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Charakter statt Wildwuchs: Politiker für Schutz des Ortsbilds

Schönberg/Selmsdorf Charakter statt Wildwuchs: Politiker für Schutz des Ortsbilds

Schönberger Stadtvertreter wollen eine Gestaltungssatzung fürs historische Zentrum / Für Teschow stellt die Gemeinde Selmsdorf Regeln für Hausbesitzer und Bauherren auf.

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Immer wieder werden Gebäude in der Altstadt von Schönberg saniert — auch am Goetheplatz. Künftig soll eine Gestaltungssatzung regeln, was die Eigentümer dabei dürfen und was nicht.

Quelle: Fotos: Jürgen Lenz

Schönberg. Was Eigentümer beim Bau und Sanieren von Gebäuden dürfen und was nicht: Das sollen in der Altstadt von Schönberg und im Selmsdorfer Ortsteil Teschow künftig Gestaltungssatzungen regeln. Politiker in beiden Kommunen haben sich ohne Gegenstimmen dafür ausgesprochen, die Regelwerke erarbeiten und in Kraft treten zu lassen.

Schönbergs Bürgermeister Lutz Götze (SPD-Fraktion) sagt: „Ich finde es gut. Man verhindert damit Wildwuchs.“ Mit einer Satzung werde ein Gestaltungsrahmen gesetzt. Das erklärte Ziel: „Der Charakter der Stadt bleibt erhalten.“ Politiker aus allen Fraktionen sehen das so. In diesem Jahr wollen sie eine Ortsgestaltungssatzung für den historischen Teil von Schönberg beschließen.

Damit ging es in Schönbergs Kommunalpolitik bisher nur zögerlich und schleppend voran. Bereits in den 90er Jahren diskutierten Stadtvertreter über eine Ortsgestaltungssatzung fürs historische Zentrum. Schließlich einigten sie sich auf einen Entwurf — der dann aber nie in Kraft trat.

2013 der nächste Anlauf: Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr, Umwelt und Ordnung legt fest, die Ortsgestaltungssatzung überarbeiten zu lassen und zur Rechtskraft zu bringen. Zwei Jahr später präsentiert der Planer Markus Kaupert die möglichen Grundzüge einer Ortsgestaltungssatzung im Ausschuss. Er stellt Fassaden, Dachformen, Fenster und Türen vor, die für drei Bereiche der Altstadt typisch sind. Kaupert gibt den drei Gebieten die Arbeitstitel „Kerngebiet und östliche Vorstadt mit Schlauentrift“, „Villenvorstadt Lübecker Straße“ und „Vorstadt am Gymnasium“. Die Ausschussmitglieder empfehlen am Ende ihrer Diskussion einstimmig, die Arbeiten an einer Ortsgestaltungssatzung für die Altstadt von Schönberg entsprechend der Vorstellung des Rahmenplaners fortzuführen.

Für den Selmsdorfer Ortsteil Teschow bedauert der Planer Martin Hufmann: „Eine Ortsgestaltungssatzung kommt im Grunde 20 Jahre zu spät.“ In Teschow wurden mittlerweile unterschiedlichste Häuser gebaut und beim Sanieren alter Gebäude verwendeten die Besitzer verschiedenste Materialien und Formen. Gemeindevertreter Christian Albeck meint: „Bunter als Teschow geht‘s ja kaum.“ Ortsteil- und Gemeindevertreter befürchten, das alte Dorfbild könnte nun weiterverändert werden. Dem wollen sie mithilfe einer Ortsgestaltungssatzung einen Riegel vorschieben.

Martin Hufmanns Ansicht: „Sie sollte sich auf das Wesentliche beschränken und sich nicht im Kleinlichen verlieren.“

Über die Veränderung des Ortsbilds sagt Claudia Hendreich (SPD-Fraktion): „In jedem Ortsteil hat man diese Problematik.“ Der Bauausschussvorsitzende Bernhard Stoeter (SPD-Fraktion) zeigt sich offen für eine Diskussion über weitere Dörfer.

Eine Ortsgestaltungs-
satzung kommt im Grunde 20 Jahre zu spät.“Martin Hufmann, Planer

Jürgen Lenz

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