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Ernüchternde Bilanz der Travemünder Woche: Mehr als 200 junge Alkoholsünder sind auf der Fest-Meile aufgegriffen worden – so viele wie nie zuvor. „Ungeachtet der Länge der Veranstaltung ist die Anzahl teils schwerst alkoholisierter Jugendlicher und sogar Kinder deutlich gestiegen“, sagt Jan-Hendrik Wulff von der Polizeidirektion Lübeck. Schlimmer noch: „Wir haben an jedem Veranstaltungsabend junge Besucher aufgegriffen, die zwei Promille und mehr intus hatten“, sagt der 44-Jährige.
Zurzeit läuft die Auswertung der Einsatzprotokolle. „Von Einzelfällen kann keine Rede mehr sein“, so Wulff. Schockierend: die auffällig vielen Alkohol-Exzesse von Mädchen. Beispiele der letzten Veranstaltungstage:
Eine 16-Jährige fiel laut Polizei mehrfach stark angetrunken auf – erst mit 2,4 Promille, zuletzt mit 1,8.
Eine 15-Jährige brachte es auf 2,17 Promille.
Eine 16-Jährige wurde mit 2,69 Promille aus dem Verkehr gezogen.
Ein 13 Jahre altes Mädchen, kam auf 1,91 Promille.
Häufig seien die jungen Koma-Trinker durch Gewalttätigkeiten auffällig geworden. Die Polizei zählte 20 Angriffe auf Beamte. Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei Eutin sagen, dass die Situation deutlich schlimmer sei als bei der Kieler Woche. Um die betrunkenen Teenager versorgen zu können, hätten die städtischen Ämter und die Polizei sogar die ehemaligen Sauna-Räume des Aqua Top mieten müssen. „Vielen Eltern war es häufig egal, wie es ihren Kindern geht“, so der Fahnder.
In den nächsten Tagen wollen Ämter und Polizei Möglichkeiten diskutieren, wie dem Alkohol-Problem mit Kindern und Jugendlichen zu begegnen ist. „Aufklärungsarbeit in Schulen und Gespräche mit Händlern und Beschickern reichen offenkundig nicht aus“, sagt Wulff. In den meisten Fällen hätten sich die jungen Promille-Sünder Alkohol von Zuhause mitgebracht oder sich von älteren Geschwistern mit Wodka und Whiskey versorgen lassen.
Landesweit hat sich die Anzahl der Krankenhaus-Einweisungen betrunkener Teenager in den vergangenen drei Jahren um fast 25 Prozent erhöht. Besorgniserregend ist nach einer gestern veröffentlichten Statistik der AOK Schleswig-Holstein, dass die Betroffenen immer jünger werden. Zehn Prozent sind 14 Jahre oder jünger. Die Kosten für eine Klinikversorgung von jungen Koma-Trinkern belaufen sich laut AOK auf mehr als 1300 Euro. Bundesweit hat sich die Anzahl stationär behandelter Koma-Trinker seit 2002 sogar verdoppelt. Gründe für das exzessive Trinkverhalten sind laut „Gmünder Ersatzkasse“ hoher Leistungsdruck, Gruppenzwang und die leichte Verfügbarkeit von Alkohol. Seiten 2 und 4
Andreas Kling schrieb am 05.08.2009 01:28:
Bitte konkrete, autorisierte Vergleichszahlen vorlegen:
- Wie viele waren es bei der TW 08 an zehn Tagen?
- Wie viele waren es bei der Kieler Woche?
- Wie viele sind es bei irgendeinem Scheunenfest?
- Wie viele sind es an einem Abend vor einer ganz normalen Disco?
Wurden jeweils alle "erwischt"?
Und immer auch die Anzahl der Besucher und die der Kontrolleure berücksichtigen
A. Kling schrieb am 05.08.2009 01:29:
Jeder einzelne von mehr als 200 minderjährigen Trinkern ist einer zu viel, keine Frage. Jeder einzelne Erwachsene übrigens auch, zumindest wenn er randaliert.
Aber gleich dem Präventionskonzept versagen vorzuwerfen, ist gewagt.
Gregor G. schrieb am 05.08.2009 08:23:
Perspektive und Arbeitsangebote sind die Lösung. Planungsmöglichkeiten, wofür es sich zu leben lohnt und spass macht. Das ist im Moment sehr schlecht für viele Mitmenschen. Die Gründe dafür sind alle bekannt.
Frank schrieb am 05.08.2009 08:39:
@Andreas
Thema verfehlt, setzen. Es geht hier nicht darum, eine Höchstleistung zu präsentieren, sondern darum, dass es immer mehr Jugendliche und Kinder gibt, die Alkohol in Massen trinken. Dabei ist es egal ob es 200 oder 20 sind, denn selbst 20 Kinder unter 14 sind einfach zuviel.
Ich kenne einige Erwachsene, die aus diesem Grund schon solche Feste meiden.
Christian schrieb am 05.08.2009 10:35:
Wir haben die TW auch gemieden, weil uns Freunde erzählt haben das es so schlimm war. Und wir sind erst rund um die 30. Leider war ich früher auch nicht anders. Ich glaube nicht das es was mit Perspektive zu tun hat, sondern das Saufen mit Spaß verbunden wird. ...
Christian schrieb am 05.08.2009 10:37:
...Wie Fußball Hobbymannschaften, Gruppenreisen nach Malle. Wenn man eine Party vorbereitet und schon mehr Flaschen Alkohol als Non-Alkohol kauft bekommt ein Kind das auch mit. Wenn die Eltern dann keine Aufklärungsarbeit leisten.. ...aber auch das hilft nicht immer. Leider... ...wobei ich mich dann wieder an meine Jugendzeit erinnere...
iris schrieb am 05.08.2009 10:45:
Ach Leute, wenn Eltern ihre Tochter mit 13 alleine auf eine TW lassen, was soll ich dazu noch sagen? Ich hab mit 13 mitten in der Nacht im Bett gelegen. Wo nur sind die ELTERN? DIE sind doch in erster Linie für ihre Kinder verantwortlich Und DIE haben versagt. Nicht die anderen.
Gergor G. schrieb am 05.08.2009 13:08:
Ach Iris, die Eltern sind auch ständig überfordert, besoffen und hilflos. Harz4, Billiglohn und die zunehmende Verrohung der Gesellschaft fördern das. Die Unternehmen fördern die Produktion im Ausland und wollen hier unter 40ig- jährige mit Top Zeugnissen, fertig ausgebildet und natürlich englisch verhandlungssicher, hicks...
FMardorf schrieb am 05.08.2009 23:02:
Erschreckend, wie hier Promille-Werte von Kindern und Jugendlichen vorgetragen werden. Wieviel Jugendliche lagen unter 1 Promille und haben am Straßenverkehr teilgenommen. Wo bleiben Vorschläge der Jugendsenatorin? Polizei als letzte Rettung? Gibt es bald einen "Korsakow-Beauftragten" für Jugendliche?
Andreas Kling schrieb am 06.08.2009 00:09:
@Frank: Erst beide Leser-Kommentare lesen, dann aufstehen
Obwohl das Thema aktuell bundesweit allgemein medialisiert wurde, ging es hier zwangsläufig eben auch darum, wie dieses negative gesellschaftliche Phänomen auf der TW09 im Besonderen zu Tage getreten ist, und wie wurde damit umgegangen.
M. E. haben Polizei und Helfer gute Arbeit geleistet, um das Problem auf der TW einzudämmen.
Christoph B. schrieb am 06.08.2009 00:26:
Liebe LeuteSetzt den Hebel bei der Schnapsmafia anWerbeverbot
für Alkohol,Überall u. zu jeder Tageszeit wird man von
Alkoholwerbung zugemüllt.
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