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Grevesmühlen: Bauland dringend gesucht

Grevesmühlen Grevesmühlen: Bauland dringend gesucht

 Zwar schrumpft die Einwohnerzahl von Grevesmühlen, dennoch breitet die Stadt sich aus / Bauplätze sind Mangelware.

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Das alte Sägewerk steht still, hier sollen Bauplätze entstehen.

Grevesmühlen. Knapp 10500 Einwohner hat Grevesmühlen, Tendenz sinkend. „Allerdings nicht in dem Ausmaß, mit dem andere Städte zu kämpfen haben. Aber wir müssen uns mit dem Problem auseinandersetzen“, sagt Lars Prahler. Denn: „Mehr als die Hälfte der Einwohner ist inzwischen älter als 50 Jahre.“ Gleichzeitig steigt die Zahl der Kinder in der Stadt wieder an, wie der Bauamtsleiter betont. „Bei den unter Zehnjährigen registrieren wir einen leichten Anstieg.“ 87 Kinder wurden allein 2014 geboren. In diesem Jahr wird eine ähnliche Zahl erwartet.

Und dennoch schrumpft die Einwohnerzahl, denn beispielsweise standen den 87 Geburten im vergangenen Jahr 165 Sterbefälle gegenüber. Hinzu kommt, dass mehr Menschen aus Grevesmühlen wegziehen als in die Stadt kommen. „All diese Faktoren sind mit ein Grund dafür, dass wir neue Wohngebiete brauchen“, erklärt Lars Prahler. Genau diese Fakten hatte Stadtvertreter Volkmar Schulz (Die Linke) gefordert, als es darum ging, ein neues Wohngebiet in Neu Degtow zu erschließen. „Denn bevor wir an allen Ecken und Enden der Stadt anfangen zu planen, brauchen wir Zahlen“, so Schulz.

Konkrete Zahlen, wie die Bevölkerung in zehn Jahren aussehen wird, kann zwar auch Lars Prahler nicht liefern. Dennoch fordert er von der Politik eine Linie. „Wir müssen uns klar positionieren, was wir in Sachen Baugebiete und Entwicklung wollen. Wollen wir Wohnraum schaffen?“ Die Stadtvertreter haben mit deutlicher Mehrheit für ein Ja gestimmt. Denn die Wobag erschließt mit ihrer Tochterfirma derzeit das nächste Wohngebiet am Mühlenblick, nachdem das erste Baugebiet innerhalb kürzester Zeit ausverkauft war. Die Stadt plant in Neu Degtow zusammen mit einem privaten Investor neue Bauplätze, und in vier bis fünf Jahren sollen sowohl das Areal des heutigen Sägewerks als auch das Gebiet West I (Getreidehandel am Börzower Weg) für Eigenheime frei sein.

Laut Prahler ist die Nachfrage nach Baugrund ungebrochen. „Allein auf den freien Grundstücken in der Stadt haben wir pro Jahr etwa zehn neue Eigenheime, wir müssen dringend Angebote schaffen.“ Das gilt auch für altersgerechten Wohnraum. Denn immer mehr ältere Menschen zieht es von den Dörfern aus dem Umland in die Stadt. „Auch das ist ein Punkt, um den wir uns kümmern müssen.“

Ein weiterer ist die Betreuung der Kinder. Denn die steigende Anzahl der unter Zehnjährigen hat dafür gesorgt, dass der städtische Hort aus allen Nähten platzt und derzeit nur mit einer Ausnahmegenehmigung betrieben werden darf. Für 220 Kinder ist der Hort am Lustgarten ausgelegt, 243 werden aktuell betreut. Die Ausweitung der Kapazität auf bis zu 250 Kinder gilt bis zum 31. Juli kommenden Jahres. Doch bereits jetzt steht fest, dass der voraussichtliche Bedarf für das Schuljahr 2016/17 bei etwa 256 Kindern liegen könnte. Was nun?

„Es wird im Januar eine Arbeitsgruppe geben, die sich mit dem Thema Hort beschäftigt“, so der Bauamtsleiter. „Dort geht es dann konkret um die Frage, wie wir das Problem lösen. Mit am Tisch werden die Elternvertreter, die Schule, die Verwaltung und die Politik sitzen.“ Eine Lösung wird es allerdings nicht vor Ende kommenden Jahres geben. „Wir müssen über einen Hort-Neubau nachdenken, keine Frage. Aber dazu müssen wir wissen, wo wir hinwollen.“

Einwohnerzahlen und Altersstruktur
155 424 Einwohner hatte Nordwestmecklenburg zum Stichtag 31. Dezember 2014.
10 462 Einwohner hatte die Stadt Grevesmühlen zu diesem Zeitpunkt. 10 791 waren es im Jahr 2009, 11 128 im Jahr 2000. Kreisweit steigt — ebenso wie in Grevesmühlen — die Zahl der älteren Menschen. In der ehemaligen Kreisstadt sind inzwischen mehr als die Hälfte der Einwohner älter als 50 Jahre.
73 419 Männer und Frauen sind im gesamten Landkreis über 50 Jahre alt, das sind weniger als die Hälfte. Dass der Altersdurchschnitt in Grevesmühlen über dem kreisweiten Mittelwert liegt, hängt unter anderem mit den Wohnheimen sowie den Angeboten für betreutes Wohnen zusammen.

Michael Prochnow

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