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Geht's noch? - Unangenehme Kollegen in die Schranken weisen
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Köln Geht's noch? - Unangenehme Kollegen in die Schranken weisen

Der eine redet im Kundengespräch einfach dazwischen, der andere nervt mit merkwürdigen Kosenamen: Übergriffige Kollegen sind echt anstrengend. Doch wie für Ruhe sorgen?

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„Was soll die Hand auf meiner Schulter?“: Unangenehme Situationen wie diese sollte man sofort ansprechen. Eine gezielte Ansprache zwingt den anderen dazu, Position zu beziehen.

Quelle: Britta Pedersen

Köln. Der eine redet im Kundengespräch einfach dazwischen, der andere nervt mit merkwürdigen Kosenamen: Übergriffige Kollegen sind echt anstrengend. Doch wie für Ruhe sorgen?

Da ist der ältere Kollege, der für Azubis immer einen zweideutigen Spruch auf den Lippen hat. Oder es gibt den jungen Ehrgeizigen, der mitten ins Kundengespräch platzt. Fast jeder kennt Kollegen, die gelegentlich über das Ziel hinausschießen. „Geht's noch?“ möchte man fragen. Wer das übergriffige Verhalten nicht mehr tolerieren will, muss sich zur Wehr setzen.

Unangemessene Anrede: Schätzelein, Mädchen, Sonnenschein: Besonders ältere Kollegen finden häufig nichts dabei, Frauen mit Kosenamen oder Verniedlichungen anzusprechen. Winfried Prost, Karrierecoach und Sachbuchautor aus Köln, rät zur Null-Toleranz-Taktik: „Machen Sie sofort klar, dass Sie so nicht angesprochen werden möchten.“ Dabei helfe es, dem Kollegen klarzumachen, wie die Worte ankommen. „Sie reden mit mir wie mit einem kleinen Kind.“
Ungebetene Einmischung: Der Kollege schaut in Akten, die ihn nichts angehen oder mischt sich ungebeten in Kundengespräche oder Projekte: „Menschen wiederholen erfolgreiches Verhalten“, sagt Johannes Hoppe, Diplom-Psychologe aus Stadthagen bei Hannover. Wer unter einem Einmischer leidet, sollte als erstes das eigene Verhalten betrachten: Lasse ich mir die Butter vom Brot nehmen? „Nehmen Sie sich konkret vor, in der nächsten Situation „Stopp“ zu sagen“, empfiehlt Hoppe. Im Kundengespräch oder Meeting ist das vielleicht nicht möglich, aber danach: „Bitten Sie den Kollegen um ein Feedbackgespräch und sagen Sie ihm, dass Sie so etwas nicht noch mal erleben möchten.“
Unfreundliche Ausgrenzung: Alle zwei Monate ist Kegelabend - nur man selbst wird nicht eingeladen? Wer absichtlich von den Kollegen ausgegrenzt wird, sollte sich fragen, ob in der Vergangenheit etwas schiefgelaufen ist. „Hat man schon ein paar Mal abgesagt oder den Eindruck erweckt, nicht gesellig zu sein?“, zählt Juliane Ade auf, Mediatorin aus Berlin. Um wieder Anschluss zu finden, sei es hilfreich, erstmal mit einzelnen Kollegen eine bessere Beziehung aufzubauen, etwa mittags in die Kantine zu gehen. „Im Zweifel muss man aber akzeptieren, nicht dabei zu sein.“

Besprechen die Kollegen bei ihren privaten Treffen arbeitsbezogene Themen, ist das ein gesondertes Problem: „Dann kann für den Ausgeschlossenen die Arbeit leiden, weil ihm Informationen fehlen“, sagt Ade. Sie empfiehlt dann ein klärendes Gespräch, am besten gemeinsam mit dem Vorgesetzten: Dabei müsse die Situation beschrieben werden, wie sie ist („Die anderen treffen sich“) und nach Möglichkeiten zur Integration gesucht werden. „Vielleicht können die Kollegen vereinbaren, dass privat privat bleibt oder man sich einmal im Monat zu einem gemeinsamen Stammtisch trifft.“

Unsittliche Berührungen: Am Kopierer legt sich plötzlich eine Hand auf die Schulter, auf der Betriebsfeier gibt es einen Klaps auf den Po: Beispiele für Dinge, die zu weit gehen, gibt es viele. Betroffen sind vor allem Frauen. Prosts Tipp: „Spiegeln Sie dem übergriffigen Kollegen sein Verhalten.“ Schritt 1 dafür sei, den Kollegen sofort auf die Berührung anzusprechen: „Warum geben Sie mir einen Klaps auf den Po? Finden Sie das angemessen?“ Mit dieser Frage werde die Situation in Worte gekleidet.

Findet dieser sein Verhalten weiterhin korrekt, sei es wichtig, andere Kollegen mit einzubeziehen: „Hey Anke, der Herr Müller findet es richtig, mir auf den Po zu hauen. Was sagst du dazu?“ Prost ist überzeugt: „Diese Veröffentlichung der unsittlichen Berührung bringt den Kollegen in eine peinliche Situation.“


Winfried Prost
Juliane Ade
Johannes Hoppe

dpa

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