ln-online/lokales vom 21.12.2008 00:00
„Wunderbare Lübeck-Bilder, dieser Film ist grandios!“
Lübeck - Obwohl der Beifall im Kinosaal 3 nach Ende des Films eher norddeutsch gedämpft ausfällt: Vor allem die Hansestadt Lübeck als schöne „Hauptdarstellerin“ hat begeistert.„Es ist ein glücklicher Tag in meinem Leben. Ich überreiche heute ein Weihnachtsgeschenk an die Lübecker – sie müssen es nur noch auspacken“, sagt Regisseur Dr. Heinrich Breloer, als er nach zweieinhalb Stunden „Buddenbrooks“ die Bühne des Kinosaals 3 betritt, um den geladenen Premierengästen das Team noch einmal vorzustellen. Aber er bedankt sich auch bei der „Stadt, die uns so großartig geholfen hat“.
Und obwohl das Publikum erst nach einem klassischen Wink mit dem Zaunpfahl stehend applaudierte, gab’s nur positive Reaktionen: „Filmisch ganz exzellent, das war Lübeck-Werbung pur“, sagt Wolfgang Kubicki, FDP-Fraktionschef im Landtag, ganz ergriffen, als er den Kinosaal 3 verließ. „Sensationell“ findet der bekennende Iris Berben-Fan deren Auftritt als Konsulin Bethsy Buddenbrook, aber auch August Diehl als Christian Buddenbrook kann Kubicki viel abgewinnen, „denn dieser Charakter entspricht am ehesten meinem Lebensmotto“.
Gemeinsam mit Lübecks Innensenator Thorsten Geißler verlässt Kubicki plaudernd den Kinosaal. Erstmals sei sein langjähriger Landtags-Kollege stolz gewesen, dass er ihn mit „Herr Senator“ angesprochen habe, scherzt Kubicki. Geißler selbst ist noch ganz hin und weg von dem Film. „Es ist wunderschön fotografiert, Breloer hat die Stadt in ihrer ganzen Schönheit abgelichtet. Ich bin froh, dass dieser Film hier gedreht wurde.“
Von den „tollen Aufnahmen“ schwärmt auch Bastian Sick („Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“) fand die „Buddenbrooks“ ganz einfach „wunderbar und ergreifend“. Breloer habe es geschafft, „das Thema in ein zeitgemäßes Gewand zu packen“. Wenn es eines gebe, was ihn der Film gelehrt habe, dann sei es, „dass man zwar bisweilen Ratschläge seiner Eltern annehmen, aber sich auf keinen Fall sein Leben vorschreiben lassen sollte“.
Inge von Barby vom Gestüt „Hof am See“ in Hemmelsdorf hat alle bisherigen „Buddenbrooks“-Verfilmungen gesehen und findet in der Breloer-Version „vor allem die Aufnahmen toll“. Von den Darstellern hat ihr am besten Mark Waschke als Thomas Buddenbrook gefallen.
Sabine Drews-Levzow hat bei den Dreharbeiten als Statistin mitgewirkt. „Jetzt muss ich den Film erstmal sacken lassen“, sagt sie. „Ich fand die Schnitte sehr schnell, da konnte man sich nicht so gut auf die Handlung konzentrieren.“ Besonders gut habe ihr die Atmosphäre Lübecks gefallen. „Und natürlich die tollen Kostüme, die haben mich schon bei den Dreharbeiten beeindruckt.“
Ralf Stegner plant kurz nach dem Film schon seinen nächsten Kinobesuch. „Ich werde mir den Film sicher nochmal anschauen. Der ist einfach grandios.“ In den 150 Minuten sei so vieles passiert, dass es sich auf jeden Fall lohne. „Tolle Schauspieler, super Regisseur“, lautet sein begeistertes Urteil. „Besonders schön fand ich die Szene, als der kleine Junge das Orchester dirigiert hat.“
Ministerpräsident Peter Harry Carstensen ist von dem Film „unwahrscheinlich beeindruckt“. Allerdings findet der Nordfriese die Stadt Lübeck etwas schwer wiederzuerkennen. Dass er das Buch gelesen hat, sei schon etwas länger her. „Ich habe nur noch wenig Erinnerungen daran“, scherzt Carstensen. Der Aufbau und die Dramatik des Film seien aber sehr gut gelungen. Und „die Tony war schon spitze“, so das Urteil des Ministerpräsidenten, „Iris Berben sowieso, und der Mueller-Stahl, das ist ein würdiger Konsul.“
Helmuth Pfeifer, Vorsitzender der Possehl-Stiftung, ist begeistert von den Bildern, die Lübeck im Film zeigen. Besonders Obertrave und Holstentor seien gut eingefangen worden. Zwar ist er der Ansicht, dass man Buch und Film kaum vergleichen könne. „Aber die Charaktere sind gut dargestellt.“ Die Bilder fand auch Architekt Thomas Tillmann sehr schön, der den Film mit seiner Tochter anguckte. „Allerdings hätte ich mir Hanno in der Schule gewünscht“, erzählt er. Das hätte auch seine Tochter Laura (16) gefreut. „Dreharbeiten im Katharineum gab es leider nicht“, sagt die Schülerin.
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