ln-online/lokales vom 25.05.2006 01:00
Landesvater als Vorkoster auf Wotersen: Ein Philosoph der Wurst
Wotersen - Wohlschmeckende Salami regt den Geist an: Beim "Wurstphilosophikum" in Wotersen formulierte Peter Harry Carstensen gar die Forderung nach einem Reinheitsgebot für Wurst.Die Wurst steckt in vielen Sprichwörtern: "Das ist mir Wurst - also gleich, da sie ja zwei Enden hat; jetzt geht's um die Wurst; und wer Glück hat, kriegt eine Extrawurst." Die schwäbische Frohnatur Eugen Nagel brachte in seiner poetischen Rede noch weit mehr Wendungen ein, um die Bedeutung der Wurst klar zu machen, die "Herz, Geist und Magen im Sturm zu erobern vermag".
Beim "Wurstphilosophikum", einer Gala, die am Dienstagabend im Rahmen des "Ersten Wurstfestivals des Nordens" auf Schloss Wotersen gefeiert wurde, sollten Augenmerk und Geschmacksnerven einzig auf Produkte der traditionellen, handwerklichen und nicht industriellen Machart gerichtet werden: Veranstalter war die so genannte Aktionsgemeinsschaft pro traditionelle Fleisch- und Wurstspezialitäten e.V. mit Sitz in Frankfurt und Eugen Nagel als erstem Vorsitzenden.
Neben dem Fleischergewerbe und Herstellern für Naturdärme und Gewürze, Veterinärmedizinern und der Fachpresse war unter den Gästen auch Prominenz norddeutscher Politik und Wirtschaft mit Ministerpräsident Peter Harry Carstensen an der Spitze. Der begeisterte Koch und Fleischgourmet aus Dithmarschen lobte das Engagement des Vereins, die deutsche "Ur-Wurst" mit wenigen, aber sehr guten Zutaten zu fördern. Wenn es ein Reinheitsgebot für Bier gäbe, sei dies auch für Wurst sinnvoll. "In guter Wurst stecken Kultur und Tradition und handwerkliches Wissen aus einer Zeit, als es noch keine Kühlschränke gab", so Carstensen. Sein Gewicht von über 100 Kilo und seine gute Seele begründete er indes mit dem Genuss vieler guter Fleischwaren wie der Holsteiner Mettwurst.
Die gab es auch am Abend zu verkosten und daneben so spezielle Sorten wie Grützwurst (mit Innereien und viel Schweinblut): "Tradition hin oder her - Grützwurst mag ich nicht essen", verriet Gero Jentzsch, Pressesprecher des Deutschen Fleischer-Verbands. Peter Harry Carstensen aber aß auch die mit Appetit. nh
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