ln-online/lokales vom 07.10.2007 00:00
Verein Allmende gewinnt Landeswettbewerb "Netzwerk Nachbarschaft 2007"
Ahrensburg - Die besten Nachbarn in Schleswig- Holstein wohnen in Ahrensburg. Ministerin Dr. Gitta Trauernicht überreichte jetzt eine Urkunde und 1000 Euro zu Gunsten des Wohnprojektes.Die besten Nachbarn in Schleswig-Holstein wohnen in Ahrensburg: Der Verein Allmende Wulfsdorf wurde von 23 Bewerbern im Norden Landessieger beim Wettbewerb "Netzwerk Nachbarschaft 2007". Das Bauprojekt, bei dem 250 Menschen in einem sozialen und ökologischen Netzwerk zusammen leben und arbeiten, überzeugte die Jury, der unter anderem der Künstler Janosch angehört.
Am Freitag übergab Dr. Gitta Trauernicht, Ministerin für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren, die Urkunde und einen Scheck über 1000 Euro zu Gunsten des Wohnprojekts. Aus den 16 Landessiegern wird nun in Berlin der Bundessieger ermittelt; ausgelobt hat den Wettbewerb zum vierten Mal die Bausparkasse der Postbank BHW.
Es geschieht sicher nur selten, dass eine Ministerin alle ihre Ressorts auf einmal abdecken kann, aber in diesem Punkt war jeder Aspekt vertreten. "Das Projekt überzeugt unter anderem dadurch, dass der Verein einen Sozialfonds für Familien in Not eingerichtet hat, die anderenfalls gezwungen wären, die Allmende zu verlassen", so die Ministerin. "Jung und Alt wohnen in Mehrgenerationenhäusern, in WGs oder im betreuten Wohnen unter einem Dach." Dazu kommen ein Heilpraktikerzentrum, Ateliers, ein Kindergarten, Sportanlagen und demnächst ein Haus, in dem erwachsene Behinderte betreut werden können. Mit 100 Eigentumswohnungen und zehn Sozialwohnungen ist die Allmende Wulfsdorf das größte Wohnprojekt Norddeutschlands.
Ministerin Trauernicht lobte den Landessieger als Beispiel für vorbildliches ehrenamtliches Engagement in einem nachbarschaftlichen Netzwerk. "Wir müssen überall dahin kommen, dass das Prinzip der Großfamilie in moderner Form wiederentdeckt wird. Das ist ein soziales Kapital, das wir brauchen." Gute Nachbarschaft fange schon im Kleinen an, wenn man wisse, dass einem im Notfall jemand helfe. "In Schleswig-Holstein hat sich die Kultur der Nachbarschaft gut entwickelt", so die Ministerin weiter, "Hunderte haben sich für die Fortbildung zum Seniorenbegleiter gemeldet." Sie appellierte für ein gelebtes Miteinander zum Wohle aller: "Das schönste Haus macht seine Bewohner nicht glücklich, wenn sie einsam sind."
In der Allmende Wulfsdorf ist keiner einsam, und die Häuser sind trotzdem schön. "Sie haben hier etwas Besonderes geschaffen, das beweist, dass Gemeinschaft viel bewegen kann", erklärte Laudator Eggo Rettmer von der Postbank. "Ich lebe in der Stadt und weiß nicht, wer über mir wohnt - hier ist das anders." Denn zum Wohnkonzept der Allmende gehört eine offene Kommunikation mit Fürsorgepflicht füreinander. Außenanlagen werden in nachbarschaftlicher Selbsthilfe gestaltet, es gibt Obst- und Gemüsegärten und einen Teich mit Strand. Hervorgegangen ist die Allmende aus dem benachbarten Gut Wulfsdorf, einem Bauernhof, in dem mehrere Familien zusammen leben und arbeiten.
In den letzten 7 Tagen schon 15 mal gelesen - zuletzt am 18.03.2010 um 18:33.
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