ln-online/lokales vom 29.03.2008 09:00
NPD-Gegner hoffen auf 3000 Teilnehmer
Mehrere tausend Demonstranten wollen heute in Lübeck gegen Rechts protestieren. Foto: LN
Der Tag des sich seit Jahren wiederholenden NPD- Aufmarsches in Lübeck hat auch bundesweit einen besonderen Ruf. Mitnichten wegen der Rechten, sondern wegen des breit gefächerten Bündnisses, dass sich den Neonazis entgegen stellt. Das wird sich auch heute nicht ändern. An dem Bündnis "Wir können sie stoppen" beteiligen sich nach eigenen Angaben so viele Unterstützer wie noch nie.
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Die Palette reicht dabei von der linksextremen "Anarchist Federation" bis zur Gemeindediakonie Lübeck, vom Betriebsrat Dräger Medical bis zur türkischen Gemeinde. Im Kreis der Einzelunterstützer finden sich unter anderem Namen wie Landgerichtspräsident Hans-Ernst Böttcher, Professor Rolf Verleger, die Pröpste Ralf Meister und Franz Mecklenfeld, Marli-Geschäftsführer Axel Willenberg und viele andere mehr. Insgesamt rufen 70 Organisationen und etwa 80 Einzelpersonen zur Teilnahme am Widerstand gegen Rechts auf.
"Wir rechnen mit einer Zahl von Demonstranten von 3000 plus X", sagt Holger Wulf, vom Projekt Avanti. Offiziell ist zwar lediglich eine stationäre Kundgebung am Holstentorplatz geplant. "Wir können sie stoppen" sei aber nicht nur Name, sondern auch Programm: Es werde daher definitv Versuche seitens einiger Demonstranten geben, die Route der NPD zu blockieren. Ob das angesichts des massiven Polizeiaufgebots gelingen kann, erscheint zwar fraglich. "Aber auch die Polizei begeht logistische Fehler - und die werden wir dann ganz gewiss ausnutzen", kündigt Wulf an. Dazu sei man auch bereit, "sich der Polizeigewalt auszusetzen". Viele im Bündnis befürchten, dass die Polizei mit unverhältnismäßiger Gewalt eventuellen Störaktionen begegnen werde. "Der Auftritt der Polizei bei der Nazi-Mahnwache am 8. März war schockierend", so Dr. Gallus Bischof vom Lübecker Bündnis gegen Rassismus. Angeblich seien die Beamten mit Stiefeltritten, Hunden und Pfefferspray gegen linke Demonstranten vorgegangen. "Meine Hoffnung ist, dass sich die Polizei am Sonnabend mehr zurückhalten wird." Vorsichtshalber soll eine Abordnung der Bürgerrechtsorganisation "Humanistische Union" den Polizeieinsatz während der Demo beobachten.
In den vergangen Jahren hatte es auch immer wieder Krawalle gewaltbereiter Linksextremer gegeben, Steinwürfe gegen die Polizei, brennende Container und beschädigte Autos. Pfarrer Joachim Kirchoff macht das Verhältnis der Kirche zu gewaltbereiten Demonstranten deutlich: "Wir wollen keine Steinwürfe und ähnliche Dinge sehen", so Kirchhoff. "Niemand, der so etwas macht, wird sich hinter uns verstecken können. Unser Ziel ist es, uns mit friedlichen Mitteln den Nazis entgegen zu stellen."
In den letzten 7 Tagen schon 15 mal gelesen - zuletzt am 17.03.2010 um 08:26.
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