ln-online/lokales vom 10.03.2009 14:03
Zurück aus Afrika: Das Flugzeug Michael Grzimeks wurde heimgeholt
Ein halbes Jahrhundert nach dem Absturz: Heiko Triesch (v.re.), Mathias Winkler und Eckhard Meier mit dem zertrümmerten Rumpf des Kamera-Flugzeugs. Foto: Ronnie Taruro
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Abenteuerlich: Das Video vom Transport
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Dieser Anblick lässt alle verstummen. Bizarr verbogene schwarz-weiße Metallteile liegen auf staubigem Boden. Die typische Zebra-Lackierung der kleinen Dornier Do 27 ist noch immer zu erkennen. Was in einer windschiefen Wellblechhalle am Rand des Ngorongoro-Kraters langsam zerfällt, macht erschreckend deutlich: Michael Grzimek hatte keine Chance, als ihm am 10. Januar 1959 ein Geier gegen die Tragfläche prallte und die Steuerung blockierte. Nach dem Absturz aus 200 Meter Höhe blieb dem 24-jährigen leidenschaftlichen Piloten, Kameramann und Naturschützer kein Raum zum Überleben.
Heiko Triesch vom Deutschen Technikmuseum blickt ernst auf die Reste des Flugzeugs. Doch zum Gedenken bleibt nicht viel Zeit. Es ist Schwerarbeit, die sich der 40-jährige Historiker gemeinsam mit seinem Münchner Freund Mathias Winkler und Eckhard Meier aus Eutin vorgenommen hat – und die Stunden verrinnen. Unter der senkrecht vom Himmel brennenden Sonne wollen sie die Wrackteile in einen Transporter verladen und ins gut 600 Kilometer entfernte Nairobi bringen. Eine weitere Hauptrolle in dem Abenteuer, auf das sich die Fliegerabteilung des Berliner Technikmuseums mit Unterstützung des Luftfrachtunternehmens „ Lufthansa Cargo“ eingelassen hat, spielt Ronnie Taruru: Der 29-jährige Kenianer fährt den allradgetriebenen Toyota-Kleinbus, mit dem die Mannschaft die Reste des Grzimek-Flugzeugs transportieren will. Das Grenzgebiet zwischen Tansania und Kenia ist ihm vertraut. Er kennt die Piste und weiß, wo man besser nicht hinfahren sollte – bei Tag nicht, und erst recht nicht bei Nacht.
Am Tag zuvor in Kenias Hauptstadt: Nach einem achtstündigen Nachtflug von Frankfurt nach Nairobi startet die Aktion, für die den Beteiligten nicht einmal 60 Stunden Zeit bleiben. Die Hintergründe hat Triesch, der auf der ganzen Welt nach Flugzeugexponaten sucht, so erläutert: „Bernhard und Michael Grzimek haben eine unglaubliche Pionierarbeit für den Natur- und Tierschutz geleistet, in einer Zeit, als diese Themen alles andere als populär waren. Ohne sie gäbe es den Serengeti-Nationalpark in seiner heutigen Form nicht mehr, und für die Einrichtung vieler anderer bedeutender Reservate lieferten sie buchstäblich die Vorlage. Der Sohn wurde wenige Stunden nach seinem Tod am Rand des Ngorongoro-Kraters begraben, sein Vater ließ sich 28 Jahre später neben ihm beisetzen. Wir wollen jetzt die großartigen Leistungen der beiden wieder mehr ins Bewusstsein der jüngeren Generation rücken. Ich hoffe, dass die Ausstellung des Flugzeugwracks in Berlin dazu beitragen kann.“ ... Die lange Version der Reportage zum Download!
In den letzten 7 Tagen schon 67 mal gelesen - zuletzt am 17.03.2010 um 00:04.
Manfred Meyer schrieb am 29.07.2009 14:38:
Dem Leser ist zu empfehlen,die lange Version der Reportage zu lesen.Sehr eindrucksvoll wird hier kleines Abenteuer beschrieben.Für alle,die bereits einmal in der Serengeti waren,werden Erinnerungen wach und man möchte sofort wieder hin.Alle anderen sollten diese wunderbare Region in Tansania unbedingt erlebenIch hoffe,diese Reportage ist auch einmal umfassend in den LN zu lesen.
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