Ein lebensgefährliches und verantwortungsloses Manöver, kritisiert die Polizei. Die Beamten wollen jetzt rigoros durchgreifen: Alle Verkehrssünder erwartet ein hohes Bußgeld. Überdies müssen sie mit einem längeren Fahrverbot rechnen. „So ein Verhalten ist an Dreistigkeit kaum noch zu überbieten“, ärgert sich Jan-Hendrik Wulff von der Polizeidirektion Lübeck.
Gegen 11.30 Uhr war bei Asphaltierungsarbeiten auf der A 1 in Richtung Süden ein Bitumenkessel auf einem Lastwagen in Brand geraten. Die Feuerwehren aus Oldenburg und Heiligenhafen rückten an, versuchten, den brennenden Kessel zu löschen. „Die Straße musste vorsorglich in beiden Richtungen voll gesperrt werden, wodurch sich ein Rückstau von bis zu fünf Kilometern bildete“, sagt Wulff.
Anstatt zu warten, hatten es einige Autofahrer anscheinend extrem eilig. „Sie wendeten in dem ohnehin engen Baustellenbereich und wollten entgegengesetzt zur vorgeschriebenen Fahrtrichtung zurückfahren“, so der Behördensprecher. Besonders gefährlich: Da das Löschwasser am Brandort nicht ausreichte, war ein zweites Tankfahrzeug der Feuerwehr angefordert worden. Die 44 Falschfahrer kamen dem Löschfahrzeug entgegen und behinderten die Arbeit der Wehr.
Die Autofahrer, die im Stau die Nerven verloren, müssen nun mit Konsequenzen rechnen: Die Polizei hat die Kennzeichen sämtlicher Verkehrssünder registriert. Auf die Fahrer kommt eine Geldbuße von 200 Euro zu, zudem erhalten sie vier Punkte in der Verkehrssünderdatei in Flensburg. Darüber hinaus droht ein Fahrverbot von vier Wochen.
Dass Verkehrsteilnehmer gleich reihenweise zu Geisterfahrern werden ist ungewöhnlich. Riskante Wendemanöver auf den Autobahnen beobachtet die Polizei aber zunehmend. Wulf: „Leider gibt es immer mehr ungeduldige Autofahrer, die sich zu solch lebensgefährlichen Aktionen verleiten lassen.“ Das Strafmaß schreckt offenkundig nicht mehr ab.
Ulf Evert vom Automobilclub ADAC in Kiel attestiert den 44 Fahrern überdies Verantwortungslosigkeit: „Wer auf der Autobahn wendet, gehört hart bestraft.“ Nicht selten würden durch Geisterfahrer auf Autobahnen Menschen getötet – so wie 2002 auf der A 24 bei Hornbek (Herzogtum Lauenburg). Damals kamen nach einer riskanten Wende im Stau drei Menschen ums Leben. Kommentar Seite 2
Wenden auf der BAB schrieb am 11.09.2009 10:13:
Hätten wir wie auch in anderen Verkehrsvergehen nicht solche laschen Gesetze, würde es gar nicht dazu kommen. Führerscheinentzug auf Lebzeit, Einzug des Fahrzeuges, so wie 10 000,- Strafe würden für Ordnung sorgen. Die wahren Täter sitzen in Berlin.
Klaus Ravenhorst schrieb am 11.09.2009 13:35:
Richtig so...
Diesen Schwachsinn muss man drastisch unterbinden.
Ebenfalls dieses Ausweichen auf die Standspur, die dann zügig -während eines
Staus- bis zur angekündigten Ausfahrt ge-
fahren wird...
Ich habe einmal einen schwerverletzten Beifahrer erlebt, als ein Autofahrer -regulär- im Ausfahrtbereich abbog.-
Katastrophe...
Rav
Maikel schrieb am 11.09.2009 19:03:
Warum organisiert die Polizei in solchen Fällen nicht eine "geordnetes" Wenden:
1. Die Autobahn wird ab der vorigen Ausfahrt gesperrt. Autos, die dann noch kommen, können ab dieser Abfahrt eine Umleitung benutzen.
2. Angefangen am Stau-Ende weist die Polizei die Autofahrer an, zu wenden und bis zur letzten Ausfahrt zurück zu fahren.
@Maikel schrieb am 12.09.2009 08:50:
@ Maikel
Hier fehlen mir die Worte Der Beitrag ist sicher nur ein Scherz
zu 1. Es werden sicher auf einer Autobahn nicht mehr viele Autos kommen
zu 2. Das macht mich sprachlos - Fahranfänger? Durch solche Menschen passieren Unfälle - Gehirn wohl völlig ausgeschaltet
Kann nur den ersten beiden "Postern" zustimmen.
Thorsten Schröder schrieb am 14.09.2009 15:42:
Strafe für solches Verhalten ja eindeutig
Aber eben auch ein Befreien der eingeschlossenen wie durch Maikel vorgeschlagen ist sinnvoll. Natürlich sind sehr viele Autos betroffen - bei 10 km auf 2 Spuren ca. 2.000 Autofahrer, die dann alle 2 Stunden warten müssen. Muß man auch mal sehen.
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