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Auf den Spuren der Auswanderer
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Klütz Auf den Spuren der Auswanderer

19 Reisende aus dem Klützer Winkel und Grevesmühlen besuchten Neuseeland und Orte, die Vorfahren besiedelten.

Klütz. Eine spannende Reise in die Vergangenheit und teilweise in die Geschichte ihrer Vorfahren haben 19 Frauen und Männer aus Grevesmühlen und dem Klützer Winkel unternommen. Sie reisten für drei Wochen nach Neuseeland, wohin im 19. Jahrhundert 26 Familien aus Klütz, Tarnewitz, Reppenhagen, Dassow, Warnow, Barnekow und Wismar auswanderten.

1844 segelten sie mit der „Skjold“ von Hamburg aus nach Neuseeland und gründeten nahe der Stadt Nelson die Orte Sarau (heute Upper Moutere), Ranzau (heute Hope) und Neudorf (nicht mehr existent).

Im Gegensatz zu den damaligen Auswanderern, die einige Monate mit dem Segelschiff unterwegs waren, hatte die Reisegruppe eine wesentlich kürzere und komfortablere Reise mit dem Flugzeug. In Auckland angekommen, erlebten sie einen prächtigen Frühling und waren völlig beeindruckt von der Natur des Landes. Davon und von Besuchen der Orte der damaligen Auswanderer berichten in den nächsten Wochen unter anderem Lothar Birzer und Pastorin Pirina Kittel mit vielen Bildern der Reise.

In Orten wie Puhoi, Sanson, Upper Moutere oder Hope trafen die Mecklenburger viele Menschen, die die Geschichte der Auswanderer kannten. Einige sind in der dritten oder vierten Generation mit ihnen verwandt. Sie halten dort die Erinnerung an die Siedler aus Deutschland wach. Die hatten im 19. Jahrhundert Kirchengemeinden gegründet, die größtenteils noch heute existieren.

In der Kirchengemeinde von Upper Moutere (früher Sarau) wurden die Deutschen für zwei Nächte in viele Familien eingeladen und unternahmen verschiedene Ausflüge. So lernten die Mecklenburger einzeln das Leben in Neuseeland kennen. „Ich war bei einer Familie, die hatte einen Bauernhof, nur um sich selber zu versorgen. Sie haben Gemüse angebaut und ein paar Tiere gehalten. Beide hatten daneben auch noch Jobs, aber er war schon Frührentner“, berichtet Lothar Birzer von dem Aufenthalt bei den Neuseeländern. „Sie hatten auf dem Grundstück eine 150 Jahre alte Eiche, die ein Deutscher Auswanderer gepflanzt hatte und waren ganz stolz, sie uns zeigen zu können.“

Außerdem traf die Gruppe auf einen „jüngeren“ Auswanderer. Eddi war Mitte der 1970er Jahre als 17-Jähriger mit seiner Mutter über die Donau aus dem Ostblock geflüchtet. Sie wurden aufgegriffen und in der DDR inhaftiert. Nachdem sie freigekauft worden waren, suchte Eddi sein Glück in der Welt und landete in Neuseeland. „Eddi sprach mit uns das erste Mal nach 35 Jahren Deutsch“, berichtet Lothar Birzer. „Er hat unglaublich viel erlebt, war in Australien, in Korea, bevor er nach Neuseeland kam und hat sich da viel aufgebaut.“ Dass er bei den Mecklenburgern auf Zuhörer stieß, die seine Geschichte durchaus verstehen konnten, habe Eddi überwältigt.

Auf neuseeländischer Seite hatte Barry Brown die Reise mitorganisiert und mit den Deutschen sozusagen als Reiseleiter die Orte besucht. Er ist selbst Nachfahre der mecklenburgischen Auswanderer von 1844 und war schon einige Male zu Besuch in Klütz, auch um über die Geschichte seiner Vorfahren zu informieren.

Lothar Birzer hat während der dreiwöchigen Reise einige Tausend Fotos geschossen. „Einige aus der Gruppe haben noch mehr fotografiert. An Motiven mangelt es da nicht“, sagt Lothar Birzer. So wird er beim Vortrag am 22. Februar in Boltenhagen im Gemeindehaus der Kirche viele schöne Aufnahmen von breiten Schluchten, tiefen Fjorden, schneebedeckten Bergen, Vulkanen und grünen Hochweiden zeigen.

Auch einen Wal und Delphine konnten die Reisenden fotografieren. Schon jetzt ist für einige aus der Gruppe sicher, dass sie nicht zum letzten Mal in Neuseeland waren — auch wenn die Reise nicht ganz günstig war. Sie haben dort Kontakte geknüpft, fast schon Freundschaften geschlossen.

Vortrag mit Pirina Kittel und Lothar Birzer: 22. Februar im Gemeindehaus der Kirche

Ich habe einige Tausend Fotos gemacht. An Motiven mangelt es nicht.“Lothar Birzer, Teilnehmer der Reise

Malte Behnk

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