Wille liegt mit Rex ohnehin im Clinch. Der Lübecker Chef-Ermittler war von Ende 1994 bis 1998 dem Verdacht nachgegangen, ob Ex-Ministerpräsident Barschel ermordet wurde. Derzeit kämpft der 62-Jährige um die Veröffentlichung eines Buchs zu der Affäre, die sich dieser Tage zum 20. Mal jährt. Der Generalstaatsanwalt hat ihm eine Veröffentlichung untersagt - dienstlich erworbenes Wissen dürfe nicht zu barer Münze gemacht werden.
Die aktuellen Vorwürfe weist Wille zurück. "Ich habe in den Räumen der Staatsanwaltschaft keine Feier veranstaltet", sagte er den LN. Richtig sei, dass er 1999 zum 50. Geburtstag seiner Ehefrau in die so genannte "Baracke", einen Veranstaltungsraum vor den Mauern der Justizvollzugsanstalt (JVA) Lübeck, geladen habe. Dabei sei ein Stripper aufgetreten. Die Anmietung der Räumlichkeit habe er ordnungsgemäß abgerechnet.
Den Hinweis auf eine mögliche Fete in Diensträumen bekam der Generalstaatsanwalt von der FDP mit Umweg über das Justizministerium. Ministerpräsident Carstensen (CDU) wurde informiert. In dem Schreiben fragt FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki an, ob die Gerüchte zuträfen. "Nicht dass ich prüde bin, aber wenn Herr Leitender Oberstaatsanwalt in den Räumen der Staatsanwaltschaft einen Männerstrip organisiert, fördert das nicht das Ansehen der Staatsanwaltschaft", formuliert Kubicki. Quelle seiner Vermutungen ist ein Gespräch am 6. September auf dem "Hansetreff" des ZDF in Hamburg, an dem Kubicki und Ehefrau, ein Regierungssprecher und "ein Vorgänger des jetzigen Justizministers" teilnahmen.
Die Generalstaatsanwaltschaft wollte gestern keine Stellung beziehen. "Ich werde gerichtlich gegen die Vorwürfe vorgehen, damit der Urheber dieses Gerüchts zur Rechenschaft gezogen wird", erklärte ein aufgebrachter Wille. Lübecks JVA-Leiter Peter Brandewiede bestätigte, dass es in der "Baracke" in jüngster Zeit keine Feier gegeben habe.
Ein Disziplinarverfahren kann eingeleitet werden, wenn "zureichende tatsächliche Anhaltspunkte dafür bestehen, dass jemand seine dienstlichen Pflichten verletzt haben könnte". Heißt: Ein vager Verdacht reicht. Am Ende der Ermittlungen kann eine Einstellung, eine Ermahnung, ein Verweis oder eine Geldbuße stehen.
Gordian Hense schrieb am 14.09.2007 10:06:
Ja, genau das sind die Methoden mit denen der Fall immer noch klein gehalten werden soll. Man schafft Ablenkungsmanöver und versucht die Ermittler oder Beteiligten zu diskreditieren. So wie es Eduard Breimann in seinem neuen Buch "Projekt-Hannibal" auch beschreibt. Es ist schon interessant, dass der Fall immer noch so brisant ist, das Strippenzieher aktiv werden.
Peter Liebmann schrieb am 20.09.2007 13:26:
Hier zeigt sich die tiefe innere Not um den General, bestätigt jedoch Wille. Es gibt Gründe zur Annahme, dass Rex aufgrund der öffentlichen Informationen schon bald nicht mehr tragbar sein kann. Wille wäre für diesen Posten der richtige Mann. Das könnte gerade der Marzipanstadt Lübeck wegen der Schlüsselposition in den Engholm-Spiegel Affären gut zu Gesicht stehen.
Peter Liebmann schrieb am 27.09.2007 16:40:
Heute um 14:46 meldet die WELT, der Generalstaatsanwalt warne vor einseitigen Mordthesen. Einseitigkeit hatten wir 20 Jahre und genau diese Einseitigkeit will und muss Rex sich wohl bewahren. Kämpfen bis zum Schluss und niemals aufgeben, das ist seine Botschaft an diejenigen denen es nützt. Nicht nur Engholm hatte Chancen genug, für Aufklärung zu sorgen. Er tat es aber nicht
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Wir haben gestern eine Menge Freunde verloren. Und das nur durch zwei, drei falsche Klicks an der falschen Stelle. Aber facebook verzeiht nicht. Der Schaden ist irreparabel.
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