ln-online/lokales vom 02.04.2008 00:00
Vorwurf an Lübecks Polizei: 14-Jähriger musste sich ausziehen
Lübeck - Hat die Polizei in Gewahrsam genommene Demo-Teilnehmer unangemessen behandelt? Die katholische Kirchengemeinde St. Birgitta und das Bündnis "Wir können sie stoppen" üben erneut Kritik an der Polizei. Die Behandlung der meist jugendlichen Gegendemonstranten im Polizeigewahrsam sei zum Teil entwürdigend gewesen, sagte Pfarrer Joachim Kirchhoff. So habe sich auch ein 14-jähriger Junge bei seiner Durchsuchung im Beisein von Beamtinnen nackt ausziehen müssen. Polizeisprecher Riedel dazu: "Wir haben sehr viel Sorgfalt darauf verwandt, die verschiedenen Gruppen während des Gewahrsams voneinander zu trennen - Rechte von Linken, Jugendliche von Erwachsenen, Frauen von Männern." Normalerweise sollten Männer nicht von Frauen durchsucht werden und umgekehrt genauso wenig. "Das war aber auch für uns eine besondere Situation", begründet Riedel. "Bei der Vielzahl von Leuten, die erkennungsdienstlich behandelt werden mussten, ist so ein Vorfall nicht auszuschließen." Beschwert habe sich vor Ort allerdings niemand.
Die Durchsuchungen, auch von Minderjährigen, seien aber notwendig: "Wenn mehrere Demonstranten zusammen untergebracht sind, müssen wir absolut ausschließen, dass keiner von ihnen eine Waffe dabei hat." Normalerweise sei es aber unüblich, dass sich die Personen ganz ausziehen müssen. "Im Einzelfall kann das aber nötig sein", so Riedel.
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