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Blick in die Zukunft der Uni-Klinik

Lübeck Blick in die Zukunft der Uni-Klinik

2015 rollen die Bagger. 2021 wird das UKSH nicht mehr wiederzuerkennen sein.

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Das Gesamtkonzept: Das jetzige Zentralklinikum (rosafarben) wird erweitert um den Neubau (rot). Dort wird der Haupteingang platziert. Dorthin gelangen die Besucher und Patienten über die neue Zufahrt von der Ratzeburger Allee. Das Auto muss dann im Parkhaus (blau) abgestellt werden. Die Notaufnahme wird in den Neubau verlegt, der Hubschrauberlandeplatz wird auf das Gebäude gebaut. Die Idee des Zentralklinikums: Die Versorgung der Patienten erfolgt im Gebäudekern, davon gehen die Bettenhäuser wie Finger ab.

Quelle: Grafiken: Tönies + Schroeter + Jansen und Sander.Hofrichter

Lübeck. Eines für alle: 2021 wird es nur noch ein riesiges Zentralgebäude des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) geben. Dort werden alle Patienten behandelt.

Der Architekt: Thomas Jansen vom Lübecker Büro „Tönies + Schroeter + Jansen“ blickt auf den Parkplatz im Osten des Uniklinikums. Dort wird der Neubau entstehen. Baustart soll 2015 sein, Ende 2018 soll das Gebäude fertig sein. Jansen hat auch das jetzige Zentralklinikum entworfen.

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Der Gebäudekomplex wird mit 79 000 Quadratmetern Nutzfläche fast doppelt so viel Fläche haben wie jetzt (49000 Quadratmeter). Das Zentralklinikum steht dann auf 180000 Quadratmeter Grundfläche und ist damit so groß wie 17 Fußballfelder. Die Anzahl der Betten wird sich von jetzt 625 auf 1089 Betten erhöhen. 260 Millionen Euro kostet das Mammutprojekt in Lübeck. Ein Konsortium aus BAM und Vamed baut es.

Effizienter, schneller, wirtschaftlicher. So soll der Klinikalltag der Zukunft aussehen. Dafür muss er aber auch im richtigen Gebäude organisiert werden. Und das hat der Lübecker Architekt Thomas Jansen entworfen. Sein Büro sowie Sander/Hofrichter aus Ludwigshafen sind die Planer des lübschen Zentralklinikums. 2021 wird auf dem Campus eine Art „Produktionsstätte“ für gesunde Menschen stehen.

Dazu wird das Areal komplett umgestaltet. Die Zufahrt wird etwas stadtauswärts verlegt. Patienten fahren von der Ratzeburger Allee direkt in ein Parkhaus, das gerade errichtet wird. Sie kommen dann auf das neue Zentralklinikum zu. Dort, wo heute ein Parkplatz ist, entsteht der Neubau samt Haupteingang und Foyer. Dieses Entree- Gebäude wird im Osten an das jetzige Zentralgebäude angebaut.

Der Neubau hat insgesamt sechs Stockwerke und ragt bis zu 23 Meter in die Höhe. Auf dem Dach wird zudem der Hubschrauberlandeplatz errichtet. Derzeit ist er direkt vor der Kinderklinik im Westen des Zentralklinikums. Im Erdgeschoss des Neubaus entsteht die zentrale Aufnahmestelle und die Notaufnahme. Unter anderem werden dort auch kleinere Eingriffe und ambulante Operationen stattfinden. Die derzeitige Notaufnahme im Westen wird somit verlegt. Im ersten Stock wird die komplette Technik eingerichtet, außerdem gibt es dort Bereitschafts- und Personalräume. Das dritte Stockwerk wird eine große, zentrale Operationsabteilung beherbergen — mit 21 Operations-Sälen. Darüber wird im vierten Stock eine zentrale Sterilisationsstation eingerichtet. Eine interdisziplinäre Intensiv-Station sowie eine spezielle Pflegestation werden dort ebenfalls platziert — mit insgesamt 98 Betten. Das fünfte Stockwerk ist allein für Patienten reserviert. Es gibt nur noch Ein- und Zweibettzimmer. Dort sind vier Stationen untergebracht — jede Station hat 40 Betten. Im sechsten Stockwerk sind ebenfalls nur Betten untergebracht: Dort gibt es eine 40-Betten-Station und erstmals auch drei Stationen für Privatpatienten — sie haben je 29 Betten und können auf 40 aufgestockt werden.

Mit dem Bau des neuen Gebäudes soll Ende 2015 begonnen werden. Ende 2018 soll alles fertig sein. Dann werden die Räume bezogen — und die Sanierung des alten Teils des Zentralklinikums beginnt. In acht Abschnitten wird es modernisiert. 2021 soll alles fertig sein. Das jetzige Zentralklinikum wurde in den 80er-Jahren errichtet, 2000 und 2010 dann erweitert. Geplant hat das alles ebenfalls Architekt Jansen. Die Grundidee des Altbaus: Im rechteckigen Gebäudekern findet die Versorgung der Patienten statt. Davon gehen wie Finger die Gebäude ab, in denen Stationen untergebracht sind — die Bettenhäuser. Sie haben in Richtung Norden zwei Geschosse, in Richtung Süden drei. Im Zuge der Sanierung werden die Bettenhäuser vom Gebäudekern durch Glaswände getrennt, so dass immer zwei 40-Betten-Stationen räumlich verbunden werden.

In der äußeren Gestaltung lehnt sich der Neubau an den Altbau des Zentralklinikums an. Bis zum dritten Stock werden die dunkelroten Ziegel der Fassade aufgenommen. Doch im Inneren ist der Neubau anders organisiert als der Altbau. Anstatt die Bettenhäuser wie Finger aus dem Gebäude herausragen zu lassen, werden sie auf das Gebäude draufgesetzt — in Form eines dreistöckigen H‘s. Jansen:

„Dadurch ergibt sich eine leichte Anmutung.“

Wenn alles fertig ist, stehen die beiden denkmalgeschützten Hamburger Häuser auf dem Klinik-Campus leer. Die Herzchirurgie zieht Ende 2018 in den Neubau, die Frauenklinik wird schon früher verlegt.

Sie kommt in einen kleinen Anbau an die Kinderklinik. Der soll bereits in diesem und nächsten Jahr errichtet werden. Frauen- und Kinderklinik sind dann im Westen des riesigen Zentralgebäudes angesiedelt. Ansonsten wird das Zentralklinikum interdisziplinär organisiert.

Josephine von Zastrow

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