Leinen los für die "Wiking VI" - Kulturbotschafter auf Ostseetörn
Kurs Danzig heißt es für sieben Studenten, die als Lübecks Kulturbotschafter mit der Yacht "Wiking VI" am Sonntag in Travemünde in See stachen."Die Sonne lacht, wähl' Blende acht", mögen sich Eltern, Freunde und Kommilitonen gedacht haben, die Sonntagmittag zur Kaiserbrücke nach Travemünde kamen, um Lübecks Kulturbotschafter standesgemäß zu verabschieden und zu fotografieren.
Skipper Christian Ahlers (26) wird mit einer wechselnden Mannschaft insgesamt zwei Monate unterwegs sein, um für die Hansestadt zu werben. Zur Start-Crew gehören Eva Philipp (23), Lena Weidelt (22), Jakob Slemeyer (22), Jörg Taubert (27) und Dietmar Steinle (28). Neben Danzig zählen während des Ostseetörns Klaipeda, Riga, Tallin, St. Petersburg, Kotka, Helsinki, Turku, Visby, Stockholm, Kopenhagen und Malmö zu den Zielhäfen. Die angehenden Mediziner, Politik- und Sportwissenschaftler, Bootsbauingenieure und Geografie-Experten wollten nicht "einfach nur so segeln". Ideengeber Christian Ahlers: "Wir möchten für Lübeck und die Stadt werben. Im Rahmen einer Liberalisierung der Gesellschaft fühlen wir uns für den Kulturaustausch der Ostseestädte mit verantwortlich. Nur zu segeln, das ist uns zu wenig."
Begeistert von der Idee war auch Stadtpräsident Peter Sünnenwold, der in Begleitung von Hansjörg Wittern (Bereich Kunst und Kultur) nach Travemünde gekommen war. Lübecks Erster Bürger erinnerte in seiner Rede an die Hansezeit und die 2500 Schiffe, über die Lübeck damals verfügte. Und noch heute sei die Stadt der größte deutsche Fährhafen sowie der größte deutsche Ostseehafen. Als Aufmerksamkeit an die offiziellen Vertreter der anderen Städte überreichte Peter Sünnenwold neben einer Urkunde, die auf die besondere Bedeutung des Törns hinweist, auch Rotspon und Marzipan. "Aber als Gastgeschenk, nicht als Notration", ergänzte der CDU-Politiker scherzend.
Für reichlich Proviant an Bord ist gesorgt. Rund um die Kombüse wurden knackiges Gemüse aber auch Erasco-Dosen verstaut. Sogar frisches Brot wird es an Bord geben. Während der mehrwöchigen Vorbereitung auf den Törn probierte die Crew aus, wie sich aus Fertigbackmischungen Brot in der Pfanne herstellen lässt. Alkohol wurde ebenfalls gebunkert, "den gibt es aber nur an Hafentagen" betonte Christian Ahlers. Und wer ist für die Backschaft an Bord zuständig? Müssen das die beiden einzigen Frauen machen? "Bei uns macht jeder selbstverständlich alles", so der Skipper.
Dann wurde es ernst. Vom Stadtpräsidenten gab's noch einen offiziellen Abschiedsschluck, Eltern und Freunde wurden zum vorerst letzten Mal umarmt. Selbst Günter Grass kam noch auf die mehr als elf Meter lange Stahl-Slup, jedoch nur als Bild- und Textband - ein zusätzliches Gastgeschenk der Kulturbotschafter. Dann hieß es Leinen los und der Spinnaker mit dem Kulturstadt-Logo blähte sich im Wind.
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