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Streit um Entlohnung für Medizin-Studenten

Lübeck Streit um Entlohnung für Medizin-Studenten

Kieler Klinikchefs des UKSH wollen Aufwandsentschädigung im Praktischen Jahr zahlen, einige Lübecker aber nicht – Jetzt hat sich der Marburger Bund eingeschaltet.

Lübeck. Man kann es als Wertschätzung oder als „schöne Geste“ deklarieren; es ist jedoch viel mehr. Für viele der Medizinstudierenden ist die „Aufwandsentschädigung“ von durchschnittlich 400 Euro pro Monat während ihres Praktischen Jahres (PJ), dem Abschlussjahr vor Ende des Studiums, absolut nötig und existenzsichernd. Doch nicht alle Kliniken zahlen sie.

 

LN-Bild

Dr. Henrik Herrmann vom Marburger Bund Schleswig-Holstein und Medizinstudent Tim Schulz (l.) hoffen, dass das UKSH-Masterplan-Motto „Wir schaffen das“ auch für die PJ-Entlohnung gilt.

Quelle: Wolfgang Maxwitat

„Eine Umfrage, die wir im Frühsommer unter den rund 1500 Lübecker Medizinstudenten durchgeführt haben, ergab, dass über 70 Prozent so eine Finanzspritze dringend bräuchten, weil im PJ mit einer 40-Stunden-Arbeitswoche in der Klinik so gut wie keine Zeit mehr für einen Nebenjob übrig ist“, resümiert Tim Schulz, Vorsitzender der Fachschaft Medizin. Ansonsten bleibe nur die finanzielle Hilfe durch die Familie oder ein Studienkredit. Aber ausgerechnet das Uniklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) mit seinen Standorten in der Hansestadt und in Kiel lässt seine Nachwuchsmediziner bisher komplett im finanziellen Abseits stehen – und zahlt gar nichts. Dies hat jetzt sogar den Berufsverband Marburger Bund auf den Plan gerufen, der das Ansinnen der Fachschaft Medizin unterstützt.

„Im Praktischen Jahr sind die Studierenden in erheblichem Maße in den Klinikalltag eingebunden und leisten einen wichtigen Beitrag zum Ablauf in der stationären Versorgung“, erklärt Dr. Henrik Herrmann, MB-Vorsitzender Schleswig-Holstein. Diese Leistung verdiene einfach eine Honorierung; zudem sei sie an den Häusern in Schleswig-Holstein seit vielen Jahren gängige Praxis – „nur das UKSH hat sich bisher ,vornehm’ zurückgehalten“, so der Chefarzt aus Brunsbüttel. Und bundesweit gesehen zahlen nur acht von 34 Unikliniken nicht, darunter die großen wie Berlin und München, merkt der Mediziner an.

Bereits vor einem Dreivierteljahr sind die Lübecker Studenten mit ihrer Forderung – im Schulterschluss mit den Kommilitonen in Kiel – an die UKSH-Verantwortlichen herangetreten. Ergebnis: Während sich in der Fördestadt alle Klinik-Direktoren, von der Anästhesiologie bis zur Urologie, geschlossen für die Einführung einer angemessenen Aufwandsentschädigung aussprachen, stimmten in Lübeck von den 27 Klinikspitzen nur 14 dafür.

Die einfache Mehrheit reicht hier aber nicht. Denn: Um eine landesweite PJ-Honorierung am UKSH einzuführen, hatte es der Vorstandsvorsitzende Prof. Jens Scholz zur Bedingung gemacht, dass sich Klinik- und Institutsdirektoren beider Campus-Standorte einstimmig einigen. Der Marburger Bund hat seine Bitte daher den Chefs von Kliniken und Instituten in Lübeck schriftlich mitgeteilt. „Wir hoffen, dass sich die Verantwortlichen doch noch dem positiven Votum der Kieler Kollegen anschließen“, appelliert Herrmann.

Inzwischen haben die Studierenden im Senat einen erneuten Vorstoß gewagt. „Uns wurde danach ein Gespräch für Mitte August in Aussicht gestellt, aber bisher hat sich niemand mit einem Terminvorschlag bei uns gemeldet“, sagt Tim Schulz. Und um dem Begehr mehr Nachdruck zu verleihen, wurde auch schon eine Gegenmaßnahme beschlossen. So wollen die zirka 200 Lübecker Medizin-Studenten, die im Mai 2017 neu ins PJ gehen werden, einen Bogen um das UKSH machen, falls bis Anfang November keine positive Nachricht vom Campus kommt.

Darauf angesprochen, sagt Prof. Jürgen Westermann, Studiengangsleiter Medizin in Lübeck: „Trotz der knappen Zeit bin ich zuversichtlich, dass wir das noch hinkriegen.“

Drei Tertiale à 16 Wochen

Das Praktische Jahr – auch als „PJ“ bezeichnet – ist der letzte Abschnitt des Medizinstudiums vor der dritten Ärztlichen Abschlussprüfung, wobei zwölf Monate praktische Tätigkeit in einer Universitätsklinik oder einer von der Universität anerkannten Klinik abgeleistet werden müssen. Hier besteht Wahlfreiheit. Das PJ ist dabei in drei Tertiale aus jeweils 16 Wochen gegliedert. Vier Monate müssen in der Chirurgie absolviert werden, vier Monate im Fachbereich Innere Medizin. Für die verbleibenden vier Monate kann vom Studenten ein Wahlfach bestimmt werden.

Michael Hollinde

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