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Langer Weg: Vom Studenten zum Kommissar mit Diplom

Lübeck Langer Weg: Vom Studenten zum Kommissar mit Diplom

Drei Anwärter der Bundespolizeiakademie berichten aus ihrem Alltag.

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Yannick van Laak (v. l.), Anne-Martine Kaufmann sowie Usha Pfeiffer haben sich für den gehobenen Polizeivollzugsdienst entschieden. FOTO: OLAF MALZAHN

Lübeck. An so einen feierlichen, aber wohl auch sehr aufregenden Studienbeginn – außerhalb von St. Petri versteht sich – können sich nicht viele erinnern. „Alle hatten große Sorge, dass sie während der langen Vereidigungszeremonie auf dem Markt umkippen könnten“, erinnert sich Anne-Martine Kaufmann, „so lange still zu stehen, ist ja auch nicht ohne, und bei einigen ist es dann auch passiert.“

Die 29-Jährige gehört zum 73. Studienjahrgang der Bundespolizeiakademie, die nach FH, Uni und Musikhochschule als Lübecks vierte Hochschule gilt.

Immer zu Beginn des Studiums, also zum Ausbildungsstart für den gehobenen Polizeivollzugsdienst, im Herbst versammeln sich die neuen Kommissaranwärterinnen und -anwärter unweit des Rathauses, um offiziell in den Dienst aufgenommen zu werden. Und mit 532 Neuen startete diesmal der bisher stärkste Jahrgang. „Schon als ich klein war, wollte ich zur Bundespolizei, musste dann aber noch einen beruflichen Umweg einlegen, der mich nach dem Sprachenstudium vier Jahre als Übersetzungsmanagerin arbeiten ließ“, sagt die gebürtige Bremerin. Jetzt sei sie froh, es fürs Erste geschafft zu haben.

Ob Rechtswissenschaften, Psychologie, Politik, Englisch, Einsatz- oder Führungslehre: Die Studieninhalte für angehende Bundespolizisten im gehobenen Dienst sind facettenreich. Wer sich für diese Laufbahn entscheidet, absolviert einen dreijährigen Diplomstudiengang unter dem Dach der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, dessen Fachbereich Bundespolizei in Lübeck angesiedelt ist.

Während dieser Zeit wechseln sich theoretische und praktische Inhalte ab, die sich an den Kriterien eines Bachelorstudiengangs orientieren. Wer erfolgreich abschließt, wird als Polizeikommissar inklusive Diplom (FH) in eine neue Dienststelle versetzt.

„Man fängt damit an, dass man lernt, wie man sich als Bundespolizist zu verhalten hat. Erst dann steigt man langsam ins Einsatzrecht und ins Strafrecht ein“, lässt Anne-Martine Kaufmann die ersten Wochen Revue passieren. Natürlich werde zudem viel Wert auf Sport und körperliche Fitness gelegt. „Und wenn wir nicht mehr im Dienst sind und die Liegenschaft an der Ratzeburger Landstraße verlassen, sind wir angehalten, uns stets angemessen zu verhalten, um auch in der Öffentlichkeit die Bundespolizei seriös und positiv zu vertreten.“

Bereits im dritten Dienstjahr angelangt ist Usha Pfeiffer, die ursprünglich aus der Nähe von Darmstadt kommt. „In neun Monaten kann ich, wenn alles glatt läuft, mein Diplom in der Tasche haben“, sagt die 20-Jährige. Jetzt steht sie kurz vor ihrer Diplomarbeit, für die jeder eine fünfwöchige Freistellungsphase bekommt. Sie hat sich thematisch für den Zusammenhang von Psychologie und „Darknet“

entschieden. „Ich werde hier einzelne Deliktfelder, wie zum Beispiel die Beschaffung von illegalen Betäubungsmitteln, gefälschten Urkunden, aber auch die Organisation von Menschenhandel in diesem Paralleluniversum des Internets beleuchten“, erläutert die junge Frau.

In den bisherigen gut zwei Jahren waren für sie die beiden je dreimonatigen Praktika – am Bahnhof in Karlsruhe und am Flughafen in München – „die Highlights“ im Studium. „Da sieht man, wie es praktisch funktioniert, was man in der Theorie lernt. Außerdem bin ich gern draußen direkt bei den Menschen“, betont sie. Ein sogenanntes Verbandspraktikum mit Einsätzen bei Fußballspielen oder Demonstrationen sowie ein Grenzpraktikum werden noch folgen.

Gern direkt im Einsatz ist auch Yannick van Laak. Der 20-Jährige aus Aschaffenburg hat allerdings auch schon seine Erfahrungen mit „herausfordernden Situationen“ gemacht. „So war ich drei Monate am Bahnhof in Würzburg und habe dort schon zusammen mit Kollegen diverse körperliche Auseinandersetzungen regeln müssen“, erinnert er sich. Doch für solche Fälle werde man ja explizit geschult.

Insgesamt aber habe er erfahren, dass seine Berufsgruppe in der Öffentlichkeit sehr positiv wahrgenommen werde.

Sechs Aus- und Fortbildungszentren

Die Bundespolizeiakademie mit ihren sechs Aus- und Fortbildungszentren ist die zentrale Aus- und Fortbildungseinrichtung der Bundespolizei und bildet derzeit rund 5100 Polizeianwärter aus, die sich in unterschiedlichen Ausbildungs- und Praktika-Abschnitten befinden. Allein in diesem Jahr konnte die Einrichtung schon 17326 Fortbildungsteilnehmer verzeichnen, davon 5549 in Lübeck. Die Akademie verfügt insgesamt über rund 2800 Mitarbeiter; davon sind 639 in Lübeck in der „Zentrale“ tätig. Darüber hinaus ist die Akademie zuständig für alle Personalgewinnungsmaßnahmen und ist Einstellungsbehörde der Bundespolizei für alle Anwärterinnen und Anwärter (Info: www.komm-zur-bundespolizei.de).

Michael Hollinde

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