vom 12.10.2008 00:00
Jetzt wird es für Lübecks Linken-Chef Ragnar Lüttke (42) richtig eng. Der Kreisverband Neumünster will ihn aus der Partei werfen lassen. Auf einer Mitgliederversammlung am späten Freitagabend wurde der Landesvorstand aufgefordert, sich von den „stalinistischen Umtrieben des Ragnar Lüttke zu distanzieren“ und den Rauswurf in der Berliner Parteizentrale zu beantragen. Leitet der Landesvorstand dieses Ausschlussverfahren nicht bis heute 16 Uhr ein, wollen die Neumünsteraner die Unterlagen selbst bei der Bundesschiedskommission einreichen. Grund: „Die überwiegende Mehrheit des Landesvorstandes versucht, diese Affäre zu vertuschen“, ärgert sich Kreischef Jörn Seib. Es sei beschämend, wie dort mit Lüttke und dessen Umfeld verfahren werde.
„Wir wollen uns jedenfalls nicht an Infoständen als Stalinisten beschimpfen lassen müssen“, wetterte Seib auf der Sitzung im Versammlungssaal des türkischen Vereins. „Damit muss sofort Schluss sein. Wir wollen vernünftige Politik machen. Lüttke hat der Partei schon genug geschadet. Das Bild, das durch seine Aktionen in der Öffentlichkeit entsteht, ist fürchterlich.“
In der vergangenen Woche waren Fotos aus dem Jahr 2004 aufgetaucht, die Lüttke beim Abhalten einer Stalin-Geburtstagsfeier zeigen. Seib: „Ich habe seit zweieinhalb Jahren immer wieder Gerüchte gehört, dass Lüttke solche Feiern veranstalten soll. Ich habe nicht geglaubt, dass jemand so etwas tut. Als ich die Fotos sah, bestätigte sich das plötzlich alles.“ Außerdem hatte Lüttke 2005 einen Verein für politische Rollenspiele gegründet – mit dem gleichen Namen wie eine Organisation des brutalen kambodschanischen Ex-Diktators Pol Pot. Seib: „Das sind keine Jungenstreiche mehr. Als die Stalin-Fotos entstanden, war Lüttke 38 Jahre alt. Da weiß man, was man tut.“ Die anderen Neumünsteraner Genossen waren über Lüttkes Verhalten ebenso empört wie ihr Kreischef: Der Antrag, ein Parteiausschlussverfahren zu fordern, wurde einstimmig angenommen. Bundestagsabgeordneter Lutz Heilmann, der vor zwei Jahren von der Lübecker Kreispartei nach Neumünster gewechselt ist, hat ebenfalls mitgestimmt, denn: „Lüttke hat der Partei geschadet.“ Er werde auf seinen Terminen angesprochen von Parteifreunden und Bürgern, wie die Linke denn jetzt mit Lüttke umzugehen gedenke. Heilmann ist klar für den Rauswurf. Mit einem Thema wie Stalin „macht man einfach keine Satire“. Heilmann findet es „unverständlich“, dass sich die Lübecker Bürgerschaftsfraktion weiter hinter Lüttke stellt. „Ich hätte Probleme mit ihm in der Bürgerschaft.“
Die Fraktionchefin der Linken, Antje Jansen, stellt sich hinter Lüttke. „Was kümmern sich die Neumünsteraner um den Lübecker Kreisverband?“, ärgert sie sich. Der Beschluss werde „keine Auswirkungen haben“. Lüttke war gestern nicht zu erreichen.
Maximilian Meurer schrieb am 12.10.2008 11:09:
Kein Einzelfall in der Linken. In Sachsen erklärt man ehemalige WASG -Leute u. Kritiker zu Agenten des Verfassungsschutzes. Federführend hierbei ist der ehemalige Stasispitzel und sächsische MdL Volker Külow alias IM Ostap und Pressesprecher Sören Pellmann. Hier wurde ein Medienhatz organisiert. Stattdessen duldet Landeschefin Cornelia Ernst und Geschäftsführer Rico Gebhardt dieses Treiben.
Klaus-Dieter Holst schrieb am 12.10.2008 13:30:
Schlimm, wenn sich Linken-Lügenbold MdB
Heilmann in die Debatte einschaltet. Er hatte nachweisbar Wähler und Ämter belogen, als er das Märchen auftischte, er sei 4 Jahre als Wehrpflichtiger bei der Stasi gewesen. siehe Lebenslaufdoku
A. Siegel schrieb am 15.10.2008 07:04:
Schlimm auch, dass Lüttke vor der Bundestagswahl 2005 als
Vorstandsmitglied der Partei über Heilmanns Stasitätigkeit
Bescheid wusste und dies den Mitgliedern gezielt verschwieg und
damit letztlich dessen Wahl ermöglichte - also noch ein
Lügenbold
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