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Hanse-Klinikum kündigt in Wismar 40 Beschäftigten
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Wismar Hanse-Klinikum kündigt in Wismar 40 Beschäftigten

Betroffene sind in Servicebereichen tätig / Diese Dienstleistungen übernehmen Tochtergesellschaften des Sana-Konzerns / Gewerkschaft Verdi spricht von Skandal.

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Im Sana Hanse-Klinikum Wismar am Friedenshof sollen weitere Bereiche ausgegliedert werden.

Quelle: Heiko Hoffmann

Wismar. Das Sana Hanse-Klinikum Wismar, einer der größten Arbeitgeber in der Region, strukturiert seine Servicebereiche um. Sogenannte patientenferne Dienstleistungen sollen künftig von Tochtergesellschaften der Sana Kliniken AG erbracht werden. Das bedeutet, 40 Beschäftigte erhalten ihre Kündigung.

Seit Ende April standen diese Stellenstreichungen im Raum. Seit dieser Woche ist es für die Betroffenen bittere Gewissheit. Geschäftsführer Michael Jürgensen hat sie in einer Mitarbeiterversammlung offiziell darüber informiert. Eine Hiobsbotschaft kurz vor Weihnachten.

Betroffen sind Frauen und Männer im Hol- und Bringedienst, im innerbetrieblichen Krankentransport, an der Rezeption, in der Haustechnik, Bettenzentrale und Zentralsterilisation sowie in der Medizintechnik und EDV. „Die Arbeitsverträge der 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter laufen zum 30. Juni sowie zum 30. September 2016 aus. Sie erhalten die Möglichkeit, sich bei den jeweiligen Tochtergesellschaften zu bewerben“, informierte gestern der Geschäftsführer. Auf Nachfrage räumte Michael Jürgensen ein, dass die etwa 40- bis über 60-jährigen Beschäftigten dann allerdings „ein anderes Tarifgefüge“ erwarte. Soll heißen, ein Job zu schlechteren Konditionen. „Die älteren Mitarbeiter werden eine Abfindung erhalten und in den Ruhestand gehen.“

Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte der Klinik-Chef die schlechte Nachricht nicht unbedingt in der Vorweihnachtszeit verkündet. Aber die Verhandlungen mit dem Betriebsrat zum Sozialplan hätten länger gedauert als erwartet.

„Die Entscheidung, die Servicebereiche umzustrukturieren, ist uns nicht leicht gefallen“, versicherte Jürgensen. Die Geschäftsführung müsse diese Bereiche jedoch neu strukturieren, um die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit des Klinikums zu sichern. „Dies war ein notwendiger und richtiger Schritt. Auch vor dem Hintergrund des jüngst beschlossenen Krankenhausstrukturgesetzes, das die Kliniken stärker denn je zu einem wirtschaftlich-effizienten Management verpflichtet“, erklärte der Geschäftsführer.

Für Verdi, die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, sind die Kündigungen skandalös. „Denn zum Jahresende läuft der besondere Kündigungsschutz für die Kolleginnen und Kollegen in besagten Servicebereichen aus“, berichtete Diana Markiwitz, Sekretärin für den Fachbereich Gesundheit im Verdi-Bezirk Schwerin. „Gerade mal acht Minuten dauerte die Mitarbeiterversammlung am Dienstag. Und ohne ein Wort des Bedauerns vom Geschäftsführer. Es war eine furchtbare Stimmung.“

Die Gewerkschafterin zweifelt an der Begründung der Geschäftsführung und kündigte an, die Entlassungen der Beschäftigten nicht einfach so hinnehmen zu wollen. „Wir kennen keine Zahlen, können deshalb nicht einschätzen, ob das Klinikum tatsächlich entlassen muss. Die genannten Bereiche werden nicht umstrukturiert, sondern einfach dichtgemacht“, erklärte Diana Markiwitz.

Solche Auslagerungen in der privaten Kliniklandschaft seien in jüngster Zeit immer wieder zu erleben. „Es war ein Fehler, die Krankenhäuser vor Jahren zu privatisieren“, sagte die Gewerkschaftssekretärin. Sie befürchtet, dass interessierte Arbeitnehmer, die sich in den Tochtergesellschaften des Sana-Konzerns bewerben, nur noch Mindestlohn erhalten werden. „Das ist erpresserisch. Aber welche Alternative bleibt ihnen denn, wenn sie hier wohnen und Haus und Hof haben?“

Sana Hanse-Klinikum
Das Sana Hanse-Klinikum in Wismar zählt zu den großen Kliniken der Maximalversorgung in MV. Es behandelte mehr als 48603 Patienten im Jahr 2014. Mit 812 Mitarbeitern und einem Umsatz von 69,2 Millionen Euro zählt das Klinikum zu den größten Arbeitgebern in und um Wismar. Die Hansestadt ist mit neun Prozent an der Sana Hanse-Klinikum GmbH beteiligt. Die Sana Kliniken AG ist die drittgrößte Klinikgruppe Deutschlands. Sie behandelt im Jahr rund 1,6 Millionen Patienten.

Haike Werfel

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