Uetersener Nachrichten vom 26.07.2005 19:12
Gutschein vom Amt
ARGE fördert jetzt die neuen Jobs/Vorteile für Arbeitgeber und Angestellte.Die Prognosen stimmten nicht. Tatsächlich hat die ARGE viel mehr Kunden, als ursprünglich errechnet wurde. Eine schwierige Situation, die nach den ersten sechs Monaten zu kreativen Lösungen führte. Ganz neu: Der Integrationsgutschein.
Von Eveline Düstersiek
Kreis Pinneberg. Das besondere Augenmerk von Sven Hinrichsen und Wolfgang Behring, Geschäftsführer der ARGE, gilt der Gruppe junger Menschen bis 25 Jahren. Etwa 1300 warten zur Zeit auf Angebote für Weiterbildung oder Arbeitsgelegenheiten. Ihr Handicap: Die Mehrheit hat keinen Hauptschulabschluß.
Um Arbeitgebern die Anstellung schmackhafter zu machen, entwickelte die ARGE den Integrationsgutschein. Ein Arbeitgeber bekommt einen Lohnkostenzuschuß von 500 Euro im Monat für das erste halbe Jahr Beschäftigung, wenn er mit dem ARGE-Kunden einen Vertrag über mindestens 12 Monate abschließt.
Zusätzlich wird Weiterbildung, etwa für einen Gabelstaplerschein oder das Erlernen eines Computerprogramms, mit 1000 Euro gefördert. Der Arbeitnehmer erhält 500 Euro als Prämie, damit er sich Arbeitskleidung oder Fahrkarten kaufen kann.
Der Integrationsgutschein wird ab sofort an Arbeitslose ausgegeben, die trotz einer Vielzahl von Bewerbungen bisher kein Jobangebot erhalten haben. „300 bis 400 abgelehnte Bewerbungen sind keine Seltenheit“, zeigte Hinrichsen die Dramatik der Situation auf.
8600 Bedarfsgemeinschaften hat der Bund für die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) des Kreises Pinneberg vorhergesagt. Die Leistungszentren Elmshorn, Pinneberg, Tornesch-Uetersen und Wedel selbst hatten mit 9100 gerechnet.
Die tatsächliche Zahl von knapp 12000 Bedarfsgemeinschaften sorgten zunächst für erheblichen organisatorischen Nachbesserungsbedarf. Doch nach nunmehr sechsmonatiger Arbeit scheinen die anfänglichen Probleme gelöst.
Sven Hinrichsen und Wolfgang Behring zogen Bilanz für „die Mammutaufgabe“. Rund 21400 Menschen werden momentan als Bedarfsgemeinschaften von der Arge betreut. Ein Paket, das für die ursprünglich 141 Mitarbeiter zu schwer wog. Die Aufstockung um 30 Kollegen machte es möglich, daß innerhalb der ersten sechs Monate 47500 Beratungsgespräche geführt und 22700 Leistungsanträge bearbeitet werden konnten. Der Erfolg: 1363 Kunden wurden in Arbeit gebracht. Etwa die Hälfe von ihnen konnte in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden.
Die anderen befinden sich in Integrationsprojekten oder 1-Euro-Jobs. Eine Leistung, auf die die Geschäftsführer stolz sind. Doch sie wissen, daß noch viel zu tun bleibt. Neben der Klärung der finanziellen Fragen geht es ihnen vor allem darum, ihre Kunden in Arbeit zu bringen.
In den letzten 7 Tagen schon 4 mal gelesen - zuletzt am 07.02.2010 um 18:11.
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