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Im Brandungsbecken das Meer erforschen

Lübeck Im Brandungsbecken das Meer erforschen

Mithilfe modernster Aquakultur- und Gewässersimulierungsanlagen werden an der Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie neue Technologien entwickelt.

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In der Druckkammer kann Biologin Marina Gebert den Meeresdruck simulieren.

Lübeck. Hinter der Glaswand schwimmen große und kleine Meeräschen. Ein Steinbutt zieht langsam seine Kreise. Ein Schwarm Wolfsbarsche schnappt zwischen den Steinen nach Futter. Friedlich und still liegt die Wasserlandschaft des Brandungbeckens hinter der Glasscheibe. Auf der anderen Seite der Wand, hinter dem 16 Kubikmeter- Bassin, hört sich die Anlage dann schon anders an: Laut brummen die Pumpen, im Klärbecken sprudelt das Wasser, eine Wasserkippanlage lässt im Minutentakt Wellen durch das Becken ziehen.

Seit Mai gibt es die Brandungsanlage der Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie (EMB) am Mönkhofer Weg. Es ist eine von mehreren Bassins und Apparaturen, mit deren Hilfe das Institut neue Technologien in den Bereichen der Aquakulturtechnik und Meerestechnik entwickelt.

In einem 13 Meter langen und zwei Meter breiten Wellenbecken werden etwa Schwimmkörper oder die Funktion von Unterwasserfahrzeugen bei hohem Wellengang getestet. In einer Druckkammer können die Druckverhältnisse von bis zu 10000 Metern Wassertiefe simuliert und ihre Auswirkung auf Bauteile für die Tiefseetechnik erprobt werden.

Rund 65 Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker arbeiten am EMB fachübergreifend in enger Kooperation mit Kunden aus Industrie und Wirtschaft. Die Ergebnisse aus den Bassins der Aquakulturtechnik kommen dem Forschungsbereich am EMB zugute, der sich mit der Nutzung aquatischer und mariner Ressourcen beschäftigt. So auch die Nachbildung von Unterwasser-Ökosystemen wie Einrichtungsleiter Professor Charli Kruse erklärt: „Wir haben unterschiedliche Aquakulturanlagen im Haus, dabei geht es darum, Aqualkulturen nach ökologischem Vorbild neu zu gestalten.“ In multitrophischen Anlagen erproben die Forscher die umweltfreundliche Aufzucht von Fischen in Süß- und Salzwasser. „Aquakulturen befriedigen mittlerweile etwa 50 Prozent des Fischbedarfs weltweit“, erklärt Kruse, „dabei sollte langfristig so wenig wie möglich Abfall produziert werden.“

Das funktioniert vor allem mit den Mitteln der Natur: In einem Becken werden Fische gezüchtet. Deren Ausscheidungen werden im nächsten Bassin von Muschelkulturen aus dem Wasser gefiltert. In einem weiteren Becken befindliche Algen filtern zusätzlich Stickstoff und Phosphate. Anschließend wird die Reinheit des Wassers mithilfe von Multi-Sonden überprüft. „Sie messen etwa den Phosphat- oder Stickstoffgehalt im Wasser“, sagt Kruse. „Am Ende müssen die Restnährstoffe im Wasser nur noch einmal mikrobiell entfernt werden.“ Eine Firma, die mit diesen Aquakulturen arbeitet, kann so neben den Fischen auch weitere wertvolle Zusatzprodukte auf den Markt bringen. „Unsere Wissenschaftler haben beispielsweise eine Algenbrause entwickelt und gemeinsam mit der Firma CRM aus Kiel eine Muschelpaste produziert. Auf dem Markt sind die Produkte bisher jedoch noch nicht", erklärt Kruse.

Die nachhaltige Lebensmittelproduktion soll langfristig auch in städtischen Ballungszentren zum Tragen kommen. Etwa, um lange Transportwege der Produkte zu vermeiden. Kruse: „Mittelfristig streben wir die Entwicklung von Technologien an, die auch in Offshore-Aquakulturanlagen im Meer genutzt werden können.“

Das EMB in Lübeck

2008 wurde zum 1. Januar die Fraunhofer EMB in Lübeck gegründet. Damit wurde erstmalig von der Fraunhofer-Gesellschaft ein Forschungsbereich etabliert, der sich mit der Nutzung aquatischer und mariner Ressourcen beschäftigt.
Anfang 2015 zog die Einrichtung dann in den Neubau im Mönkhofer Weg 239a um. Der Bau wurde mit 30 Millionen Euro durch das Land Schleswig-Holstein, die Europäische Union und das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Katrin Diederichs

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