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Strandpromenade vom Sturm zerlegt, Waterfront Priwall weiter auf Eis gelegt und jetzt noch diese Hiobsbotschaft: Der Vertrag zwischen der Hansestadt und der Maritim Hotelgruppe zum Abriss des früheren Spaßbades Aqua Top ist geplatzt. In Travemünde herrscht Fassungslosigkeit.
„Eine Katastrophe für die Weiterentwicklung Travemündes als Tourismus- und Wirtschaftsstandort“, sagt Jochum Aichholzer, Vorsitzender der Travemünder Wirtschaftsgemeinschaft. Aichholzer spricht von einem „wiederholt verheerenden Signal für Investoren“ und nennt den geplatzten Deal „einen Affront gegenüber der Travemünder Bevölkerung und der Wirtschaft“. Die Verwaltung und die Politik der Hansestadt sowie die Maritim-Gruppe müssten ihre Verantwortung für das Ostseebad endlich wahrnehmen, fordert Aichholzer.
Kurdirektor Uwe Kirchhoff appelliert an „die Vernunft des Maritim-Konzerns“. Kirchhoff: „Dieser Leerstand ist keine Visitenkarte für Travemünde. Diesen Zustand kann man keinem Gast mehr erklären.“ Andrea Gastager, Geschäftsführerin der Lübeck und Travemünde Marketing GmbH (LTM), die die Touristen herlocken soll: „Schlimm, wenn auf dem Filetstück weiterhin eine Ruine steht.“
Am Montagabend teilte Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel (CDU) den Politikern im Wirtschaftsausschuss der Bürgerschaft die Hiobsbotschaft mit. Der Vertrag mit der Hotelgruppe über den Abriss des Spaßbades habe unterschriftsreif vorgelegen. „Wir hatten die mündliche Zusage“, so Halbedel, doch die schriftliche Vereinbarung sei abgelehnt worden. Konkrete Gründe nannte der Wirtschaftssenator nicht, plädierte aber dafür, noch ein Spitzengespräch zu wagen. Sollte das nichts bringen, will Halbedel die „harte juristische Linie“ fahren.
Davon hält Klaus Petersen, Vorsitzender CDU-Ortsverband, nichts. „Es hilft nichts, den großen Knüppel rauszuholen. Wir brauchen eine Einigung zum Wohle Travemündes“, so der CDU-Politiker, der den Vorgang eine „Ohrfeige für Travemünde“ nennt. Das frühere Spaßbad sei bis auf ein Geschäft entmietet, jetzt drohe der Fortbestand der Ruine auf Jahre. Petersen: „Es muss etwas passieren.“
Peter Reinhardt, der sich vor Weihnachten persönlich in die damals festgefahrenen Verhandlungen eingemischt hatte: „Das ist unverantwortlich. Eigentum verpflichtet“, ruft er an die Adresse des Maritims. Die SPD habe sich weit bewegt, um dem Hotel entgegenzukommen. Maritim will Hotelzimmer in Eigentumswohnungen umwandeln. Das war bei der SPD auf heftigen Widerstand gestoßen.
Der Abriss sei für Anfang Februar geplant gewesen, berichtet Dirk Gerdes vom Koordinierungsbüro Wirtschaft in Lübeck (KWL), das für Entmietung, Abbruch und Vermarktung der Fläche zuständig ist. Die Abrissfirma stehe bereit, so Gerdes: „Wir haben unsere Schulaufgaben gemacht und würden gerne loslegen.“ Nur mit einem Mieter des Aqua Top werde noch über den Auszug verhandelt, so der KWL-Chef.
Immerhin: Einer freut sich über den Fortbestand der Spaßbad-Ruine. „Ich bin regelrecht beseelt von der Nachricht“, schwärmt der Hamburger Eventmanager Matthias Graf, der seit acht Jahren mit seinem „Team 412“ im früheren Thermalbad Partys veranstaltet. Für seine Caipi-Bar habe er zwar im vergangenen Jahr eine Kündigung erhalten, er hoffe aber, „dass wir noch einige Jahre als Mieter im Aqua Top bleiben können“.
Udo M. schrieb am 13.01.2010 08:30:
Koennte man hier nicht Platz fuer IKEA machen? Oder einen neuen Luebecker Flughafen? Herr Saxe investieren sie damit der Aufschwung endlich beim Buerger ankommt
Andreas Asylanti schrieb am 13.01.2010 08:51:
Was nun Herr Halbedel von der CDU?
Was nun Herr Petersen von der CDU?
Warum wollen Sie, Herr Petersen, nicht den Knüppel gegen Ihren Parteifreund Halbedel rausholen, der alles nur halb- oder falschmacht mit seinen mündlichen Tiraden.
Ist es so schwer, den eigenen CDU-Sack zu schlagen?
Barbara Schmidt schrieb am 13.01.2010 10:24:
Warum denn nicht den Knüppel rausholen und die harte juristische Schiene fahren? Meine Güte, vergesst doch mal die lübsche Kaufmanns-Contenance und kümmert Euch um Eure Stadt Wenn das schon als Ohrfeige betitelt wird, soll dann nochmal die andere Wange hingehalten werden? Aber wer sich auf mündliche Zusagen verlässt: selbst Schuld
Jürgen Winter schrieb am 13.01.2010 10:37:
Wir kommen aus Wuppertal und verstehen unsere hiesige bekloppte Kommunualpolitik nicht. Aber in unserem Urlaubsort Travemünde bzw. Lübeck geht es ja genauso zu. Einfach nur traurig. Frage: Warum hat man das Bad nicht unterhalten sondern verkommen lassen? Warum wird kein neues gebaut? Wo soll man denn als Gast z.B. an einem Regentag schwimmen gehen? In benachbarte Orte? Oder besser gleich dorthin?
Hotte schrieb am 13.01.2010 11:21:
Super Travemünde, weiter so
An alle Gäste: Nur wenige Kilometer weiter auf der A1 in Richtung Norden fahren und es warten andere schöne Ostseebäder auf Sie - ohne Ruine am Strand.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Wolfram Plewa schrieb am 13.01.2010 11:22:
Nun legt doch einmal sämtliche Verträge und Verhandlungsnotizen auf den Tisch. Lesen können wir selbst.
Beobachterin schrieb am 13.01.2010 11:26:
Als aufmerksame Beobachterin habe ich ehrlich gesagt nichts anderes erwartet, denn: SIE LÜGEN ALLE Die Einen und auch die Anderen. Einmal hickhack hin und einmal hickhack her, und.... alles bleibt wie es ist. Das Aquatop ist doch kein Einzelfall.
Benno schrieb am 13.01.2010 11:30:
Herr Saxe,neue Besen kehren gut.Also weg mit Ihnen und der CDU.Sie und Ihre Vorgänger wurschteln nur und rauskommt nur "Vorteil für die Politiker".Travemünde ist erledigt,wen wollen Sie nun,mit Ihrem Politik Stil,zur Strecke bringen?Nur schön machen hilft nicht mehr.In Kiel waren die Politiker froh das Sie weg waren,wir wärens auch gerne.Nun zeigen Sie Mut Herr Reinhardt
Wolkenhimmel schrieb am 13.01.2010 12:36:
Travemünde braucht ein Schwimmbad und zwar nicht nur eine Badewanne zum sutje Schwimmen,sondern auch eine mit viel Spaß und Action für die Kids.Aber nein....Wir fahren dann wohl weiter nach Scharbeutz oder Weißenhaus,da sind auch die Strände schöner.Travemünde den Ryanair-billigtouris.Die brauchen auch keine gute Infrastruktur oder Strand,die paar Spanier und Ital.haben davon zuhause selbst genug.
phoenix schrieb am 13.01.2010 14:13:
@ Benno. Na, na. Ein bißchen mehr "piano", bitte
MfG
Ps. Die wahrhaften Könner sitzen zuhause und amüsieren sich. Alles nur "Windhauch", Kohelet.
Lübecker schrieb am 13.01.2010 16:22:
Herr Petersen, seit 2003 ist das Bad gesperrt Wieviele Jahre seitdem haben Sie mit absoluter Mehrheit regiert? Und was haben Sie und Ihre CDU in dieser Zeit zum Wohle Travemündes erreicht?
phoenix schrieb am 13.01.2010 17:55:
@ Jürgen Winter. Ich liebe Wuppertal,"W" upper valley. Was, um alles in der Welt hat Sie denn hierher verschlagen? Sehr herzliche Grüße. Lübecker Urgestein seit Generationen, mit Bürgerbrief.
phoenix schrieb am 13.01.2010 18:17:
Ps. @ Jürgen Winter. W. wird z.Zt. CDU regiert.
Alles pleite, was für ein Elend, soweit das Auge reicht. Herzliche Grüße.
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