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Der Bauboom erreicht die Dörfer

Hamberge/Grabau Der Bauboom erreicht die Dörfer

Wohngebiete und Häuser in zweiter Reihe: Gemeindevertreter entscheiden über die Zukunft.

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In Hamberge können 76 Neubauten entstehen. Nachfrage nach Bauland gibt auch in kleinen Dörfern. FOTOS: THORMÄHLEN, KUHLMANN-SCHULTZ, LN

Hamberge/Grabau. . Weil die Preise in den Städten deutlich nach oben gehen, drängen immer mehr Häuslebauer auf die Dörfer. Als Folge weisen auch kleine Gemeinden neue Flächen aus. „Wir liegen verkehrsgünstig und haben uns für ein größeres Baugebiet entschieden“, sagt Hamberges Bürgermeister Paul Friedrich Beeck (CDU). „Wir haben einen Bebauungsplan geändert, damit es neue Häuser in zweiter Reihe geben kann“, erläutert sein Grabauer Amtskollege Hans-Joachim Wendt (WGG).

Auch ohne Plan

Der Paragraf 34 des Baugesetzbuches kommt zum Zuge, wenn es keinen Bebauungsplan gibt. Das Kreisbauamt kann eine Baugenehmigung erteilen, wenn sich das geplante Objekt an der Bebauung in der Umgebung orientiert.

In Feldhorst diskutierten die Gemeindevertreter vor kurzem über die Inhalte eines neuen Bebauungsplanes, und dabei gab es Kritik von Bürgern, die befürchteten, dass sich die Struktur des Dorfes verändern könne. „Über die Bauleitplanung muss jede Gemeinde selbst entscheiden, denn sie besitzt die Planungshoheit“, erklärt der Leiter des Bauamtes im Amt Nordstormarn, Peter Mowka. „Ich sehe mich dabei als Fachberater, der für die Gemeindevertretung eine Beschlussvorlage erarbeitet.“

Grundlagen für diese Bereiche lieferten die Entwicklungspläne des Landes. „Und da gibt es natürlich einige Unterschiede – in Hamberge entstehen 76 neue Wohnhäuser, in Rehhorst geht das aber nicht“, so Peter Mowka. Auch der Lückenschluss in einer Ortslage sei eine Möglichkeit, um eine weitere Bebauung zu ermöglichen, ebenso wie die Teilung von Grundstücken, damit Gebäude in zweiter Reihe errichtet werden könnten.

„Wir haben das gemacht“, betont Bürgermeister Wendt. Die Gemeindevertretung in Grabau habe dafür zwei Straßen ausgewählt – den Rotdornweg und den Steinkamp. Die Änderung des Bebauungsplanes sei erfolgt, nachdem es dafür Interesse von Seiten der Bürger gegeben habe. Allerdings, so Hans-Joachim Wendt, müssten die Grundstücke eine Größe von mindestens 500 Quadratmetern haben, damit ein Neubau in zweiter Reihe erlaubt sei.

Rund 15 Neubauten könnten in Grabau hochgezogen werden. „Das können Bürger aus dem Dorf oder auch Auswärtige sein“, sagt der Bürgermeister, der auf eine Entwicklung hinweist, die mittlerweile auch anderenorts diskutiert wird: „Die Strukturen des Dorfes werden sich vermutlich ändern.“

Über diesen Punkt sind die Hamberger schon hinaus. Angesichts des großen Baugebietes am Ortsrand in Richtung Lübeck werden zahlreiche Neubürger zuziehen – und vermutlich auch zahlreiche Kinder, die später die Kita und die Grundschule besuchen werden. „Mit dem Neubaugebiet ist auch ein Ausbau der Infrastruktur vorgesehen. Beides hängt zusammen. Hamberge und Wesenberg liegen an einer Entwicklungsachse. Das heißt, die beiden Orte dürfen wachsen“, erläutert Hamberges Bürgermeister Beeck, der auch Amtsvorsteher in Nordstormarn ist. Für andere Gemeinden sei dies nur in einem geringerem Umfang vorgesehen. Hier sei nur mit einem begrenzten Wachstum zu rechnen.

Ohnehin, so Bauamtsleiter Mowka, könne keine Gemeinde gezwungen werden, ein neues Wohngebiet auszuweisen oder einen neuen Bebauungsplan aufzustellen: „Selbst dann nicht, wenn in der Landesplanung weitere Wohnbereiche vorgesehen sind.“ Erfahrungen zeigten jedoch, dass ein Bebauungsplan mit exakten Bestimmungen viel Sinn mache: „Dann weiß nämlich jeder, was erlaubt ist und was nicht.“ Dazu rät auch Grabaus Bürgermeister: „Man muss schon einen Bebauungsplan machen, um die weitere Entwicklung zu beeinflussen.“

Michael Thormählen

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