Bad Schwartau: FDP fordert Reaktivierung des Bahnhofs Waldhalle
Ob hier demnächst doch wieder ein Zug Richtung Flughafen oder Travemünde abfährt? LN-Praktikantin Julia Knie, die den maroden, seit 1986 stillgelegten Bahnhof Waldhalle besuchte, ist vorerst noch skeptisch. Foto: Braun
Auf diesen Zug sollte die Solbadstadt unbedingt aufspringen, fordern die Liberalen. Weil er eine Chance zur noch besseren Anbindung der Stadt Richtung Flughafen und Ostseeküste bieten würde. Schützenhilfe erwartet die FDP dabei von der Hansestadt Lübeck. Deshalb appellieren der stellvertretende Ortsvorsitzende der FDP Bad Schwartau und Bundestagskandidat im Wahlkreis Ostholstein, Hendrik Siegel, sowie der Stadtverordnete Christian Trübger an die dortige Bürgerschaft, in ihre Entscheidung über eine zukünftige S-Bahn-Linie „auch die Interessen der Bürger der Stadt Bad Schwartau einfließen zu lassen und über die Reaktivierung des ehemaligen Bahnhofs Waldhalle mitzuentscheiden“.
Die Gelegenheit sei gerade deshalb günstig, meint Siegel, weil Ikea sich als Investor am Standort des bisherigen „Villeroy & Boch“-Werkes ansiedeln wolle. Daraus erwachse, wie in Lübeck bereits diskutiert, die Chance, den bis 1986 betriebenen Haltepunkt Dänischburg wiederzueröffnen und diese Station im Rahmen des diskutierten S-Bahn-Netzes vom Flughafen Blankensee nach Travemünde zu nutzen.
Doch warum nur Dänischburg, warum nicht auch die Waldhalle reaktivieren, fragt sich Hendrik Siegel. Schließlich entstehe mit der S-Bahn-Linie für den Großraum Lübeck ein attraktives Angebot im öffentlichen Personennahverkehr. Siegel: „Bad Schwartau sollte von diesem Angebot profitieren - deshalb setzen wir uns dafür ein, dass der Bahnhof Waldhalle ebenfalls zu einer Station der zukünftigen S-Bahn wird.“ Allerdings: Baulich ist die Immobilie in völlig desolatem Zustand.
Ins gleiche Horn wie Siegel stößt der FDP-Stadtverordnete Trübger; dabei sieht er sich „auf einer Linie mit der Lübecker FDP-Ratsfraktion“. Diese fordert ebenfalls eine Wiedereröffnung des Bahnhofes Waldhalle. Trübger sieht aber ein Problem in der Verkehrs-, insbesondere aber der Busanbindung eines solchen Haltepunktes.
„Wer einen attraktiven Personennahverkehr möchte, der einen Anreiz dazu gibt, das eigene Auto stehen zu lassen und auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel umzusteigen, der muss auch dafür sorgen, dass man die Bahnhöfe in Bad Schwartau besser erreicht“, sagt Christian Trübger. Und damit meint er nicht nur die Erreichbarkeit der alten Station Waldhalle, sondern auch die Erreichbarkeit des von der Buslinie 10 angefahrenen Nahverkehrs-Bahnhofs Bad Schwartau.
Die Buslinie 10 sei ein attraktives Angebot nicht nur für Bad Schwartauer, sondern auch für Bürger aus Sereetz. Wer jedoch aus Groß Parin oder aus Cleverbrück zum Bahnhof wolle, der müsse weiterhin mit dem Rad oder mit dem Auto zum Bahnhof fahren. „Oder er muss sich eilen, rechtzeitig zu Fuß seinen Zug zu erreichen", so Trübger.
Bundestagskandidat Siegel nutzt die Bahn aus beruflichen Gründen werktäglich. Er ergänzt deshalb aus eigener Erfahrung: „Wenn die Waldhalle als S-Bahn-Station reaktiviert werden soll, brauchen wir eine Buslinie, die dann beide Bahnhöfe in Bad Schwartau anfährt.“ Die Linien 9 oder 19 hält er für geeignet, um Bahnfahrern aus Rensefeld und Cleverbrück eine Verbindung zu beiden Stationen zu ermöglichen. Über eine neue Linienführung im Busverkehr müsse die Lübecker Bürgerschaft also mitentscheiden.
Die Stadt Bad Schwartau allerdings, so die Liberalen, „sollte bereits frühzeitig über eine bauliche Verbindung zwischen DB-Bahnhof und S-Bahn-Halt Waldhalle nachdenken“, damit Bahnfahrern ein Umsteigen ermöglicht werde.
Bereits im September 2007, als eine S-Bahn-Linie erstmals diskutiert wurde, hatte sich Bürgermeister Gerd Schuberth dafür stark gemacht, dass die Waldhalle ein Haltepunkt wird. Seitdem allerdings ist nichts geschehen, das Gebäude verfällt zusehends.
In den letzten 7 Tagen schon 1 mal gelesen - zuletzt am 30.08.2010 um 17:33.
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