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vom 01.09.2007 00:00
vom 01.09.2007 00:00
Gemeinschaftsschule: CDU gibt ihren Widerstand auf
Lübeck - Die CDU-Mehrheit im Rathaus nimmt einschneidende Veränderungen in ihrer Schulpolitik vor. Die Einrichtung von Gemeinschaftsschulen in der Hansestadt wird nicht mehr kategorisch ablehnt. "Wir handeln nicht aus Überzeugung, sondern passen uns den Gegebenheiten an", erklärt Ingrid Schatz, schulpolitische Sprecherin der CDU. Zur nächsten Bürgerschaftssitzung am 13. September beantragt die Partei, den Beschluss vom 26. Mai 2005 aufzuheben. Damals setzten die Christdemokraten durch, dass es in Lübeck keine Gemeinschaftsschulen geben sollte. Mit dem neuen Landesschulgesetz vom Januar 2007 habe sich die Lage geändert, so Schatz. Das Gesetz sieht Gemeinschaftsschulen ausdrücklich vor. Nach monatelangen Diskussionen beugt sich die lübsche Union nun den Vorgaben.
Zugleich will die Partei aber den Ausbau von Gemeinschaftsschulen begrenzen. Neben den drei bestehenden Gesamtschulen, die ohnehin umgewandelt werden, soll es nur noch in Moisling eine Gemeinschaftsschule geben. Für den Rest der Hansestadt bevorzugt die Union die Regionalschule.
Die politische Konkurrenz begrüßt grundsätzlich den neuen Kurs der Rathaus-Mehrheit. "Der Beschluss kommt spät, aber zum Glück kommt er überhaupt", sagt Gabriele Schopenhauer, Bildungsexpertin der SPD. "Fortschrittlicher denkende Menschen haben sich gegen die Hardliner, die ewig Gestrigen endlich durchgesetzt", so Schopenhauer. Allerdings gehe der CDU-Antrag nicht weit genug. Wünsche von Eltern, Schülern und Lehrern, auch in anderen Stadtteilen Gemeinschaftsschulen einzurichten, dürften nicht ignoriert werden.
"Die CDU braucht nicht nur bei diesem Thema drei bis fünf Jahre, um eine Erkenntnis reifen zu lassen", kritisiert Bernd Möller. "Wir hätten längst weiter sein können, hätten bereits eine vierte Gesamtschule haben können, was vielen Schülern und Eltern Frust erspart hätte", sagt der Fraktionsvize der Grünen. Möller sieht Potenzial für Gemeinschaftsschulen in St.Jürgen und Kücknitz. In dieser Frage werde es weiter Krach mit der CDU geben. Die FDP begrüßt, dass die Union ihr kategorisches Nein beerdigt. "Jeder sollte die freie Schulwahl haben", erklärt Bildungspolitiker Alexander Unmack. Ohne die Landesschulreform hätte die lübsche CDU ihre Politik nicht verändert, sagt Ingrid Schatz. Ein ausführliches Interview mit der schulpolitischen Sprecherin lesen Sie am morgigen Sonntag. dor
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