ln-online/lokales vom 01.06.2006 01:00
Milliardärs-Yacht "Pelorus" hat am Lübecker Behnkai festgemacht
Die elftgrößte Yacht der Welt vor den Media Docks
Erst scheint es nicht mehr als ein großes Schiff zu sein, was da gestern kurz vor 12 Uhr am Horizont vor Travemünde auftaucht. Gewiss eine der vielen Fähren, mögen Spaziergänger und Urlauber denken und rühren sich nicht. Dann rückt der Gigant näher und näher - die ersten Menschen bleiben stehen, zeigen drauf, zücken die Kameras. Spätestens als das Prachtstück die Nordermole passiert, ist klar: Hier kommt etwas ganz Besonderes. Dreimal dröhnt die mächtige Schiffssirene durchs Ostseebad. Die "Pelorus" läuft ein.
Majestätisch gleitet die Yacht des russischen Öl-Milliardärs Roman Abramowitsch an der "Passat" vorbei. Gleich lang sind die Schiffe, sonst aber haben die Viermastbark, Baujahr 1911, und die vor drei Jahren auf der Lürssen-Werft in Schacht-Audorf, Kreis Rendsburg-Eckernförde, gebaute "Pelorus" wohl nichts miteinander gemein. Platz elf nimmt der Luxus-Traum mit Hubschrauber-Landeplatz unter den größten Yachten der Welt ein, wirkt dennoch schnittig und elegant und zieht selbstverständlich alle Blicke auf sich auf dem Weg bis in die Lübecker Innenstadt. Um Abramowitsch dort, am Behnkai, in den kommenden Wochen als Basis zu dienen für seine Ausflüge zu sämtlichen Spielen der WM, die der Fußball-Fan und Eigentümer des Londoner Klubs FC Chelsea per Helikopter ansteuern wird.
An Bord ist der scheue, schwerreiche Mann wohl noch nicht - offizielle Angaben dazu werden allerdings nicht gemacht. Überhaupt ist die "Pelorus" ausgezeichnet abgeschirmt. Der Anleger an den Media Docks wird mit Absperrgittern und durch Angestellte eines privaten Sicherheitsdienstes geschützt, die 46 Mann Besatzung sind zu Stillschweigen verdonnert. Die Scheu des Mannes, dessen Vermögen auf 14 Milliarden Euro geschätzt wird, vor der Öffentlichkeit soll so weit gehen, dass er angeblich mit einem Mini-U-Boot aus dem Rumpf der "Pelorus" aufnahmefreudigen Fotografen und neugierigen Zaungästen zu entfleuchen sucht.
"Ein U-Boot ist da nicht", sagt hingegen Rüdiger Pfaff, und der muss es eigentlich wissen. Der Vorsitzende der Schiffergesellschaft hat als Lotse an Bord den Weg der Luxusyacht in die City betreut. "Die ,Pelorus' ist gut ausgerüstet, lässt sich ausgezeichnet manövrieren, ist aber sonst wie jedes andere Schiff auch", gibt sich Pfaff unbeeindruckt. Die Privatgemächer des Milliardärs habe er nicht besichtigen können, berichtet er. "Auf der Brücke ist alles, was andernorts mit Blech verkleidet ist, mit Leder abgedeckt, insgesamt sehr komfortabel", schildert er seine Eindrücke.
Die Zuschauer an Land sind enthusiastischer. "Bombastisch, Wahnsinn", staunen Kerstin Theobald und Andy Rickert, die zufällig auf der Wallhalbinsel flanieren, "sieht toll aus." Das Anlegemanöver dauert seine Zeit, zwei der drei Beiboote werden aus dem Schiffsinneren zu Wasser gelassen. Ein wenig Platz ist noch frei vor der "Pelorus", die nun vor der Altstadtkulisse glänzt. Dort soll nach LN-Informationen in einer Woche eine weitere Yacht von Abramowitsch festmachen - zwei hat er ja noch, die "Le Grand Bleu" (107 Meter) und die "L'Ecstasea" (85 Meter). Der Milliardär selbst soll mit dem Hubschrauber einfliegen - wann, sagt keiner. Sicher ist aber eines: Ein Ausflug zu den Media Docks lohnt sich für alle, die den Anblick eines schönen Schiffes schätzen und die vielleicht den Traum vom Luxus träumen möchten.
In den letzten 7 Tagen schon 19 mal gelesen - zuletzt am 29.11.2009 um 21:09.
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