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vom 28.01.2009 11:48
vom 28.01.2009 11:48
Endgültig: Lübeck bekommt keinen neuen Kreuzfahrt-Anleger
Seltenes Treffen der Traumschiffe: Die 270 Meter lange „Aurora“ macht am Skandi-Kai fest, wo normalerweise die Schwedenfähren abfahren. Am Ostpreußenkai (rechts) liegt die „Arielle“ (194 Meter). Foto: Vögele/LN-Archiv
Noch Anfang Dezember sah es gut aus. In einer Runde mit Halbedel, von Fehrn, Heinrich Beckmann, dem Geschäftsführer der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG), Michael Lange, Leiter der Arbeitsgruppe Kreuzfahrt, sowie einem Vertreter der Industrie- und Handelskammer sei beschlossen worden, das Projekt voranzutreiben. Von Fehrn spricht von einer „informellen Überplanung“ der Marina Baltica.
Am 5. Dezember habe er an Halbedel geschrieben, dass die städtische Bauleitplanung für den gesamten Bereich Fischereihafen/Siechenbucht die Pläne der Marina Baltica nicht ausschließen dürfe. Der Yachthafen-Betreiber plant seit längerem eine Seehafen-Umschlagsanlage auf seinem Gelände. Am 16. Dezember veröffentlichte die Stadt ihre Bauleitplanung. Zur großen Überraschung des Geschäftsführers wurde darin auf die Pläne der Marina keine Rücksicht genommen. Von Fehrn: „Am 23. Dezember habe ich Senator Halbedel meine Überraschung kundgetan.“
Am 12. Januar wurde dann per Mail eine weitere Sitzung der oben genannten Runde, die für den 15. Januar geplant war, abgesagt. Damit waren die Verhandlungen gestorben. Das wurde den Mitgliedern des Wirtschaftsausschusses am 12. Januar mitgeteilt. Von Fehrn, der schon einmal mit Klage gegen den Bauleitplan drohte, will der Stadt die Chance geben, „auf uns zuzugehen, wenn sie den Kreuzfahrt-Terminal doch noch will. Der Ball liegt bei der Hansestadt.“ Die hat trotz intensiver Suche keine städtischen Flächen in Travemünde gefunden, auf der sich ein Terminal für Schiffe von mehr als 200 Metern Länge errichten lässt. Mal würden Veranstaltungsflächen verschwinden, mal müsste die Promenade versetzt werden, mal gingen die Fischer auf die Barrikaden.
Wirtschaftssenator Halbedel bedauert die Entwicklung. Aber die Stadt könne die Pläne der Marina Baltica nicht berücksichtigen. Halbedel: „Ein RoRo-Terminal direkt am Fischereihafen geht einfach nicht.“ Für den CDU-Politiker tut sich aber noch eine weitere Hürde auf – die Finanzierung eines 20 bis 30 Millionen Euro teuren Kreuzfahrt-Terminals kann Lübeck nicht stemmen.
Die Hansestadt müsse jetzt verstärkt Kreuzfahrer bis 200 Meter anwerben. Halbedel: „Eine traditionsreiche Hafenstadt braucht Kreuzfahrer – weniger für das Geschäft, aber wegen der Emotionen.“ Falk Ohlig, bis Monatsende bei der LHG für die Anwerbung von Kreuzfahrern zuständig, räumt ein, dass der jetzige Ostpreußenkai nicht nur von der Länge her für große Traumschiffe nicht tauge. Auch die gläserne Abfertigungshalle fasse höchstens 800 Passagiere – und nicht 2000, die aus großen Pötten an Land strömen. Am Skandinavienkai sei zwar genug Platz, aber wegen der vielen regelmäßig ein- und auslaufenden Fähren gebe es kaum Liegeplätze. Außerdem wolle man die Passagiere nicht durch Trailer an Land schicken, so Ohlig.
Wegen dieses ungelösten Problems verharrt Lübeck in der zweiten Liga. 2008 verzeichnete die LHG nur 13 Schiffsanläufe. Zum Vergleich: Kiel hatte 126, Rostock 115. Immerhin: In diesem Jahr sind 25 Anläufe sicher.
In den letzten 7 Tagen schon 6 mal gelesen - zuletzt am 07.09.2010 um 00:26.
imExiHL schrieb am 28.01.2009 08:23:
Besser, der Hafen ist das ganze Jahr in Betrieb, als nur während der kurzen Kreuzfahrersaison. Andere schmücken sich mit tollen Anlaufzahlen, sind dafür im Winter aber tot und dienen sonst auch nur als Startpunkt für Ausflüge nach Hamburg und Lübeck.
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