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Mediziner warnt vor Gefahren durch Böller
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Wismar Mediziner warnt vor Gefahren durch Böller

Chefarzt Dr. Detlef Thiede vom Hanse-Klinikum Wismar mahnt zur Vorsicht im Umgang mit Silvesterknallern.

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Dr. Detlef Thiede, Chefarzt der Klinik für Unfall-, Orthopädische und Kinderchirurgie am Sana Hanse-Klinikum Wismar.

Quelle: LN-Archiv

Wismar. Pünktlich zum Verkaufsstart von Feuerwerk am gestrigen Dienstag gibt der stellvertretende ärztliche Direktor und Chefarzt der Klinik für Unfall-, Orthopädische und Kinderchirurgie am Sana Hanse-Klinikum Wismar, Dr. Detlef Thiede, Tipps zum Umgang mit Silvester-Knallern und -Raketen.

Auch in diesem Jahr wird es an Silvester wieder laut werden. Unzählige Knallkörper werden explodieren und Raketen werden gen Himmel zischen, um das neue Jahr zu begrüßen und böse Geister möglichst frühzeitig zu vertreiben.

Dr. Detlef Thiede will niemandem die Freude am Feuerwerk und den eindrucksvollen Raketenmustern nehmen und auch Knallerei soll jedem erlaubt sein. Aber er mahnt zur Vorsicht: „So schön wie Silvesterfeuerwerk auch ist, Böller sind richtig gefährlich und verursachen jedes Jahr viele Verletzungen. Zum Jahresbeginn werden in Deutschland regelmäßig zahlreiche Verletzte mit schweren Brand- und Explosionsverletzungen im Gesicht und an den Händen in Krankenhäuser gebracht. Deshalb ist unbedingt größte Vorsicht geboten, um Verbrennungen, Verletzungen der Augenoberfläche sowie Gehörschäden und Knalltraumata oder verstümmelnde Verletzungen an den Händen zu vermeiden.“ Explosionswunden beim Anzünden von Silvesterkrachern führen schnell zu ausgedehnten Verletzungen an der Hand bis hin zum Funktionsverlust. Wunden und Verbrennungen durch Feuerwerkskörper bedeuten häufig eine schwere Schädigung der Haut und auch des tiefer liegenden Gewebes. „Bei größeren Brandverletzungen sollte deshalb der oder die Betroffene immer in eine spezialisierte Klinik gebracht werden“, rät Dr. Thiede. Grundsätzlich gilt: Verletzte oder bewusstlose Personen müssen in dieser Jahreszeit mit Jacken und Decken warm gehalten und damit vor Unterkühlung geschützt werden. Bei Silvesterfeiern im Freien kann das lebensrettend sein. Leichte, nur wenige Zentimeter große Verbrennungen an Händen und Fingern sollten sofort unter laufendem kalten bis lauwarmen Wasser — maximal zwei Minuten lang — gekühlt werden. Bei kleineren Verbrennungen im Gesicht kann dazu ein feuchtes Tuch verwendet werden, wobei die Atemwege immer frei bleiben müssen. Denn das Kühlen hilft, aber nur zur „gefühlten“ Schmerzlinderung und der schmerzlindernde Effekt hält nur kurz an. Es besteht immer die Gefahr, dass es bei einer zu massiven und ausgedehnten Kühlung zu einer Unterkühlung des Patienten kommt, die den Kreislauf zusätzlich belastet und wesentlich problematischere Auswirkungen haben kann als die entstandenen Haut- und Gewebeschäden selbst. Deshalb sollte auf alle Fälle das Kühlen auf die verbrannte Körperstelle begrenzt werden. „Wenn die Brandverletzungen größer sind, die Augen geschädigt wurden oder Kinder betroffen sind, muss schnell der Rettungsdienst über die Telefonnummer 112 gerufen werden“, erklärt der Traumatologe und Unfallchirurg. Um blutende Wunden keimarm zu halten, empfiehlt er, die verbrannten Stellen auf jeden Fall locker zu umwickeln beziehungsweise zu bedecken, möglichst mit sterilen Verbandtüchern.

Beate Heidenreich

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