ln-online/lokales vom 27.03.2008 19:15
Alarm in Lübeck: Großdemos legen die Stadt lahm
Durch den Aufmarsch der rechtsextremen NPD und mehrere Gegendemonstrationen mit geschätzten 3000 Teilnehmern wird das öffentliche Leben in Lübeck vielerorts zum Erliegen kommen. Foto: LN
Lübeck vor den Demos: Wie gefährlich wird der Sonnabend?
Die Polizei rechnet daher mit erheblichen Staus vor allem im Westen der Stadt. Massiv von den Sperrungen betroffen sein wird auch der Stadtverkehr, da der Zob ebenfalls abgesperrt wird. "Wir werden am Sonnabend nicht annähernd einen regelmäßigen Busverkehr gewährleisten können", kündigt Stadtverkehr-Sprecher Lars Hertrampf an. Zwar sollen die meisten Linien zum Gustav-Radbruch-Platz umgeleitet werden, "aber wir können derzeit noch nicht sagen, ob das auch zu allen Zeiten möglich sein wird", so Hertrampf. Das hänge von der aktuellen Lageentwicklung ab.
Anders als bei der NPD-Demo im vergangenen Jahr dürfte die Innenstadt am Sonnabend aber nur Nebenschauplatz der Großdemo sein. Kirche und SPD haben zwar auch dort Gegenkundgebungen angemeldet. "Es sind in der Altstadt aber keine polizeilichen Absperrungen erforderlich", so Polizeisprecher Frank Doblinski. "Der Brennpunkt wird der Bereich vor dem Holstentor und der Lindenplatz sein." Wie viele Polizisten zum Einsatz kommen, verrät die Polizei nicht. Doblinski spricht lediglich von einem "sehr großen Aufgebot". 2006 waren 1700 Polizisten beteiligt.
An dem Aufzug der Rechten werden nach derzeitigen Schätzungen 350 Demonstranten teilnehmen. Laut Innensenator Thorsten Geißler findet die Kundgebung aber unter strengen Auflagen statt. Ursprünglich war die rechte Demo von 12 bis 18 Uhr angemeldet, dauert jetzt aber nur noch bis 15 Uhr. Auch auf Bekleidung, Symbole und Parolen habe die Behörde ein strenges Auge. "Wir haben das Versammlungsrecht bis an die Grenze dessen ausgeschöpft, was die Gerichte akzeptieren." Einem generellen Verbot der NPD-Demo erteilte Geißler eine Absage. Gerichtlich sei das kaum durchzusetzen. "Andere Städte haben es versucht und sind gescheitert. Und den publizistischen Erfolg eines Sieges vor Gericht gönnen wir der NPD nicht."
In den letzten 7 Tagen schon 10 mal gelesen - zuletzt am 16.03.2010 um 06:13.
S.Zäuner schrieb am 27.03.2008 16:27:
Hat Hr.Geißler auch mal an die vielen Patienten gedacht,
die von den Pflegediensten pünktlich versorgt werden müssen und die dann eventuell durch die Staus und Absperrungen nicht rechtzeitig zu den Patienten gelangen können?
Wie kann man in einem reinen Wohngebiet solche Demos zulassen?
Jens Fröhlinger schrieb am 31.03.2008 07:55:
Guten Morgen,
ich schlage vor, dass künftig die vermutlichen Kosten so einer Demonstration ermittelt u.a. die Kosten für 1.900 Polizeibeamte usw. und diese von den Antragstellern bezahlt werden müssen. Erst dann sollte so eine Demo gestattet werden.
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