vom 17.05.2008 06:15:00
Unter dem Titel „Froschperspektiven“ bat der Verein, der das Naturschutzgebiet Dummersdorfer Ufer pflegt, die Parteien um Aussagen zur Hafenplanung, zur Priwallbebauung und zum Flughafen Blankensee. SPD, FDP, Grüne, Linke, Bürger für Lübeck, Lübecker Bunt und die Zentrumspartei beteiligten sich, die CDU verweigerte die Beantwortung. Spitzenkandidat Andreas Zander begründet das mit polemischen Fragen. „Darauf antworten wir nicht.“ Für Matthias Braun vom Landschaftspflegeverein ist die Reaktion „vollkommen unverständlich“. Braun: „Die CDU kann sich dem Umweltthema nicht einfach verweigern.“
Die anderen Parteien bereiten den Naturschützern dagegen helle Freude. Überlegungen, den Skandinavienkai in Richtung Dummersdorfer Ufer zu erweitern, werden von SPD, Grünen, Linken und Bunt abgelehnt. Die sehr viel konkreteren Planungen für die Erweiterung des Nordlandkais auf die Teerhofsinsel, finden bei keiner Partei Unterstützung. Stattdessen sollen brachliegende Flächen zum Beispiel zwischen Herrentunnel und dem Villeroy-Boch-Gelände reaktiviert werden. Außerdem sollen die bereits bestehenden Terminals besser ausgenutzt werden.
Auf die ambitionierte Priwall-Bebauung mit Feriendörfern und Hotel wollen die Parteien nicht verzichten – mit Ausnahme der Grünen. SPD, FDP, Linke, Bunt, BfL und Zentrumspartei setzen auf weitere Schutzmaßnahmen im Naturschutzgebiet und den Dünen. Tourismus sei ein zu wichtiger Standortfaktor in der Hansestadt, so die Parteien. Lübecker Bunt sorgt sich vor allem, dass die Stadt „ihr öffentliches Vermögen unter Wert verschleudert“.
Eine breite Mehrheit findet auch das von Anwohnern des Flughafens geforderte Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr. Sechs Parteien unterstützen die Forderung, lediglich die Liberalen lehnen den Eingriff ab. „Die FDP hat sich eindeutig zum Ausbau des Flughafens bekannt“, heißt es in der Begründung. Außerdem könne die Bürgerschaft ein solches Verbot gar nicht aussprechen.
Fazit von Biologe Matthias Braun: „Das ist ein schönes Ergebnis unserer Befragung.“ Bei jedem denkbaren politischen Bündnis in der künftigen Bürgerschaft sei ein „Plus für die Umwelt“ möglich.
Edgar Lefgrün schrieb am 17.05.2008 11:16:
Auch meine, die Flächen zwischen Herrentunnel und Villeroy und Boch seien der Teerhofsinsel vorzuziehen. Es erscheint mir nicht klar, wieso die Teerhofsinsel. Ist das irgendwo erklärt?
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