Vorab ein klarstellender Exkurs in die Plüsch-Fauna: Das Obi-Maskottchen ist ein Biber und kein Eichhörnchen. Bei der offiziellen Eröffnung des Bad Segeberger Marktes gestern wurde der namenlose Nager von einigen der geladenen Gäste verwechselt. Auch von Bernd Jorkisch, Präses der Industrie- und Handelskammer Lübeck. Aber der rettete sich mit Komplimenten aus den Irrungen der Tierwelt: „Dieser Markt ist ein Schmuckkästchen mit Strahlkraft auf die gesamte Region.“ Und er sei im Nordosten des Kreises genau richtig angesiedelt.
Zwischen Kettensägen und Farbeimern, zwischen Raumentfeuchtern und Mehrfachsteckdosen stellte Obi-Regionalleiter Malte Witt dann auch klar, wie die selbstbewusste Marschrichtung des Unternehmens lautet: „Schubkarren verkaufen kann jeder. Mit unserem modernen und dominanten Auftritt wird man uns hier als Branchenführer wahrnehmen.“ Dafür habe das Unternehmen einen zweistelligen Millionenbetrag investiert.
Auf 7200 Quadratmetern Verkaufsfläche bietet Obi das gesamte Sortiment aus Bau- und Gartenmarkt. Ein mächtiger Konkurrent für die Platzhirsche der Branche, das weiß auch Bad Segebergs Bürgermeister Hans-Joachim Hampel: „Diesen Wettbewerb haben wir in Kauf genommen. Wir erwarten weitere Zugkraft für Bad Segeberg und den Effekt, dass die Segeberger nicht zu großen Baumärkten in anderen Orten fahren“, sagte der Bürgermeister den LN.
Vor den Gästen hatte Hampel noch einmal die Geschichte der Baumarkt-Ansiedlung aufgerollt: Die sei in Bad Segeberg schon seit einem Jahrzehnt im Gespräch gewesen, vor zweieinhalb Jahren habe dann Max Bahr auf dem Eckgrundstück an der B 206 bauen wollen. Nachdem das Unternehmen seine Pläne zurückgezogen hatte, sicherte sich Obi die Fläche, die auf Bad Segeberger und zum kleineren Teil auf Schackendorfer Gebiet liegt. Innerhalb von „rekordverdächtigen“ 17 Monaten sei das Planverfahren abgewickelt worden, so Hampel. „Und nebenbei hat Bad Segeberg auch noch einen neue Straße bekommen.“ Wie berichtet, hatte Obi etwas vorschnell als Anschrift die „Segeberger Straße 101“ erhalten – die gab es bisher allerdings gar nicht in Bad Segeberg. In einem Eilverfahren hatte Hampel dann dafür gesorgt, dass die Stadt jetzt eine – wenn auch kurze – Segeberger Straße besitzt.
Zurück in die Tierwelt: Während der Feierstunde stand gestern plötzlich ein Pferd im Obi-Markt – gemeinsam mit Plains-Indianern: ein Zeichen der friedlichen Verbundenheit zwischen Segebergs Indianern und dem Stamm der „Obianer“. Da staunte sogar das Eich . . ., pardon der Biber.
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