ln-online/lokales vom 23.06.2006 01:00
Masterplan für Travemünde: So geht es wieder an die Spitze
Lübeck - Travemünde soll das Ostseebad Nr. 1 werden. Bis 2016 müsste sich die Anzahl der Betten verdoppeln, so ein Hotel-Experte. Wo und wie investiert werden soll, listet jetzt ein neues Konzept auf.Reiche Rentner, ade. Travemünde will sich vom etwas miefigen Image der 70er Jahre befreien – und "wieder das Ostseebad Nummer eins" werden, wie Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel (CDU) es ausdrückt. Dabei helfen soll ein Konzept mit dem sperrigen Titel "Maritime Entwicklung Travemünde". Der Vorschlag der Projektentwickler von "Drees & Sommer" soll umgesetzt werden – darin sind sich CDU, SPD und FDP einig. Einzig die Grünen warnen vor dieser "Fehlentwicklung", so Carl Howe. Er befürchtet erneute Bausünden in Lübecks schönem Ostseebad.
Denn gebaut werden soll in Travemünde. Und das nicht wenig. Das Konzept skizziert vier Bereiche im Ort, die der Veränderung bedürfen. Halbedel rechnet mit Investitionen von bis zu 150 Millionen Euro.
Der Parkplatz Baggersand soll weichen. Auf der Fläche, die teilweise auch bis zum Wasser reicht, stellen sich die Stadtplaner ein Jugendhotel vor samt Freizeitangeboten wie Sport oder Kultur. Außerdem ein "Kaufhaus des Nordens". Die Parkplätze könnten in einer Tiefgarage verschwinden. Am Fischereihafen hingegen soll sich nichts ändern.
Die Einrichtungen des Tennis- und Hockeyclubs (TTHC) sollen an die Steenkamp-Schule verlagert werden – das Gelände an der Parkallee könnte für Hotels und Gastronomie genutzt werden. Hier soll ebenfalls eine Tiefgarage gebaut werden, so die Vision der Stadtplaner.
Das Leuchtenfeld wird vom Parkplatz zum Landschaftspark. Die Stellplätze werden an den Lotsenberg in ein Parkhaus verlagert. Durch die neue Paul-Brümmer-Straße und den Kombibahnsteig von Bahn und Bus fällt der ZOB weg – und ein weiteres Areal für Hotel und/oder Ladenzeile wäre frei.
Außerdem pocht die CDU auf ein Schwimmbad in Travemünde. Als möglichen Standort sieht Fraktionsvize Klaus Petersen das TTHC-Areal. SPD-Mann Ulrich Pluschkell kann sich aber auch ein Bad am Baggersand vorstellen. Rechnet man die Vorschläge des Konzeptes und die derzeit laufenden und diskutierten Projekte (siehe oben) zusammen, dann kommt man auf vier neue Tiefgaragen und bis zu sieben neue Hotels.
Nach Auffassung des renommierten Hotel-Experten Michael Widmann sind die auch dringend notwendig. Auf der CDU-Veranstaltung "Wie viele Betten braucht Travemünde?" sagte er, der Ort müsse seine Bettenanzahl von derzeit 2500 in zehn Jahren verdoppeln. CDU-Fraktionschef Klaus Puschaddel sieht die Zukunft für Travemündes Hotellerie nicht in Billig-Ketten, sondern in "qualitativen Angeboten" – für Familien wie für Singles. Puschaddel plädiert für die Umsetzung des "Masterplans Travemünde". Richtig neu ist das Konzept nicht, es liegt seit 1997 in den Schubladen der Verwaltung. Man war sich aber lange uneins, wie die Flächen zu vermarkten wären.
In den letzten 7 Tagen schon 4 mal gelesen - zuletzt am 29.07.2010 um 01:51.
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