ln-online/lokales vom 22.03.2007 00:00
Mit dem Rad auf den Spuren der Pilger
Bad Segeberg - Mit dem Fahrrad können sich historisch Interessierte jetzt auf die Spuren der Christianisierung Schleswig-Holsteins begeben, und zwar mit Hilfe einer neuen Radwanderkarte über den so genannten Mönchsweg. Er führt von Glückstadt durch die Kreise Steinburg, Segeberg, Plön und Ostholstein bis nach Fehmarn. Aus den Niederlanden kommend sind vor weit über 1000 Jahren Mönche bei Glückstadt nach Schleswig-Holstein vorgestoßen, um als Missionare und Pilger das Christentum zu den Menschen zu bringen. Der Weg, der schließlich auf Fehmarn endet, heißt seither "Mönchsweg", ist 343 Kilometer lang - und schön. Und zwar so schön, dass man diesen Weg nachvollziehbar machen sollte, am besten per Rad. Das fanden zumindest die Nordelbische Kirche, das Erzbistum Hamburg und die vier Landkreise. Fehlte nur noch jemand, der die Route attraktiv darstellen könnte. Und der wurde im Bielefelder Verlag BVA gefunden, der mit Radwanderkarten Routine hat. Herausgekommen ist eine wirklich attraktive, informative und schön bebilderte Karte mit Erläuterungen, die Radler nicht nur durch die schöne Landschaft führt, sondern ihnen vor allem die kirchenhistorisch bedeutsamen Orte unterwegs zeigt und nahe bringt - vor allem Kirchen. Zum Beispiel den ehemaligen Klosterhof in Itzehoe, Rantzau-Schloss und Kapelle in Breitenburg, die Maria-Magdalenen-Kirche in Bad Bramstedt, die einzige ökumenische Waldkapelle des Landes in Mönkloh, Mönch Vicelins erstes Kloster in Bad Segeberg (zum Kloster Nütschau bei Bad Oldesloe gibt es einen kleinen Abstecher), die Jakobi-Kirche in Bornhöved, St. Petri in Bosau, Eutins Schloss und St. Michaelis bis Oldenburg, einem ehemaligen Bischofssitz. Über 70 Kirchen liegen am Weg, aber auch weltliche Bau-Schönheiten sind beschrieben, wie zum Beispiel die Wassermühle von Klein Rönnau oder der Pagodenspeicher von Neustadt.
Wer die einzelnen Routen nachfahren möchte, sollte sich unbedingt zuvor im Internet unter http://www.moenchsweg.de
Die einzelnen Karten im Maßstab 1:50 000 sind leicht zu lesen und aufschlussreich. Das gesamte Material ist in Form eines Spiralblocks robust gestaltet und kostet 9,95 Euro. Praktisch: Alle 23 Karten sind eingenordet, das lästige Kartendrehen entfällt also. Die Streckenführung orientiert sich vor allem an der Schönheit der Landschaft - dafür müssen allerdings auch mal nichtasphaltierte Radwege in Kauf genommen werden. In wenigen Tagen wird die Strecke (in beiden Richtungen) mit zahlreichen Schildern versehen.
Am 12. Mai gibt Ministerpräsident Peter Harry Carstensen den Mönchsweg bei einem großen Fest in Oldenburg (12 bis 18 Uhr, Marktplatz) offiziell frei.
In den letzten 7 Tagen schon 1 mal gelesen - zuletzt am 29.07.2010 um 21:46.
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