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Wie gefährlich sind LED-Leuchten?
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Lübeck Wie gefährlich sind LED-Leuchten?

Sie sind bald überall: Über Straßen, in Geschäften, Büros und zu Hause – in vielen Bereichen werden die grellen, aber energiesparsamen und langlebigen Leuchtdioden eingesetzt. Doch jetzt warnt eine Studie vor einer Schattenseite der neuen Beleuchtungstechnik: LED-Lampen könnten unter bestimmten Voraussetzungen gefährlich für die Augen sein.

Man sollte nicht zu lange in LED-Licht schauen. Es kann Entzündungen im Auge fördern, im schlimmsten Fall zur Makula-Degeneration.

Quelle: fotolia

Lübeck. Untersuchungen eines französischen Forschungsteams zufolge kann LED-Licht aufgrund bestimmter Wellenlängen die altersbedingte Makula-Degeneration fördern. Es geht dabei um den hohen Blauanteil im LED. Blaues Licht ist sehr energiereich. Es passiert die Hornhaut des Auges ungehindert und löst durch Überproduktion eines Eiweißstoffes eine Kettenreaktion aus, die zu Entzündungsprozessen in der Makula führt. In diesem Bereich der Netzhaut sitzen die farbempfindlichen Sinneszellen dicht beieinander. Folge einer Entzündung kann der Verlust des Sehvermögens sein.

Grund zur Panik besteht zumindest in Wohnräumen und Büros nicht: Eine EU-Norm regelt die Lichtintensität für handelsübliche LED-Lampen. In vielen modernen Produkten sind die Leuchtchips außerdem unter einer mattweißen Scheibe verborgen, die das Licht streut. Nur bei unsachgemäßer Verwendung könne es zu Augenschäden kommen, vor allem bei Kindern, stellte eine Schweizer Studie bereits im vergangenen Jahr fest.

Patienten fragten immer wieder nach diesem Thema, sagt Ulrich Staudig von der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte. Verunsichert fühlten sich aber nur wenige. „Die meisten Menschen vertrauen den Sicherheitsrichtlinien unserer Industrie und dem Arbeitsschutz.“ Computer-Programme und Apps, die mit der Tageszeit automatisch die Bildschirm-Helligkeit regulierten, zeigten aber, dass sich auch die Industrie dem Thema angenommen habe. Prof. Horst Helbig, Experte von der Universitätsaugenklinik Regensburg, sagt: „Gesicherte Daten gibt es noch nicht. Grundsätzlich sollte man die Augen vor jedem extrem hellen Licht schützen, egal welcher Herkunft.“

Bei Dioden, die Weiß- oder Blaulicht abstrahlen – vor allem ältere LED – , sollte das Auge wissenschaftlichen Studien zufolge nicht länger als zehn Sekunden in die Lichtquelle schauen. Das gilt insbesondere für einige LED-Taschenlampen, die von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin getestet wurden. Die Gutachter weisen darauf hin, dass sich das Schauen ins LED-Licht über den Arbeitstag addiere. Arbeitgeber müssten das beim Installieren von Beleuchtungsanlagen etwa in Büros beachten. Verbraucher sollten sich beim Kauf von LED vergewissern, welche Risikogruppe für die Leuchte angegeben ist.

Langzeitversuche am Menschen stehen aus. Die Forscher des französischen Instituts für Gesundheit und Medizinforschung experimentierten mit Ratten. Bei extrem hoher Lichtintensität führten alle Lichtquellen zu Entzündungsprozessen, fanden sie heraus. Bei geringerer Lichtintensität schädigte nur das Licht von LED-Lampen die Netzhaut der Tiere.

Lichttest bald nicht mehr kostenlos?

In Autos sind immer häufiger Xenonscheinwerfer, LED-, Matrix- und Laserlicht verbaut. Um den Gegenverkehr mit dem hellen Licht nicht zu blenden, ist es deshalb heute wichtiger denn ja, dass Scheinwerfer richtig eingestellt sind.

Ab 2018 macht die EU neue Vorgaben, wie Werkstätten Scheinwerfer kontrollieren müssen. Dazu bedarf es teurer Prüfgeräte, ebener Werkstattböden, die Messung dauert länger. Der kostenlose Lichttest, den viele Werkstätten anbieten, könnte daher bald Vergangenheit sein. Das bestätigt Marcus Engler, Kfz-Innungs-Vize in Lübeck.

 Curd Tönnemann

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