Der französische Konzern Egis Projects und der Flughafen Weeze sind nach Angaben der Verwaltung weiterhin am Regional-Airport interessiert, stellen aber eine Reihe von Bedingungen. So soll Lübeck die Risiken der laufenden Rechtsverfahren übernehmen – Air Berlin klagt wegen vermeintlich illegaler Subventionen des Flughafens an die irische Fluggesellschaft Ryanair, und die EU-Kommission stellt wegen des gleichen Vorwurfs seit zwei Jahren Ermittlungen an.
Die Hansestadt muss die Kosten für Entwässerung und Lärmschutz stemmen. Laut nicht-öffentlicher Vorlage der Verwaltung kommen da acht Millionen Euro bis 2019 an Entwässerungskosten sowie bis zu 6,5 Millionen Euro bis 2017 an Lärmschutz-Maßnahmen auf die Stadt zu.
Weiterhin soll Lübeck die betrieblichen Verluste des Flughafens übernehmen, bis der Planfeststellungsbeschluss (die Ausbaugenehmigung) rechtskräftig ist und Ryanair sich endgültig für die Einrichtung einer Basis in Lübeck entschieden hat. Außerdem wollen die beiden Bewerber nichts mit dem 33 Millionen Euro teuren Gesellschafterdarlehen zu tun haben, das der bisherige Betreiber Infratil an Lübeck zurückgegeben hat.
Grundsätzlich wollen die möglichen Investoren Zusagen des Landes oder der Stadt, dass diese Kosten übernommen werden. Zudem fordern sie eine Beteiligung von Land oder Stadt an den Investitionen. Werden alle diese Bedingungen erfüllt, seien die Bewerber bereit, künftige wirtschaftliche Risiken zu übernehmen und sich an Investitionen zu beteiligen, heißt es in der Vorlage zur Bürgerschaft. Lübeck dagegen versucht, in den Gesprächen vor allem eines zu erreichen: Dass beim nächsten Betreiber eine Ausstiegsklausel wie bei Infratil ausgeschlossen ist.
Am Donnerstag beschäftigt sich die Bürgerschaft mit dem Bericht. Die Reaktion der Politiker fällt höchst unterschiedlich aus. „Diese Forderungen sind nicht akzeptabel“, sagt SPD-Fraktionschef Peter Reinhardt, „wir wollen endlich einen Schlussstrich für Lübeck.“ Unter solchen Auflagen könne der Flughafen niemals seine Verluste senken und Schulden tilgen, erklärt Bernd Möller (Grüne): „Diese Bedingungen sind für uns nicht attraktiv.“
Für CDU-Vormann Andreas Zander kommt der Auflagenkatalog „nicht überraschend“. Zander befürchtet nicht, dass weitere Belastungen auf Lübeck zukommen, weil das Land sich zur Förderung von Investitionen entschlossen habe. Raimund Mildner, Chef der BfL, spricht von völlig normalen Bedingungen. Mildner: „Kein Investor übernimmt das Risiko von Altlasten oder Gerichtsprozessen. Die Vorbehalte muss man akzeptieren.“
Auf einer Pressekonferenz der Wirtschaftsverbände erklärte Flughafen-Koordinatorin Conja Grau gestern, dass derzeit weitere finanzielle Belastungen für die Hansestadt nicht zu beziffern seien. Grau: „Das hängt von den Verhandlungen mit den Investoren ab.“
Bürger für Lüdersdorf schrieb am 21.11.2009 01:53:
Und immer wieder gibt es Diskussionen über Diskussionen, wie die Hansestadt Lübeck das Millionen-Projekt "Flughafen Blankensee" tragen will.Man kann nur hoffen,dass die vorstelligen Investoren die Gefahren von einem Millionenloch der Lübecker Bürgerschaft erkennen.Gebt doch endlich Ruhe und fördert ein Gewerbegebiet anstatt überflüssigen Flughafen.Wäre für alle besser.Beste Grüsse
Peter Klanowski schrieb am 21.11.2009 03:20:
Diese elende Schmierenkomödie gehört endgültig abgesetzt. Dummerweise wird es schwieriger sein, gewissen Politikern diese rationale Einsicht zu vermitteln, als kleinen Kindern mitzuteilen, daß ihr Lieblingsspielzeug endgültig kaputt und nicht mehr zu reparieren ist. Die IHK hat die Kosten für eine Abwicklung auf 15 Mio. Euro geschätzt - ein echtes Schnäppchen im Vergleich zum teuren Weiterbetrieb
Da kommt noch mehr schrieb am 21.11.2009 07:19:
Na Suuupeer das mal eben roundabout 120 Mio Euro, die Lübeck übernehmen müsste. Ohne Ausbau und weitere Kosten aus den Klagen.Geben Sie das Geld den Mitarbeitern die sind dann Millionäre und können entspannt das Jahr 2020 erwarten.Das haben wir ja gleich gesagt,daß da so ein Quatsch bei rauskommt.Rechtssicherheit nicht vor 7 Jahren.Und ob es einer von den beiden wird, entscheiden andereLach
Andreas Asylanti@ schrieb am 21.11.2009 07:34:
Lübecks Experten -
Conja Grau: Ich weiß, daß ich nichts weiß -
Halbedel: Bekloppt - ich sag nichts - ich warte auf Pernsion -
Saxe: Ich bin dann mal weg -
IHK: Wir sammeln
Kaufmannschaft Lange: Ich will damit nichts mehr zu tun haben
Mildner: Ist doch logisch
Zander: Habe ich doch schon immer gesagt
freie Marktwirtschaft schrieb am 21.11.2009 08:06:
Das ist dann doch kein unternehmerisches Risiko. Bürgerschaft und angeblicher Wirtschaftsasuschuss- das darf nicht auf dem Rücken der Bürger ausgetragen werden. Knallharte Unternehmer??- ängstliche Erpresser ist aus meiner bescheidenen Sicht das Ergebnis und keine Alternative. Das kann keine Lösung sein, denn ohne Risiko keine unternehmerischen und sinnvolle Entscheidungen Nein danke....
Da kommt nooooch meehr schrieb am 21.11.2009 09:08:
Das Abwasser wird ca.8 mal so teuer, weil der Ausbau auf Grönauer Gebiet nicht kommen wird Dann muß Lübeck das Abwasser ins eigene Netz leiten statt in die Wakenitz. und das bei dem maroden Abwassernetz von Lübeck Die Gesamtzahlen sind schon wieder gelogen insgesamt kommen da ohne Investitionen ca 130-160 Mio Euro auf Lübeck zu Wenn sich die Verluste in 6 Jahren in Grenzen halten grins
Jens Gundermann schrieb am 21.11.2009 09:34:
Der Investor würde den Ausbau ohne Risiken
PFV u. Nebenwirkungen Lärmschutz,
Entwässerung,...auf dem Silbertablett
serviert bekommen. Wozu dann einen Investor
? Nach soviel Mio. Ausgaben durch Land und
Kommune könnte die Lübeck den Flughafen
lieber selbst betreiben und die Früchte
schwarze Zahlen direkt ernten...oder ist
an der Frucht doch etwas faul...?
Kopfschüttel schrieb am 21.11.2009 10:56:
Betreiber und Ryanair, ein Dreamteam, das sich gegenseitig den Ball zuspielen kann. Lübeck soll Verluste übernehmen, bis Ryanair eine Basis eingerichtet hat. Die sagen: Ja, viell. in 3 Jahren...Nach 3 Jahren dann: Ja, wenn noch das und das...usw. So werden auf ewig die Verluste bei HL bleiben und die Gewinne zum Betreiber gehen. Ohne Risiko für den und alles auf Kosten der Steuerzahler
Lübecker schrieb am 21.11.2009 11:02:
Okay, ich bewerb mich auch als Betreiber: Bedingungen: Ich übernehme kein Risiko, nie und nimmer. Stadt und Land bringen den PFB sicher durch, decken die Verluste ab, stehen für die Investitionen ein. Natürlich übernehmen die auch die Kosten für Infratil. Ich zahl nix, kassier nur die Gewinne. Die hab ich schon bei 1,5 Mio. Pass. - auch ohne Ausbau schon... Super Geschäft Wer will noch? Nur 2?
Flughafenfreund schrieb am 21.11.2009 11:07:
Der Flughafen ist enorm wichtig für die Stadt und sichert Arbeitsplätze Mit einem Investor und dem anschließenden Umbau zu einer Ryanair-Basis würde auch die Stadt, vorallem aber die Hotelbetriebe und der Einzelhandel in und um Lübeck profitieren.
Der Flughafen ist Zukunft, sonst wird Lübeck immer ein Provinznest bleiben
Benno BR. schrieb am 21.11.2009 12:31:
Wenn der Flughafen weg ist geht Lübeck auch nicht unter.Die Schuld kann Saxe ja nach Groß Grönau schieben.Andere Betriebe wurden auch dichtgemacht,da wurde kein "POW WOH" gemacht.Denkt doch an LÜCK Brauerei 200 Arbeitsplätze weg,etliche Stahlbau Firmen usw.Also um Kosten zu sparen bleibt nur eins,nur ein kleiner Flughafen für Privatflieger und Falschirmspringer.Punkt aus und Schluss.
Gunnar Kreuz schrieb am 21.11.2009 16:29:
@.Zu Bürger f. Lüdersdorf
Ihr Ossis habt gut Reden, nachdem Ihr auf unsere Kosten ein Gewerbegebiet neben dem anderen gebaut habt und dort oft heute nur noch Straßenlampen brennen - sonst nichts. Lübeck hat mehr als genug Gewerbeflächen, die nicht ausgelastet sind. Ihr leistet Euch ja gleich mehrere Flughäfen in M-Pom. S-H hat nur Lübeck. Also haltet Euch da raus, bis Ihr Euch ohne uns ernährt.
Udo Martin schrieb am 21.11.2009 16:35:
Herr Saxe übermehmen sie jetzt investieren und dann knallhart Gewinne einfahren. Und danach Kittner unter die Arme greifen, der Aufschwung ist zum Greifen nahe. Jetzt muss investiert werden auch wenn Köpfe rollen, der Arbeitnehmer wird schon was anderes finden, das Arbeitsamt ist gern behilflich
Spökenkieker schrieb am 21.11.2009 17:53:
Es fällt einem immer schwer, einen gemachten Fehler zuzugeben. Besonders dann, wenn der Fehler mit anderen Fehlern ausgebügelt werden sollte. Nun braucht es Mut, einen Schlussstrich zu ziehen. Bei Firmen kann man auf einen Fürungswechsel warten und dann die Weichen neu stellen. In der Politik müssen wir erst auf eine Abwahl aller warten. Das wird leider nicht kommen.
Stefan schrieb am 21.11.2009 20:04:
Entschulding, aber bei den Garantien leite ich, 26, ohne jegliche Managementerfahrung, den Flughafen. In den Sand setzen kann ich das auch, und da ich kein Risiko habe, brauch ich mich noch nicht einmal anstrengen. Mit Verlaub, aber darueber brauch man doch eigentlich weder nachdenken, reden, noch schreiben, geschweige denn VERHANDELN.
Gerd Baumann schrieb am 21.11.2009 21:55:
Der Wahnsinn wird System - immer mehr Planwirtschaft. Risiko beim Unternehmer? Das ist ja was ganz Neues Die Stadt als Unternehmer? ...mit vollem Risiko? ..nicht nur an dieser Stelle...
Lübecker schrieb am 22.11.2009 05:10:
Wieviele Kittener-Mitarbeiter behalten ihren Job durch den Ausbau des Flughafens?
Keiner nehme ich mal an. Aber wieviele Arbeitsplätze sind da bedroht? 1200.
Wo ist die IHK? Hilft die da?
Bürger für Lüdersdorf schrieb am 22.11.2009 22:50:
@Zu Gunnar.Kreuz
Soll ich mal Applaus klatschen? Da sieht man mal den Intelligenzquotienten, der zu dem Kommentar geführt hat.Flughafen Blankensee wird nun mal kein Drehkreuz werden.In M.-V.werden sich jedenfalls Gedanken gemacht,als sinn- und planlose Millionenlöcher zu schaffen. Übrigens,die Grenzöffnung liegt 20 Jahre zurück.Bekommt man jedoch nur mit,wenn man sich informiert.Beste Grüsse
Insider schrieb am 26.11.2009 10:42:
Es war und ist bekannt,alles was mit Fliegen zu tun hat kostet viel Geld.Es muß zu erst die Frage geklärt sein ob man einen funktionierenden Flughafen haben möchte.Wenn dies so seien sollte darf das Geld nur eine untergeortnete Rolle spielen.Die Politik hat im Vorfeld die Voraussetzungen zu schaffen.Nur dann kann ein Profi den Erfolg für alle schaffen.Schauen wir mal auf Weeze,1200 Arbp.
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