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Lübeck: Aufstand gegen den Herrentunnel
Wie teuer wird die Maut für den Herrentunnel? Foto: Neelsen/LN
Der Herrentunnel wurde anstelle der maroden Herrenbrücke gebaut, der Bund hat sich mit 90 Millionen Euro beteiligt. Die private Herrentunnel GmbH betreibt die im August 2005 eröffnete Röhre und darf 30 Jahre lang Maut kassieren, um die Kosten des176 Millionen Euro teuren Tunnels einzuspielen. Nach diesen 30 Jahren fällt dieser dann an die Stadt. Lübecks Politiker aber wollen das Bauwerk jetzt nicht mehr haben - sie fordern, dass der Bund den Herrentunnel als Bundesstraße schnellstmöglich übernimmt. "Das wäre die optimale Lösung", sagt Peter Reinhardt, SPD-Fraktionschef in der Bürgerschaft. Man werde im Stadtparlament einen entsprechenden Antrag stellen. "Der Tunnel muss in die öffentliche Hand", sagt auch Ragnar Lüttke, Chef der Linken in Lübeck. Dafür müsste nach Ansicht der Linkspartei zunächst das "Fernstraßenbauprivatfinanzierungsgesetz" geändert werden. Es regelt die privat finanzierten und mautpflichtigen Straßen in Deutschland. Einen entsprechenden Gesetzentwurf haben die Linken bereits in den Bundestag eingebracht. Auch der Lübecker FDP-Vize Thomas Schalies erklärt: "Der Tunnel hat eine Testfunktion." Sollte die Maut weiter drastisch steigen, stehe der Bund in der Pflicht, so der Liberale.
Diese Forderung hat für CDU-Fraktionschef Andreas Zander "keine "realistische Chance". Der Bund müsse sich nicht bewegen. Das allerdings sieht Parteifreund und Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel anders: "Das ist eine Alternative, auch wenn sie vielen noch als utopisch erscheint." Wenn es in der Mautfrage nicht zu einer Lösung komme, "dann ist das Projekt gescheitert - und man muss auf die Ausgangsposition zurück".
Die Herrentunnel GmbH zeigt sich aufgeschlossen. Sowohl sie als auch die Stadt "wollen ein Kind los werden, mit dem beide nicht glücklich sind", so Tunnel-Chef Peter Bartsch. Laut Vertrag kann der Tunnel nach zehn Jahren an die öffentliche Hand verkauft werden. "Ich kann mir durchaus vorstellen, dass unsere Gesellschafter in diesem Punkt mit sich reden lassen."
Die Frage der aktuell geplanten Mauterhöhung wurde gestern in Kiel nicht entschieden. Austermann erklärte, er halte eine Konzessionsverlängerung "für eine Möglichkeit, die Mauthöhe zu stabilisieren oder gar zu senken".
Das Bundesverkehrsministerium war gestern nicht zu erreichen. Seite 2, Lübeck
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