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Pläne für Vier-Sterne-Hotel sind komplett

Boltenhagen Pläne für Vier-Sterne-Hotel sind komplett

Bebauungsplan für Tarres Resort in Boltenhagen ist aktualisiert / 80 Bäume wurden gefällt.

Auf dem ehemaligen Militärstützpunkt in Tarnewitz wollen die Investoren des Tarres Resort mit dem Bau des Vier-Sterne-Hotels im Frühjahr 2018 beginnen.

Boltenhagen. Zwei Schandflecke im Ostseebad Boltenhagen könnten tatsächlich in absehbarer Zeit verschwinden: die Ruinen des Militärgeländes in Tarnewitz und die leerstehenden Gebäude der ehemaligen Gemeinde- und Kurverwaltung an der Ostseeallee. Beide Gelände waren Thema im Bauauschuss am Montagabend, und zumindest der geplante Hotelbau auf dem sogenannten Tarres-Gelände nimmt konkrete Formen an.

Weitere Hotelprojekte

Seit 2011 wird an der Ostseeallee ein Strandhotel im Vier-Sterne-Segment geplant. Eine Baugenehmigung gibt es seit 2012. Die Gemeinde hofft bald auf ein Ende der Planung und auf den Baubeginn.

Auf dem Grundstück der ehemaligen „Villa Rehse“ am Dünenweg soll ebenfalls ein Vier-Sterne-Hotel entstehen. Die Planungen schreiten langsam voran.

Bereits 2009 hatte die Gemeinde für das Gebiet einen Bebauungsplan zur Errichtung eines Hotels mit 550 Betten erstellt. Inzwischen gibt es mit der Primus Immobilien AG einen neuen Investor, der die Vorgaben dieses alten B-Plans vollkommen erfüllen will. Planer Martin Hufmann vom Büro „Stadt- und Regionalplanung Wismar“ erklärte im Ausschuss, dass es für die geplante Veröffentlichung des B-Plans lediglich einige formelle Anpassungen gegeben habe.

Dabei wurde deutlich, dass in den vergangenen Wochen und Monaten durchaus schon einiges auf dem Gelände mit den Kasernenruinen geschehen ist. So fielen zum Beispiel schon einige Bäume der Säge zum Opfer. „Wir haben die gesamte Fläche mit etwa 400 Gehölzen von einem Gutachter prüfen lassen“, sagte Hufmann. „Allein 80 Bäume mussten aus Sicherheitsgründen gefällt werden“, erklärte er. Dafür habe es alle notwendigen Genehmigungen gegeben. Alle gesunden und erhaltenswerten Bäume seien vom Gutachter erfasst, nummeriert und vermessen worden. Sie sind in der Neufassung des B-Plans verzeichnet.

Ebenso haben sich Investoren und Fachleute mit der Tierwelt auf dem ehemaligen Militärgelände beschäftigt. In Baumhöhlen und den verfallenen Gebäuden leben verschiedene Fledermausarten, die alle unter Schutz stehen. „Für sie planen wir an den neuen Gebäuden Nisthilfen, und auch ein oder zwei vorhandene Bunker auf dem Gelände sollen als Winterquartier für die Fledermäuse hergerichtet werden“, so Hufmann.

Was die bereits 2009 festgelegten Baufelder angeht, wolle sich die Primus Immobilien AG daran halten. Zum einen sei das Hauptgebäude des Hotels mit 180 Zimmern und Suiten, Geschäften, Gastronomie sowie einem großen öffentlich zugänglichen Wellnessbereich samt Schwimmbad vorgesehen. Des Weiteren sollen 17 Appartementhäuser auf dem Gelände gebaut werden, die jeweils über zwei beziehungsweise vier Appartements verfügen und eigene Stellplätze bekommen. Auch bei den Gebäudehöhen halte sich der Investor an die Vorgaben von 2009.

Damit kann die Gemeindevertretung heute den Beschluss zur Veröffentlichung des Bebauungsplans fassen. Behörden und Träger sonstiger öffentlicher Belange haben dann einen Monat Zeit, noch Stellungnahmen abzugeben. Außerdem soll zwischen Gemeinde und Investor ein städtebaulicher Vertrag geschlossen werden, in dem festgehalten wird, dass ausschließlich eine reine Nutzung als Hotel sowohl für das Hauptgebäude als auch für die Appartementhäuser erlaubt wird. Ebenso soll die öffentliche Nutzung des Schwimmbads im Vertrag festgeschrieben werden.

Grundsätzlich möchte die Primus Immobilien AG schnellstmöglich mit dem Bau des Vier-Sterne-Hotelresorts beginnen, angepeilt ist dafür das nächste Frühjahr. In den Bau sollen rund 40 Millionen Euro investiert werden.

Diskussion um Stellplätze

Hindernisse gibt es noch bei der Überplanung des Grundstücks der ehemaligen Gemeindeverwaltung. Ein Investor, der schon die Sanierung des Dorfclubs in Redewisch und den Umbau eines Gebäudes zur Radlerpension finanziert hatte, will auf dem Gelände Wohnungen sowie ein Kurmittelzentrum mit Gastronomie, Ärztehaus, Therapiepraxen und Gemeinschaftszentrum schaffen. Allerdings möchte er laut Planer Ronald Mahnel so wenig Stellplätze für Autos wie möglich auf dem Grundstück selber bauen. Daher gab es die Anfrage an die Gemeinde, ob Stellplätze für Kunden des Kurmittelzentrums auch auf dem angrenzenden Großparkplatz „Am Reitstall“ eingerichtet werden könnten. Aus dem Bauausschuss gab es aber die Anregung, Stellplätze in Form einer Tiefgarage unter den neu zu errichtenden Gebäuden zu schaffen. Eine ursprünglich einmal angedachte Sanierung der ehemaligen Kurverwaltung, die auch als „Haus Oranien“ bekannt war und seit 2000 nicht mehr genutzt wurde, ist nicht mehr möglich.

Malte Behnk

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