Schießkino: Lehrer lobte Truppenbesuch
Kommentar: Mehr Sensibilität
Die Bundeswehr bedauert den Vorfall, Oberstleutnant Reiner Großmann vom Wehrbereichskommando I in Kiel attestierte den Kollegen in Eutin zumindest ein unglückliches Händchen in der Wortwahl.
Kurz vor Ferienbeginn waren die 18 Schüler der achten Klasse der Grund- und Hauptschule Süsel (Ostholstein) der Einladung der Bundeswehr gefolgt. Beim Besuch wurden den Kindern allerdings nicht nur Unterkünfte, Fuhrpark und Informationstafeln, sondern auch der 370 000 Euro teure Schießsimulator präsentiert. In dem computeranimierten Kino trainieren die Soldaten mit Elektrowaffen für den realen Einsatz in Afghanistan. In dem Schießsimulator geriet ein Oberstabsfeldwebel vor den 13- bis 15-Jährigen ins Schwärmen: „Er prahlte, dass das Schießkino tausendmal besser wäre als jedes Spiel auf der Konsole zu Hause“, empören sich Eltern betroffener Schüler, die zwar nicht selbst schießen durften, allerdings schwer beeindruckt gewesen seien. Die Kritik der Eltern: „Wir versuchen unsere Kinder von Ballerspielen fernzuhalten – und dann passiert in der Kaserne so was!“
Heftige Kritik an der Bundeswehr üben die Landtagsparteien. „Ich halte es für pädagogisch nicht vertretbar, wenn Heranwachsenden ein solcher Schießsimulator vorgeführt wird. Für die Zukunft sollten solche Vorführungen für Minderjährige unterbleiben“, fordert der designierte FDP-Bildungsminister Ekkehard Klug. Henning von Schöning (Grüne) kritisiert, „wie oberflächlich, unreflektiert und gewaltverherrlichend die Bundeswehr über sich und ihren Auftrag informiert hat“. Als fatal bezeichnet Asja Huberty von der Linken den Besuch der Kinder im Schießkino: „Da jugendliche Gewalttäter bekanntlich oft brutale Spiele auf Konsolen wie der Playstation gespielt haben, ist das Vorgehen mehr als verwerflich.“
Die Bundeswehr bedauert den Vorfall. „Die Formulierungen waren missverständlich, da mangelte es offenkundig an Geschick“, sagt Reiner Großmann vom Wehrbereichskommando I in Kiel. Anders als bei Konsolenspielen ginge es im Simulator nicht um Spaß: „Die Soldaten üben virtuell, was sie im Ernstfall anwenden müssen.“ Das sei beim Besuch der Hauptschüler wohl nicht entsprechend reflektiert worden, so Großmann.
Der Eutiner Friedenskreis und die Grünen planen jetzt eine öffentliche Diskussionsrunde mit Bundeswehr, Eltern und der Süseler Schulleitung. Rektor Matthias Isecke-Vogelsang versteht die Aufregung derweil nicht: „Der Klassenlehrer berichtete mir nach dem Besuch keine ungewöhnlichen Vorfälle.“
Henning schrieb am 18.10.2009 08:49:
Ballerspiele gehören nun mal zu Soldaten Was erwarten denn die Eltern? Häkeln und Stricken?
Exilfranke schrieb am 18.10.2009 09:56:
Die meisten Kids spielen doch sowieso Ballerspiele, wenn die Eltern wegsehen. Immer diese Pestalozzi-Jünger mit ihrem scheinheiligen Getue
Wolf schrieb am 18.10.2009 09:56:
Die Bundeswehr warb früher im gleichen Stil mit Panzern und Fahrzeugen, die "tausendmal stabiler sind, als normale Autos".
Warum soll man den aktuellen technischen Standard verschwiegen oder die Tatsache, dass Soldaten sich für ihren Beruf begeistern? Dies den Schülern zu vermitteln war sicher auch das Ziel der Aktion.
Nachträglich "Empörte" wusten vorher, wen die Schüler besuchten.
troller schrieb am 18.10.2009 09:58:
@henning:
stellt sich nur die frage, ob 13-15jährigen kindern wirklich das töten gezeigt werden muß.
Ludwig schrieb am 18.10.2009 10:02:
@Henning
Ganzgenau
Manchmal kann man da nur mit dem Kopf schütteln. "Was, bei der Bundeswehr lernt man wie man schießt? Das dürfen aber die armen Kinder auf keinen Fall erfahren"
Mann, mann, mann....eigentlich sollte man den Kindern auch ganz genau zeigen, wie Menschen sterben, wenn sie von einer Kugel getroffen werden. Das wäre wenigstens ehrlich.
Michael Schilling schrieb am 18.10.2009 11:16:
So ein Schießsimulator ist aber auch viel geiler als ne Playstation.
Außerdem ist es viel harmloser, denn anders in vielen Spielen sind
man kein Blut oder so etwas ähnliches. Und Eltern die ihre Kinder
von "Ballerspielen" fern halten wollen, aber ihre Kids zu einer
Vorführung der Bundeswehr schicken, sollten sich mal fragen ob sie
nicht was am Kopf haben.
Rainer Wondracek schrieb am 18.10.2009 12:10:
Herrscht bei der LN "Saure Gurken Zeit"? Wie können Sie eine derartige Schlagzeile auf die erste Seite bringen? Den Schülern wurde also das Schießkino gezeigt, dieses ist normal bei einer Besichtigung. Selbst geschossen haben sie nicht, wo liegt eigentlich das Problem? Wurden bei der Besichtigung auch die Waffen entfernt? Sicher nicht.
phoenix schrieb am 18.10.2009 12:17:
Die Bundeswehr besteht nicht aus einem Soldaten und umgekehrt. Das Land hat andere Probleme. Aus dieser Äußerung, einen Skandal zu machen, ist doch völlig obsolet und übersieht, daß dieser Beruf inzwischen greifbar lebensgefährlich geworden ist.
Daniel schrieb am 18.10.2009 13:41:
"... Asja Huberty von der Linken ... Da
jugendliche Gewalttäter bekanntlich oft
brutale Spiele auf Konsolen wie der
Playstation gespielt haben, ist das Vorgehen
mehr als verwerflich."
Befragen Polizisten Gewalttäter jetzt schon
nach Ihren Spielgewohnheiten? Gibt es Belege
für diese Aussage oder ist der Wunsch wieder
Vater des Gedanken?
Joachim schrieb am 18.10.2009 15:24:
Es bleibt für mich die Frage, was den Schülern in der Kaserne wirklich vermittelt worden ist und was Dritte, die nicht dabei waren wie zum Beispiel gegen die Bundeswehr eingestellte Eltern sowie Politiker als Trittbrettfahrer, für ihre Zwecke daraus machen wollen.
Pharisäer schrieb am 18.10.2009 16:50:
Also: Wenn Erwachsene das reale Töten von Menschen üben, ist es bei der BW gut. Außer, sie haben Spaß, das wäre böse. Wenn Kinder im Spiel virtuelle Gewalt anwenden, ist es böse, besonders wenn sie Spaß haben. Wenn Kinder dagegen im Schießverein reale Waffen erlernen, ist es gut. Außer sie üben, damit zu töten, das wäre böse. Das dürfen sie erst bei der Bundeswehr üben, da ist es dann wieder gut.
Jörg schrieb am 18.10.2009 17:59:
IST DOCH LÄCHERLICH:
was erwartet mean bei einem Besuch der Bundeswehr, meditative Übungen, pazifistische Exkurse oder philosophieren über den Frieden? Ich würd meinem Kind die Teilnahme jedenfalls nich gestatten.
Andreas schrieb am 18.10.2009 19:44:
MAn das ist alles beschränkt. Wir waren damals 1988 auch mit der Schulklasse in einer Kaserne. Ich denke mal das ganze wird in Zeit der ganzen Gewalttaten hochgekocht. Ich finde das gut. Immerhin können Hauptschüler auch eine Berufsausbildung dort machen.
Christoph schrieb am 18.10.2009 20:24:
Also mal ehrlich, das ist doch alles lächerlich,teilweise auch was hier in den Kommentaren steht.
Um nochmal zusammenzufassen: Es ist ein Schießsimulator kein "Schießkino".Und ja keins der Kinder hat dort auch geschossen. Sie haben lediglich gezeigt bekommen, dass es so etwas gibt.
Ich selbst hab solche einen schon einmal besucht und auch "benutzt".
Christoph schrieb am 18.10.2009 20:26:
Ich selbst muss zugeben, dass ich "Ballerspiele", wie sie genannt werden möchten ist mir egal, gespielt habe. Es IST EIN MEILEN WEITER UNTERSCHIED. Leute mal ehrlich weil ich an der Maus zielen "gelernt" habe macht mich das zu einem Amokläufer...
Christoph schrieb am 18.10.2009 20:28:
Im Schießsimulator hat man ein originalgetreues Gewehr, Pistole etc. in der Hand, man kann realistisch damit den Umgang schulen und lernen im Ernstfall richtig zu entscheiden.
Um auch den letzten Kritiker ruhig zustellen: Ein Schießtraining für Soldaten mit scharfer Munition kostet einiges,im Gegensatz zu den paar Kilowattstunde für den Simulator.
Christoph schrieb am 18.10.2009 20:29:
Ich finde dieses Hochgespiele lächerlich. Dann hätte man den Kindern den Besuch bei der Bundeswehr gar nicht gestatten dürfen. Die Bundeswehr ist dafür da uns im Ernstfall zu verteidigen und humanitäre Hilfe zu leisten und und und.Nebenbei die Bundeswehr bildet übrigens auch Sportler aus. Für die Statistiker: 65 aller Sportler bei den letzten Winterspielen waren verdiente Unter-/Offiziere der BW.
superhelgo schrieb am 18.10.2009 21:14:
Oh mein Gott...die US amerikanische Armee bietet ein kostenlosen Taktik-Shooter an, damit soll das Image des amerikanischen Militärs verbessert und neue Rekruten angeworben werden. Bei uns in Deutschland hat man nichts besseres zu tun als ein mit Steuergeldern finanzierten Schießsimulator den armen 13- 14 jährigen Schülern zu zeigen. Die armen Kinder, was soll jetzt nur aus ihnen werden :-
supergrobi schrieb am 19.10.2009 10:05:
Liebe Leute,
die BW sucht eine Akzeptanz in der Bevölkerung, um u.a. ihre Militäreinsätze nicht mehr rechtfertigen zu müssen. Da fangen wir doch mal mit den ganz Kleinen an und laden dann noch die Presse ein -tritratrulala.Wozu? Lasst euch weiter für dumm verkaufen und nimmt immer hin was euch vorgekaut hingelegt wird. Denken bitte, nicht nur das alpha-Männchen spielen.Deeenken
Kriegsgegner schrieb am 19.10.2009 10:30:
Etwa um 1980 durften die Kids so ab 12 beim Tag der offenen Tür in der Pinneberger Kaserne sogar mit MP und schwerem MG Übungsmunition verfeuern. Bilder vorhanden
Frummel schrieb am 19.10.2009 11:52:
Was erwarten Eltern eigentlich von einem Besuch bei der Bundeswehr? Händchenhalten und fromme Lieder singen wie in einem Nonnenkloster? Da die Bundeswehr d Waffen hat um sie einzusetzen, muß jedem klar sein, was es in einer Kaserne zu sehen gibt. Da die Schüler die zustimmung der Eltern brauchen, hätten die diese vorher verweigern können. Aber diese hats anscheinend nicht interessiert.
Gunnar Kreuz schrieb am 19.10.2009 12:18:
In Ihrem Beitrag sprechen Sie bewußt oder unbewußt von "Kindern".
Bei Acht-Klässlern würde ich nicht mehr von Kindern, sondern Jugendlichen sprechen. Wenige Jahre später sind sie schließlich ohnehin wehrpflichtig.
Kriegsgegner schrieb am 19.10.2009 13:02:
@ "Gunnar Kreuz": Wenn Sie rechnen können, werden Sie drauf kommen, dass die meisten Schüler einer achten Klasse keine 14 sind und dem Gesetz nach als Kinder gelten.
Michael g. schrieb am 19.10.2009 14:27:
Ich finde diese Elternaussage heuchlerisch. Bundeswehr ist nicht automatisch töten aber es werden leute an der Waffe ausgebildet um damit sich und die Demokratie zu verteidigen.
Im gegensatz zu manchen schützen wird hier mehr auf Sicherheit der Waffen und deren Gebrauch geachtet. Kein Amokläufer war bisher bei der BW
Daniel W. schrieb am 21.10.2009 02:19:
So ein schwachsinniger Bericht - für alle die es nicht wußten: Die Bundeswehr ist eine Armee die Waffen benutzt auch wenn Linke und Grüne lieber rosa Wattebäuschen hätte. Und ja dort wird geübt sich zu verteidigen im schlimmsten Fall durcht Tötung des Gegners. Wer das nicht nachvollziehen kann tut mir leid. Es reicht langsam mit diesen Schwachsinnigen Diskussionen über Waffen. Echt wie im KiGa
bademeister schrieb am 21.10.2009 09:28:
Es ist doch sehr zu hoffen, daß eine Anlage für 370.000 besser ist als eine Spielekonsole für Kinder.
Lächerliche Aufregung von Müslipädagogen. Als ob Schüler solche Sprüche nicht einzuordnen wissen. Demnächst sind die dann ja sogar wahlberechtigt.
Anna Luehse schrieb am 21.10.2009 13:12:
Es war eine rot-grüne Bundesregierung die erstmals deutsche Soldaten in einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg ehem.Jugosl. schickten. Alle jetzt empörten Fraktionen sind sich einig, deutsche Soldaten an US-imperialistischen Kriegen zu beteiligen. Da wird geschossen und getötet. Und nun dies Heuchelei Und die Bundeswehroberen kneifen, statt sich vor ihre Soldaten zu stellen. Alles paßt
HPH53 schrieb am 21.10.2009 13:54:
Das sind, historisch betrachtet, wahrlich wertvolle Zeiten. Unsere Nachfahren werden es uns nicht glauben wollen, wenn wir ihnen in der Zukunft über die heutige Gegenwart berichten werden, zu bizarr wird es ihnen vorkommen. Deutschland, flächendeckend in der Hand von Geistesgestörten.
emka schrieb am 21.10.2009 17:26:
dürfen die kinder der empörten eltern die täglichen nachrichten sehen? wenn ja, sollten sich diese eltern über sich selbst empören, denn die täglichen meldungen zb über afghanistan,sogar mit bewegten bildern, und den tod deutscher soldaten sollte ihre lieben kleinen dann ja völlig aus der bahn werfen...hallo aufwachen
Jens schrieb am 23.10.2009 14:07:
Quelle:http://www.die-linke.de/index.php?id2306
DIE LINKE lehnt eine Verbotspolitik im Umgang mit gewalthaltigen Computerspielen sowie die Diffamierung der Entwicklerbranche und der Nutzerinnen und Nutzer so genannter "Killerspiele" ab. Der wissenschaftliche Nachweis des Zusammenhanges von virtuellem Spiel und realer Gewalt ist ein Mythos.
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