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Lübeck Weniger junge Leute kaufen ein Auto

Studie: Bei ihnen steht das eigene Fahrzeug nicht mehr so hoch im Kurs wie früher.

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„Früher war das erste Auto ein großer Traum.“Ferdinand Dudenhöffer, Experte

Lübeck/Duisburg. Junge Menschen verlieren die Lust am eigenen Auto. Das behauptet Automobil-Experte Prof. Ferdinand Dudenhöffer. Der Fahrlehrerverband Schleswig-Holstein bestätigt den Trend. Hiesige Autohändler wollen davon jedoch nichts wissen.

Laut einer Studie des Center Automobil Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen steigt das Alter der Autokunden – stärker als es die demographische Entwicklung bedingen würde. Der klassische Neuwagenkäufer ist heute knapp 53 Jahre alt. 1995 war er noch gut 46 Jahre alt. Nun könnte man meinen, dass junge Leute wegen eines schmalen Portemonnaies eher auf preisgünstige Gebrauchtwagen zurückgreifen. Doch die Alterung beim Gebrauchtwagenkäufer fällt noch etwas höher aus. Von 1995 bis 2017 ist das Durchschnittsalter von 37,5 auf knapp 45 Jahre gestiegen. Die junge Generation steigt wegen der Preissteigerungen für Neuwagen also nicht verstärkt auf Gebrauchte um.

Für Automobil-Papst Dudenhöffer hat sich ein gesellschaftlicher Wandel vollzogen. „Früher war das erste Auto ein großer Traum. Heute erzählt die junge Generation von ihren Apps und ihren Urlaubsreisen.“ Abenteuer würden junge Menschen nicht mehr mit Mechanik verbinden. „Auto ist Alltag, deshalb weniger begehrlich“, sagt Dudenhöffer. Er sieht gerade bei jüngeren Menschen eine wachsende Abkehr vom Auto als Prestigeobjekt. Zudem machten Angebote wie Car-Sharing möglich, „ein Auto zu haben, ohne es zu besitzen“. Gerade in Ballungsräumen werde davon immer häufiger Gebrauch gemacht. „Die junge Kundschaft nimmt bei uns deutlich zu“, bestätigt Rüdiger Horbank von Statt-Auto Lübeck.

Andere junge Menschen verweigern sich offenbar ganz – möglicherweise aus Umweltschutzgründen. Daten des statistischen Bundesamtes zeigen, dass der Anteil der Autofahrer bei den 18- bis 24-Jährigen in den vergangenen sechs Jahren dramatisch gefallen ist: von 56 auf 40 Prozent. Lübecker Autohäuser teilen auf Anfrage mit, das Phänomen nicht zu spüren – oder schon immer wenig junge Kundschaft gehabt zu haben.

„In den städtischen Bereichen sitzen spürbar weniger junge Leute im Fahrschulunterricht“, sagt dagegen Frank Walkenhorst, Vorsitzender des Fahrlehrerverbands Schleswig-Holstein. Er vermutet, dass die junge Generation verstärkt auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigt, zumindest dort, wo Kommunen ein attraktives Angebot machen. Ein möglicher Grund für ihn: Die Kosten für einen Führerschein in Höhe von rund 2000 Euro (Klasse B) könnten junge Leute zum Umsteigen veranlassen.

Besonders drastisch ist die Lage in Berlin. Dort sagen Autohändler unverhohlen, dass selbst günstigste Finanzierungsangebote, niedrige Leasingraten und „Flatrate“-Pakete junge Leute kaum mehr zum Autokauf bewegen würden.

Die Automobilhersteller haben aber auch noch ein weiteres Problem: Die immer älteren Autofahrer wechseln ihre Wagen deutlich später. 1995 haben Autofahrer sich im Schnitt nach 6,8 Jahren einen neuen Wagen geleistet. Heute liegt die Zeitspanne bei 9,3 Jahren.

Curd Tönnemann

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