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Stille im Schnee: Kitzbühel ist mehr als ein Ski-Ort
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Kitzbühel Stille im Schnee: Kitzbühel ist mehr als ein Ski-Ort

Die Streif gehört wohl zu den spektakulärsten Rennstrecken der Welt. Doch wer einen Winterurlaub in Kitzbühel genießen will, muss sich nicht unbedingt auf zwei Brettern steile Berge hinunterstürzen. Man kann auch den Schneehühnern lauschen.

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Engelbert Prohaska ist Wanderführer in Kitzbühel. Im Gelände rund um die Hochwildalm ist er abseits des Skizirkus oft ganz allein unterwegs.

Quelle: Verena Wolff

Kitzbühel. Ganz leise tönt das Gackern aus der kleinen Baumgruppe im tiefen Schnee. Doch zu sehen ist nichts. Die Schneeschuhwanderer bleiben stehen, hören in die Stille am Großen Gebra, versuchen die Töne zu orten.

Das Gipfelkreuz ist noch gut 200 Höhenmeter entfernt. Die Geräusche kommen von Schneehühnern, die sich auf die Geburt des Nachwuchses vorbereiten und geschäftig gackern.

Es ist ruhig an diesem Samstag, wie eigentich immer im Gebiet um die Hochwildalm in Aurach bei Kitzbühel. Ein paar Tourengeher sind unterwegs auf den Bischof, den Großen Gebra und die anderen Zweitausender, die von der Hütte in 1557 Metern Seehöhe zu erreichen sind. Und ein paar Schneeschuhwanderer, die hier bis in den späten März gute Bedingungen finden.

Schneehühner sind nicht die einzigen Tiere, die Wintersportler zu Gesicht bekommen. „Manchmal sieht man schon die ersten Murmeltiere, wenn es auf Ostern zugeht“, sagt Engelbert Prohaska, Wanderführer in Kitzbühel. Auch Gemsen und Hirsche sind unterwegs oberhalb der Hochwildalm. Hier werden sie nur selten gestört. Denn der Trubel in Kitzbühel und den Gemeinden Aurach, Reith und Jochberg spielt sich woanders ab: Auf dem Hahnenkamm und im Ort. In dem 8000-Einwohner-Ort ist die Promi-Dichte legendär.

Doch eigentlich war Kitzbühel mit seinem schmucken, 700 Jahre alten Ortszentrum auch nur eines dieser kleinen Alpen-Dörfer. Wäre da nicht Franz Reisch gewesen, der 1893 vom Kitzbüheler Horn abfuhr - es war die erste hochalpine Skiabfahrt in Österreich. 1955 wurde der erste Golfclub eröffnet und elf Jahre später auf der Seidlalm beschlossen, einen Ski-Weltcup auszutragen.

Eines ist und bleibt unbestritten spektakulär: das alljährliche Rennen am Hahnenkamm. Streif, Mausefalle, Hausbergkante - diese Begriffe hat sogar schon gehört, wer das Weltcuprennen der Abfahrer nur aus dem Fernsehen kennt. Doch man muss nicht skifahren, um Kitzbühel im Winter zu genießen: Winter- und Schneeschuhwandern, Langlaufen, Rodeln, Eisstockschießen, Wintergolfen - die Liste lässt sich noch um verschiedene Indoor-Angebote fortsetzen.

Jeder, der den Winter draußen verbringen will, findet zahlreiche Angebote. Auf der Bichlalm ist nach zehn Jahren Pause wieder ein Lift in Betrieb. Schon auf der Fahrt, mit der 700 Höhenmeter überwunden werden, gibt es traumhaftes Sightseeing - wenn die Sonne scheint und die Sicht gut ist. So kann man von den Kitzbüheler Südbergen bis zum Alpenmassiv der Hohen Tauern schauen.

Flachlandtiroler müssen sich aber an die sportlichen Kitzbüheler gewöhnen. So werden bei einer „leichten“ Wanderung mit Bergführer Engelbert 400 Höhenmeter überwunden, bei mittlerer Schwierigkeit sind es schon 800 Höhenmeter. Auch die Tour auf den Großen Gebra gilt für Tourengeher als leicht - sagt Engelbert.

dpa

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