Bei den Krawallen nach einem zunächst friedlichen Straßenfest gingen Einsatzkräfte mit Wasserwerfern und Schlagstöcken gegen Demonstranten vor, die brennende Barrikaden errichten und die Beamten massiv mit Glasflaschen und Feuerwerkskörpern angriffen. Die Polizei nahm 67 Verdächtige fest und weitere 18 in Gewahrsam. 27 Beamte wurden verletzt, neun davon waren vorläufig dienstunfähig.
Zu verletzten Randalierern konnte die Polizei keine Angaben machen. „Es waren heftige Ausschreitungen“, sagte Polizeisprecher Ralf Meyer. Er sprach von einem „hohen Aggressionspotenzial“. Bis in die Nacht kam es am Pferdemarkt nahe des Schanzenviertels sowie in den Seitenstraßen rund um den Autonomentreff „Rote Flora“ zu heftigen Ausschreitungen.
Vermummte schleuderten Glasflaschen, Leuchtraketen und andere Geschosse auf Wasserwerfer und Polizisten. Immer wieder zogen sie außerdem Müllcontainer, Bauzäune und andere Gegenstände auf die Straßen und zündeten sie an. 1800 Beamte waren im Einsatz. Die Polizei setzte Wasserwerfer und ein gepanzertes Räumfahrzeug ein, um die Barrikaden zu beseitigen. Bei einer Gelegenheit hätten Randalierer offenbar einen Molotowcocktail geworfen, sagte Meyer. Vor einer nahen Polizeiwache schossen sie ein parkendes Polizeiauto mit Leuchtkugeln in Brand. Erst nach etwa fünf Stunden kehrte in dem Szeneviertel weitgehend wieder Ruhe ein. Die Stadtreinigung begann noch in der Nacht, die mit Glasscherben übersäten Straßen zu säubern.
Von einer außergewöhnlichen Dimension der Gewalt wollte Meyer in einer ersten Bilanz ausdrücklich nicht sprechen. Es seien heftige Ausschreitungen gewesen, aber es sei „Haarspalterei“ darüber zu streiten, ob sie gewalttätiger gewesen seien als in den Vorjahren. Auffällig sei aus Polizeisicht jedoch gewesen, dass sich einige der Randalierer offenbar gezielt vorbereitet hätten und „von Anfang an“ auf Krawalle spekuliert hätten. Bei einigen Festgenommenen habe man diverse „Utensilien“ zur Herstellung von Molotowcocktails gefunden.
Nach dem sogenannten Schanzenfest kommt es seit mehreren Jahren zu Ausschreitungen. Im vergangenen Jahr wurden 18 Menschen verletzt, darunter 11 Polizisten. Etwa 50 Protestierende wurden fest- oder in Gewahrsam genommen. Auch bei anderen Gelegenheiten gibt es rund um die „Rote Flora“ immer wieder Krawalle. Zuletzt lieferten sich dort am 1. Mai Autonome und Linksextreme Auseinandersetzungen mit der Polizei. Begonnen hatten die Ausschreitungen gegen 22 Uhr, als Polizisten auf dem Straßenfest vor der „Roten Flora“ nach eigenen Angaben mit Feuerwerkskörpern und Flaschen angegriffen wurden. Unterstützt von fünf Wasserwerfern räumten Beamte daraufhin innerhalb von Minuten die Straße. Beamte drängten die nach Meyers Angaben größtenteils aus der Autonomenszene stammenden Randalierer, aber auch viele Passanten und Schaulustige, in einen Park sowie in Nebenstraßen ab.
Die Lage dort war zwischenzeitlich unübersichtlich. Mit Wasserwerfern gingen die Polizisten gegen Personengruppen vor, aus denen heraus sie mit Flaschenwürfen attackiert wurden. Die Randalierer versuchten immer wieder, hinter vorrückenden Einsatzfahrzeugen Barrikaden zu bauen. Unter die meist schwarzgekleideten Autonomen mischten sich nach Erkenntnissen der Polizei im Laufe der Ausschreitungen auch etliche Jugendliche, die mit diesen üblicherweise nichts zu tun haben. Meyer sprach von einer rein „gewalterlebnis-orientierten Klientel“, das bisweilen ebenfalls Flaschen und Böller warf und mit für die hohe Zahl von zwischenzeitlich bis zu 1000 Randalierern verantwortlich war. Das Schanzenviertel ist ein beliebtes Ausgehviertel mit vielen Kneipen. Krawalle dort ziehen regelmäßig zahlreiche Neugierige an.
Andreas schrieb am 05.07.2009 13:57:
Es ist doch schon völlig verrückt das ganze. Abreißen die Alte rote Flora. Die Linken nehmen keine Rücksicht auf Menschenleben. Was soll diese Art von Gewalt. Verstehen kann Ich auch das Bezirksamt nicht die sowas genehmigt.
Mit schönen Worten kommt man dort nicht weiter.
hamburg4 schrieb am 05.07.2009 16:51:
@Andreas: Das ist nicht verrückt, die Polizei hat das STraßenfest schon am Tage ohne jeglichen Grund angeriffen, Menschen verprügelt und mit Wasserwerfern auf völlig unbteiligte Personen geschossen.
Die Polizei nimmt keineRücksicht auf Menschenleben, nicht umsonst hab allein ich über 50 Krankenwageneinsätze gezählt.
Sebastian Kirchner schrieb am 05.07.2009 19:37:
Andreas :Verstehen kann Ich auch das Bezirksamt nicht die sowas genehmigt.
Häää - für das Schanzenfest wurde noch nie eine Genehmigung beantragt, das findet einfach statt und wird zähneknirschend geduldet.
Es gibt noch eine Welt ausserhalb von Dackelclub und Schrebergartenordnung, für Sie sicher schwer vorstellbar.
phoenix schrieb am 05.07.2009 22:43:
Wer möchte heute noch Polizistin sein.
Respekt.
Muescha schrieb am 06.07.2009 00:24:
Wer ist denn noch der Meinung, dass diese Leute irgendeiner politischen Richtung angehören? Ob links oder rechts ist denen total egal...Hauptsache Krawall und Randale. Das ist deren Motiv und nichts anderes. Die gehören in den Steinbruch. Da können die ihr "erhöhtes Bewegungsbedürfnis" hemmungslos ausleben.
RZer schrieb am 06.07.2009 06:31:
@Phönix:
Danke. Mittlerweile denke ich immer öfter die Bevölkerung denkt die Polizisten sind die Zerstörer
@Andreas: Genau, die Polizei will da unbedingt hin, um sich endlich mal wieder zu prügeln. Und dann werden sie dafür auch noch bezahlt.
Die haben das doch gut die Polizisten....
Andreas schrieb am 06.07.2009 09:56:
Also das ist blödsinn. Die Polizei so zu bezeichen als ob Sie sich nur prügeln wollen würde. Dann habt Ihr alle keine Auffassung zu unserem Rechtsstaat.
Andreas schrieb am 06.07.2009 10:00:
Und ausserdem. Wie will man denn unbeteiligte und randerlierer auseinander halten. Wer sich dort unter die Menge mischt muß damit rechnen das er Nass wird. Was ist mit den Unzähligen Sachbeschädigungen?? Hat das alles die Polizei gemaacht?? Blödsinn. Wer steine schmeißt nimmt bewußt Menschenleben in Kauf. Egal ob es Polizei oder sonst wer ist.
Hoermen schrieb am 06.07.2009 13:03:
Dass den sog. Linken nicht unbedingt intelligentes und sozial erwünschtes Handeln zugeschoben werden kann, ist eine Sache. Jedoch derartige Zustände zu provozieren und zu schaffen ist eine andere. Ein derartiger Vorfall belegt doch wieder die Unfähigkeit sozialen Zusammenlebens.
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