Im neuen SPD-Grundsatzprogramm wollen die Genossen aus Ostholstein verankern, wie die Probleme bei stagnierendem Wachstum zu lösen sind: "Geld sollte auf die Funktion als Wertmaßstab und Wertspeicher beschränkt werden und nicht durch Zinsen wachsen, während die Einkommen aus Arbeit stagnieren oder fallen", heißt es in dem skurril wirkenden Antrag des Eutiner Kreisverbandes an den Landesparteitag am 24./25. März in Neumünster. "Unser Vorschlag: Die Fehleinschätzung in der Bewertung unseres Geldwesens auszuräumen und ein Umdenken einzuleiten."
Die CDU versucht, ihr Entsetzen über den Koalitionspartner zu bagatellisieren. "Ich habe selten so gelacht. Die Frage nach den verheerenden Folgen der Abschaffung von Zinsen für eine Volkswirtschaft ist eine beliebte Prüfungsfrage im Vordiplom von Wirtschaftswissenschaftlern", sagt Tobias Koch, CDU-Finanzexperte im Landtag. "Das ist Liedgut aus den 70er Jahren", kommentiert Wirtschaftsminister Dietrich Austermann. "Der SPD-Kreisverband Ostholstein offenbart mit seinem Antrag, dass er im dritten Jahrhundert nach Karl Marx immer noch an dessen abstruse Ideen glaubt", sagt FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki. "Wer Zinsen verbieten will, vertreibt das Kapital und sorgt damit für Arbeitslosigkeit."
Auch der Bundesverband Deutscher Banken hält die SPD-Ideen für völlig abwegig. "Geld würde in unserem System nicht mehr verliehen werden, wenn es keinen Zins dafür gäbe", sagt Verbandssprecher Oliver Wolfrum. Auch Sparen mache ohne Zinsen keinen Sinn.
"Wir sind eine debattierfreudige Partei, da kommt so etwas schon einmal heraus", rechtfertigt Ostholsteins SPD-Kreisvorsitzende Regina Poersch den durchaus ernst gemeinten Antrag. Bereits im vergangenen September sei die Vorlage auf Kreisebene abgenickt worden. Poersch räumt dem Vorstoß aber wenig Chancen ein. Viele andere Kreisverbände hätten bereits ihre Ablehnung signalisiert.
Sitting-Bull schrieb am 18.04.2007 13:14:
Die üblichen Todschlagargumente. Dennoch hat der Antrag recht: Unser Geldsystem ist ungerecht, a-moralisch, Ursache für die aufklaffende Schere zwischen Arm und Reich, Verschuldungskrisen, Kriegen. Das war schon in der Zeit des alten Testamentes bekannt. Wer sich bilden möchte, dem seien die Bücher von Stephen Zarlenga oder Bernard Lietaer empfohlen.
Jost Imhof schrieb am 18.05.2007 12:19:
Ich gratuliere Ihnen für den Mut, die Zinsen abzuschaffen
Zinsen sind ein Grundübel, wie sie Gesell bezeichnete.
Wer hat Angst vor Silvio Gesell? ISBN 3-00-000204-9
Zinsen sind kein Naturgesetz,
sondern eine Fehlentwicklung,
die abzustellen ist.
Gesells Ideen wurden 1932 in Wörgl erfolgreich verwirklicht.
Die Arbeitslosigkeit sank dort um 25,
entgegen dem allgemeinen Trend.
ahmet8639 schrieb am 02.05.2009 11:19:
Diese Neoliberalen haben nichts aber auch nichts dazu gelernt....allen übels ist der Zins schuld an dieserer krise...schaut euch die arabische finanzsytem an..sie ist stabil hatte nie große krisen und sie läuft eibungslos...die haben nicht dieses krebsgeschwür zinsen
kontakt@buergerbank.de schrieb am 04.08.2009 09:49:
fakt ist, daß jedwede positive verzinsung ansprüche auf die bestehende geldmenge auslöst. Wer also nicht einen ausgeglichenen saldo von zinseinnahmen und ausgaben hat, zahlt in diesem ungerechten geldsystem drauf es geht nicht darum zinsen abzuschaffen, sondern die polarität zu ändern. die sog. liquiditätsprämie wird nicht mehr individuell vereinnahmt sondern gemeinschaftlich für alle menschen.
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