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Sandra Sanfteil nutzte die Chance ihres Lebens im Rathaus
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Ahrensbök Sandra Sanfteil nutzte die Chance ihres Lebens im Rathaus

Bürgermeister glaubte an die Auszubildende – Jetzt ist sie eine der Besten.

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Sandra Sanfteil hat trotz vieler Hindernisse ihre Ausbildung hervorragend gemeistert und jetzt einen festen Arbeitsplatz im Ahrensböker Rathaus.

Quelle: Fotos: Cd

Ahrensbök. Der eiserne Wille der körperbehinderten Sandra Sanfteil und das Bauchgefühl von Ahrensböks Bürgermeister Andreas Zimmermann haben zu einem grandiosen Erfolg geführt: Die 33-jährige Verwaltungsfachangestellte gehört zu den besten Auszubildenden im Land.

LN-Bild

Bürgermeister glaubte an die Auszubildende – Jetzt ist sie eine der Besten.

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Wieder einmal sieht sich der parteilose Verwaltungschef in seiner Einschätzung bestätigt, dass persönliche Gespräche mehr aussagen als Zeugnisse.

Beide trafen sich im Januar 2015 zum ersten Mal. Es war die Zeit, als im Ahrensböker Rathaus ein neuer Ausbildungsplatz zu vergeben war. Ein geeigneter Kandidat war bereits gefunden. „Mich interessierte aber auch die zweitbeste Bewerberin. Ich hatte von ihrem Schicksal gehört“, erzählte Zimmermann. Er lud Sandra Sanfteil ein, die mit ihrer Familie in Bad Schwartau lebt. „Natürlich war ich sehr nervös, denn ich hatte bereits 20 Bewerbungen geschrieben und schon viele Vorstellungsgespräche gehabt. Ahrensbök war für mich die letzte Chance“, sagte sie rückblickend.

Zimmermann erfuhr vieles aus dem Leben der jungen Frau. Er hörte, dass sie als Zwölfjährige an Knochenkrebs erkrankte, ihr das rechte Beim amputiert werden musste und sie eine Prothese bekam.

Da sich die Metastasen bereits bis in die Lungen ausgebreitet hatten, folgte ein Jahr voller Therapien. Sandra konnte nicht zur Schule gehen und bekam Privatunterricht. Sie machte ihren Realschulabschluss und arbeitete während eines Freiwilligen Sozialen Jahres in den Marli-Werkstätten als Betreuerin. Danach absolvierte sie eine Lehre als Zahnarzthelferin, heiratete ihren Mann Christopher (heute 36 Jahre alt) und bekam zwei Kinder. Sohn Till ist heute neun und Tochter Sarina sechs Jahre alt. „Langfristig ist das nicht die richtige Beschäftigung für mich,“, bemerkte sie damals, als ihr in der Zahnarzt-Praxis das Stehen am Patientenstuhl immer schwerer fiel und sie dadurch auch keine ruhige Hand mehr hatte.

„Verwaltungsfachangestellte wäre ein schöner Beruf für mich“, überlegte Sandra Sanfteil. Bedingt durch ihre Krankheit hatte sie selbst viele Behördengänge zu erledigen, und oftmals dachte sie: „Ich würde vieles ganz anders und bestimmt bürgerfreundlicher machen als viele der Beamten und Angestellten.“ Als sie dem Ahrensböker Bürgermeister das berichtete, stieß sie bei ihm auf offene Ohren. „Das ist genau meine Philosophie. Ich sage meinen Mitarbeitern immer wieder, dass sie unsere Kunden so behandeln sollen,wie sie selbst auch behandelt werden möchten.“

Zimmermann sah weder einen Nachteil darin, dass bei Sandra Sanfteil ein Grad der Behinderung (GdB) von 70 festgestellt wurde noch in der Tatsache, dass die neue Auszubildende Mutter von zwei kleinen Kindern ist. Im Gegenteil: „Für sie war es die Chance ihres Lebens, und die sollte sie nutzen.“

Sandra Sanfteil begann ihre Ausbildung am 1. August 2015. „Ich wurde überall sehr freundlich aufgenommen“, sagte sie rückblickend über die ersten Tage mit den etwa 30 anderen Kollegen im Ahrensböker Rathaus. Natürlich gehörte auch bei ihr die Theorie in der Verwaltungsakademie in Altenholz dazu. Da von Anfang an klar war, dass die Umschulung von drei auf zweieinhalb Jahre Ausbildungszeit verkürzt wird, musste sie sich richtig ins Zeug legen. „Vieles von dem, was andere in drei Jahren bewältigen, musste ich mir zu Hause alleine erarbeiten.“

15 war bei den Prüfungen die Höchstpunktzahl, sie erreichte 13. Bürgermeister Zimmermann bewundert sie: „Schon elf Punkte sind sehr gut.“ Natürlich freute auch er sich, als vor wenigen Tagen die Einladung für den 29. September zur Bestenehrung kam.

„Ich bin überglücklich“, sagte die ehemalige Auszubildende. Glücklich auch deshalb, weil sie Ende Juli gleich fest angestellt wurde. Sie besetzt jetzt eine vorher vakante Stelle im Bauamt der Gemeinde Ahrensbök. Und sie hat wieder einmal erfahren: „Egal, was passiert. Man darf vor Hindernissen nicht zurückschrecken und den Kopf nicht in den Sand stecken.“

Mehr Nachrichten aus Ahrensbök finden Sie im Internet unter

www.LN-Online.de/ahrensboek

Christina Düvell-Veen

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