Büchergutscheine, Kinokarten oder andere „niedrigschwellige kulturelle Angebote“ sinnvoll. Informationen unter Telefon 0451/400250136.

Erstaufnahme am Volksfestplatz: Koordinator ist das Deutsche Rote Kreuz. Kontakt per Email unter TeamSH@drksh.de und per Tel. 0451/4815120

2. Ich möchte Flüchtlingen Wohnraum anbieten, geht das? Laut Günter de Groot von der Gemeindediakonie ist derzeit das größte Problem, die Flüchtlinge zu empfangen und sie überhaupt unterzubringen. Wer ein WG-Zimmer oder eine Wohnung zu vermieten hat, kann sich per E-Mail bei der Wohnungsvermittlung melden ( wohnungen@gemeindediakonie-luebeck.de). „Flüchtlinge, die die Unterkünfte verlassen, haben auf dem freien Markt so gut wie keine Chance“, sagt de Groot. Allerdings sind längerfristige Lösungen wichtig. „Wenn die Asylverfahren durch sind, brauchen die Menschen ein richtiges Zuhause.“ Auch die Vorwerker Diakonie hofft auf die Bereitschaft, Wohnraum zu vermieten (Kontakt: 0451/ 400 250136). Ansprechpartner gibt es auch bei der Stadt (Telefon: 122/6437, -6412 und fluechtlingsunterbringung@luebeck.de).

3. Kann ich mein Gästezimmer als vorübergehende und kostenlose Notunterkunft zur Verfügung stellen? Laut Gemeindediakonie ist das nicht sinnvoll. Die Flüchtlinge, die hier ankommen, haben meist keinerlei Sprach- und Ortskenntnisse und müssen zunächst intensiv von Mitarbeitern betreut werden. Dies kann aber nur gewährleistet werden, wenn die Flüchtlinge nicht über die ganze Stadt verteilt sind, sondern im Idealfall in einem Haus oder Häuserblock leben.

4. Ich möchte mich ehrenamtlich engagieren. Was kann ich tun? Derzeit melden sich täglich bis zu 40 Lübecker bei der Gemeindediakonie, die helfen möchten. „Das ist wunderbar, und wir sind sehr dankbar“, sagt de Groot, „doch angesichts der Neuaufnahmen, haben wir kaum Kapazität, die Hilfe zu koordinieren.“ Hilfreicher sind Leute, die viel Zeit haben und schnell einspringen können. Wer in den Unterkünften tätig sein möchte, sollte Monika Becker kontaktieren Tel. 0173 - 715 638 0, ( becker@gemeindediakonie-luebeck.de). Außerdem kann man sich bei der Gemeindediakonie im Projekt „Flow“ und bei Sprachpartnerschaften einbringen ( www.gemeindediakonie-luebeck.de).

5. Welche Netzwerke gibt es noch? Das Lübecker Migranten-Netzwerk „Lumine“ ( Lumine@kabelmail.de) bündelt ehrenamtliche Hilfe jeglicher Art, speziell aber auch von Ärzten, Rechtsanwälten, Lehrern, Therapeuten und anderen Fachleuten. Das Projekt „Unity“ ( www.unity-hl.de) fördert den kulturellen und sprachlichen Austausch zwischen Schülern und Flüchtlingskindern. Das Lübecker Flüchtlingsforum (Flüfo) tritt politisch für die Rechte von Flüchtlingen ein ( www.fluechtlingsforum.de). Im „Café Welcome“ im Blauen Engel wollen die Initiatoren einen Raum schaffen, „in dem sich die Welt der Geflüchteten mit denen der Lübecker überschneidet“. Treff: mittwochs, ab 17 Uhr, Clemensstraße 8 ( www.blauerengel-luebeck.de). Außerdem gibt es Facebook-Gruppen wie Lübecker Flüchtlingshilfe ( www.facebook.com/groups/ 755747124532418) oder „Flüchtlinge — Willkommen in Lübeck“ ( www.facebook.com/welcometoluebeck)

6. Gibt es die Möglichkeit, sich stadtteilbezogen zu engagieren? Auch Kirchengemeinden stellen Projekte auf die Beine und bieten Begegnungen mit Flüchtlingen. Einfach in der Gemeinde vor Ort fragen.

Und zuletzt betont Lutz Regenberg , was jetzt ebenso dringend gebraucht wird: „Solidarität! Menschen, die sich in ihrem Umfeld oder am Stammtisch gegen fremdenfeindliche Sprüche stark machen — das ist für unsere Arbeit ungemein wichtig.“

Hilfe auf der Walli

Die Alternative e.V. auf der Wallhalbinsel hat bereits über 1000 Flüchtlinge ehrenamtlich untergebracht, betreut und versorgt. Auch hier ist Ihre Hilfe gefragt:

  • Die Alternative bittet dringend um Hilfe bei der Organisation von Duschkabinen
  • Geldspenden für die Fähr-Tickets können bei der Alternative abgeben werden oder aber überwiesen werden an das Lübecker Flüchtlingsforum - Infos gibt es hier. "Auch wenn wir bereits eine tolle Koorperation und Sondertarife mit der TT-Linie haben, sind diese Geldspenden sehr wichtig", sagt Holger Bachmann-Wulf.
  • Kinderärzte werden dringend gesucht.
  • Freiwillige Helfer werden gesucht, die Bettwäsche und Laken abholen, waschen und trocknen .
  • Es werden noch Freiwillige zur Unterstützung für Putz- und Essensdienste gesucht. Sie können sich am Info-Punkt am Eingang der Walli melden.
  • Auch wenn die Stadtwerke bereits Busse zur Verfügung gestellt haben, werden noch Fahrer gesucht, die Flüchtlinge vom Bahnhof abholen, oder auch zu den Fährterminals bringen.
  • Es fehlen Freiwillige, die die Kinder der gestrandeten traumatisierten Menschen zwischenzeitlich betreuen .
  • Es werden Übersetzer gesucht die  Farsi, Paschtu sprechen, und Übersetzer der  Sprachen Eritreas .
  • Alle Helfer bittet Holger Bachmann-Wulf um Flexibilität und viel Geduld. "Wir planen hier von einer Stunde zur nächsten.", so Bachmann-Wulf.
  • Ab sofort ist auch ein HELFERINNEN-TELEFON eingerichtet. Hier könnt ihr anrufen, um euch in Schichtpläne einzutragen, zu erfragen, was gebraucht wird usw.: 0157-50361462

Alle Informationen zu den benötigten Dingen gibt es auch auf Facebook auf der Seite des Flüchtlingsforums Lübeck.

Am Eingang des Zentrums der "Alternative e.v." gibt es einen Infopunkt, an dem sich Freiwillige melden können.

Unterkünfte und Betreuer

1250 Flüchtlinge betreut die Gemeindediakonie aktuell in 25 Gemeinschaftsunterkünften sowie diversen Wohnungen und Hotels an weiteren 13 Standorten in Lübeck. 330 Flüchtlinge befinden sich in der dezentralen Betreuung. Sie haben die Gemeinschaftsunterkünfte verlassen, nehmen die Betreuungs- und Beratungsangebote aber noch in Anspruch. Die Gemeindediakonie beschäftigt derzeit 50 hauptamtliche Flüchtlingsbetreuer. Dazu kommen zahlreiche ehrenamtliche Helfer.


Informationen gibt es auch bei Hansestadt Lübeck. Unter der Telefonnummer 0451/1222795 und per E-Mail an asyl-koordinierung@luebeck.de.
Angebote für Kinder von Flüchtlingen
Die Initiative von Kirsten Schneier und Cornelia Döbler ist ein Beispiel dafür, wie Hilfe gelingen kann. „Wir sind eine Gruppe von Frauen unterschiedlichen Alters und mit verschiedenem beruflichen Hintergrund“, sagt Schneier. „Wir möchten ein Projekt für Flüchtlingskinder auf die Beine stellen.“ Gemeinsam mit Belina Lahrman, Dany Völker, Katja Salewski, Sivi Kiru und anderen will sie einen Beitrag leisten, dass sich Flüchtlingskinder schnell integrieren und gut aufgenommen fühlen.
„Wir haben daher Kontakt zu Lehrern aufgenommen, die Deutsch als Zweitsprache (DaZ) unterrichten und erfahren, dass ein großer Bedarf an Hausaufgabenhilfe und Unterstützung besteht“, erklärt Döbler und nennt als Beispiel Schreibübungen. „Arabische Kinder, die in ihrem Heimatland bereits die Schule besucht haben, müssen neben unseren Schriftzeichen auch lernen — statt von rechts nach links — nun von links nach rechts zu schreiben.“
Über das Erlernen der deutschen Sprache in den DaZ-Zentren hinaus möchte die Gruppe Unternehmungen organisieren, bei denen jedes Kind von einem Lübecker Schüler als Pate begleitet wird. Schneier:
„Wir denken, dass es wichtig ist, den Kindern neben dem Sprachunterricht das Gefühl zu vermitteln, ein normales, kindgerechtes Leben zu führen.“ Die Paten könnten sich zudem einmal die Woche treffen und unter Aufsicht ehrenamtlicher Helfer gemeinsam spielen oder basteln und einmal im Monat etwas unternehmen (Filme ansehen, Fußball spielen, Essen kochen). „Alle Aktivitäten sollen durch Spenden finanziert werden, und für alle Angebote benötigen wir nun ehrenamtliche Helfer“, sagt Schneier und hofft auf viel Resonanz. kü


Kontakt und Informationen per E-Mail an kidzcare.luebeck@posteo.de

Cosima Künzel

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