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Junge Doktorandin macht Hörgeräte zum Forschungsthema

Uni Junge Doktorandin macht Hörgeräte zum Forschungsthema

Warum ist der überwiegende Teil der Schwerhörigen nicht mit einem Hörgerät versorgt? Junge Uni-Forscherin wählt neuen Erklärungsansatz und analysiert Kundengespräche.

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Das ist technische Entwicklung: In ihrer linken Hand hält Diplom-Soziologin Maria Dillschnitter eine Hörschale aus dem 18. Jahrhundert, in der rechten ein modernes Hinter-dem-Ohr-Gerät, das von einem kleinen Computer gesteuert wird.

Quelle: Foto: Wolfgang Maxwitat

Stolz führt Ludwig Conrad seine Schätze vor. In erster Linie sei er zwar Dozent für Wirtschaft und Recht an der Lübecker Akademie für Hörgeräte-Akustik, kurz AHA, wie er betont — aber das kleine und feine Museum im Untergeschoss des Gebäudes an der Bessemerstraße auf dem Fachhochschul-Campus scheint hörbar seine eigentliche Leidenschaft zu sein. Vom Hörrohr bis zum volldigitalen High- tech-Hörsystem ist hier alles in Glasvitrinen versammelt und akribisch aufgereiht; seit 1997 kümmert sich Conrad nun schon um die über 1000 historischen Exponate aus vier Jahrhunderten. Aufmerksam und konzentriert lässt sich Maria Dillschnitter in diese Welt der Technik einführen. Obwohl die Uni-Doktorandin eigentlich in der Welt der Soziologie zu Hause ist.

„Es gibt aber einen Zweig in unserem Fach, die sogenannte Techniksoziologie“, klärt die 26-Jährige aus Leipzig auf, „die sich unter anderem damit befasst, was technische Entwicklungen eigentlich mit uns Menschen und mit der Gesellschaft machen.“ Und auf die Hörgeräte-Technik im Speziellen habe sie sich schon während ihrer Diplomarbeit konzentriert. „Das ist dem Umstand geschuldet, dass sich ein Familienmitglied mit dieser Innovation auseinandersetzen musste, was mich dann auch interessiert und eingenommen hat“, erläutert die Stipendiatin des „Uni-Kulturinstitutes“ — das mit ZKFL abgekürzt und als „Zentrum für Kulturwissenschaftliche Forschung Lübeck“ bezeichnet wird.

Ein wenig falle ihre Thematik schon raus aus dem Profil der übrigen ZKFL-Forschungsthemen, gibt sie zu. Schließlich geht es da eher um kulturelle und historische lübsche Themen, wie zum Beispiel Günter Grass‘ Bildkunst, Emanuel Geibels Lebenswerk oder das jüdische Leben zwischen 1852 und 1918. „Die Akademie für Hörgeräte-Akustik ist jedoch die zentrale deutsche Bildungseinrichtung für Hörgeräteakustiker und ist nun mal in der Hansestadt zu Hause und damit auch diese Thematik“, erklärt die Jungforscherin zielsicher.

Als der Betreuer ihrer Diplomarbeit vom Vorhaben des ZKFL gelesen habe, sei er sofort zu ihr gekommen, um sie auf das Angebot aufmerksam zu machen. „Und meine Bewerbung war dann glücklicherweise erfolgreich“, sagt Maria Dillschnitter, die für ihre Dissertation nun bis Februar 2015 Zeit hat.

Sie verweist auf die Tatsache, dass die Widerstände gegenüber technischen Lösungen teilweise unüberwindbar zu sein scheinen. So ist trotz der hohen Anzahl der von Schwerhörigkeit Betroffenen — zirka 20 Prozent der Deutschen — der überwiegende Teil davon nicht mit einer technischen Hilfe versorgt. „Als Gründe dafür wurden bisher die möglicherweise unzureichende Qualität der Technik, die Tabu-Situation und zu hohe Kosten angeführt“, erläutert sie, „aber die Gesprächssituation, wenn so ein Hörgerät angepasst wird, wurde außer Acht gelassen.“ Dabei könne während des Anpassungsprozesses, der von vier Wochen bis zu sechs Monaten dauern könne, unheimlich viel passieren.

Um dies zu erfassen, wird die Diplom—Soziologin in unterschiedlichen Lübecker Akustiker-Betrieben Kundengespräche beobachten, aufzeichnen und analysieren sowie danach Interviews führen. „Da werden Hunderte Stunden Datenmaterial zusammenkommen, die ich auswerten werde“, resümiert sie. Ihre Arbeit sei also eine reine Bestandsaufnahme der stattfindenden Wissensvermittlung. „Was dann aus meinen Ergebnissen abgeleitet wird, ist Schritt zwei, der aber nicht mir obliegen wird.“

Nächste Runde 2014?
Ende Mai 2011 wurde das „Zentrum für Kulturwissenschaftliche Forschung Lübeck (ZKFL)“ — eine Kooperation von Lübecker Uni und Hansestadt — gegründet. Die zehn Jung-Forscher möchten die Schätze heben, die in den Archiven, Museen, Sammlungen und Bibliotheken schlummern sowie Themen der Hansestadt beleuchten. Ob 2014 die zweite Runde für die nächsten zehn bis zwölf Doktoranden des ZKFL startet, hängt von den Stiftungen ab.

Michael Hollinde

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