Die Einladung zum Kasernenbesuch sei im Rahmen der Festivitäten zur 25-jährigen Partnerschaft mit der Gemeinde Süsel vom Aufklärungsbataillon VI „Holstein“ ausgesprochen worden. „Ich war nur der Vermittler“, beteuert Isecke-Vogelsang. Überraschend für den Schulleiter: „Nach dem Besuch hat der Klassenlehrer mir nicht über etwas Außergewöhnliches berichtet.“ Im Gegenteil: Der Lehrer habe den Truppenbesuch sogar ausdrücklich gelobt. Gegenüber den LN will sich der betreffende Lehrer nicht äußern.
„Ich kann mir gut vorstellen, dass dort Soldaten ohne pädagogisches Wissen von ihren Vorgesetzten gesagt wurde, dass sie den Kindern mal zeigen sollen, was sie beim Bund machen“, mutmaßt der Rektor. Dennoch habe er Zweifel, dass der Playstation-Vergleich im Schießkino tatsächlich so gefallen sei – auch wenn dies eine Reihe von Kindern und Medienvertretern behaupten und die Bundeswehr den Vorfall eingeräumt hat. Nichtsdestotrotz soll jetzt auf Initiative des Friedenskreises Eutin und der Grünen eine Diskussionsrunde mit Bundeswehr, Schule und Eltern stattfinden. Nach den Ferien soll es eine Nachbereitung mit der achten Klasse geben, um die Unterschiede zwischen Schießkino und Ballerspiel zu verdeutlichen.
„Schießsimulatoren schulen die Soldaten darin, in Situationen persönlicher Bedrohung nach Grundsätzen des Völkerrechts zu handeln. Sie sind also genau das Gegenteil von gewaltverherrlichenden Computerspielen“, sagt Herlich Marie Todsen-Reese. Die CDU-Landtagsabgeordnete in Ostholstein bedauert, dass dies beim Besuch nicht deutlicher wurde.bas
Joachim schrieb am 18.10.2009 16:01:
Wenn sich der Rektor vorstellen kann, dass Soldaten "ohne pädagogisches Wissen" den Kindern gezeigt haben, was man beim Bund macht, dann fragt sich, wieso sein Lehrer nicht bei Fehlern eingegriffen hat. Wenn die Reaktion des Rektors "Ich war nur der Vermittler" und des Lehrers will sich nicht äußern wie dargestellt sind, mache ich mir bei diesen Vorbildern wirklich Sorgen um die Schüler.
Ulrich schrieb am 20.10.2009 10:09:
... Nun ja - eine Armee ist nun einmal dazu da, zur Durchsetzung aussen- politischer Ziele Gewalt anzuwenden, zu zerstören und zu töten. Entsetzt darüber zu sein ist entweder Heuchelei wenn man die Existenz einer Armee grundsätzlich akzeptiert oder hätte nur die logische Konsequenz, das man als reiner Pazifist sein Kind von einem Besuch bei der Bundeswehr fernhält.
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